Im Trierer Stadtderby blieben die Punkte in Irsch.
Der Tabellenzweite nahm früh das Heft in die Hand und legte mit dem Tor von Benjamin Thorbeck aus der Drehung vor (17.). Kurz vor der Pause egalisierte der VfL per Elfmeter von David Scheiring. Zuvor war Matheus Maciell zu Fall gekommen. Doch der SVI schlug dann doch noch ein zweites Mal zu. Nach abgeblocktem Kopfball von Leon Klupsch war Thorbeck gedankenschnell mit dem 2:1 zur Stelle (45.+1). Mit seinem dritten Treffer führte Thorbeck den SVI scheinbar frühzeitig auf die Siegerstraße, als der Stürmer nach einem langen Einwurf von Jonas Briesch bedient wurde – 3:1 (63.). Doch der VfL kam durch ein Eigentor von Felix Scheuer noch mal ins Spiel zurück und zum 3:2-Anschlusstreffer (69.). Scheuer hatte eine Flanke ins eigene Tor verlängert. Wenig später feierte der lange verletzte Dustin Knürr seine Premiere beim SVI, als er für Tim Grundheber in die Partie kam. Maurice Mangerich entschärfte anschließend einen Schuss von Luca Klupsch. Die letzten Minuten hatten es in sich. Irsch legte eine Schippe drauf, kam durch Knürr mit dessen erstem Ballkontakt zum 4:2 (86.). Eine Zeigerumdrehung später hieß es 5:2. Eine Flanke von Florian Lentes hatte Luca Klupsch erreicht. Dieser überlupfte Mangerich elegant und mit viel Übersicht. Den Schlusspunkt setzte erneut Thorbeck, der nach einem langen Ball in die Spitze durchgelaufen war und völlig unbedrängt mit seinem vierten Tor einschieben durfte – 6:2 (90.+1). SVI-Trainer Sebastian Szimayer kommentierte, dass „ich mit der ersten Halbzeit nicht so zufrieden war, weil wir uns taktisch nicht so klug verhalten haben. Nach dem 1:1 sind wir vor der Halbzeit wieder 2:1 in Führung gegangen. Positiv war, dass wir direkt gut aus der Halbzeit kamen und extrem stark waren. Ich denke, der Sieg war auch in der Höhe verdient. Wir waren sehr effektiv und auch unsere Einwechslungen haben direkt gefruchtet. Dustin Knürr und Luca Klupsch sind reingekommen, haben ein Tor gemacht und sehr gut gekämpft“. Wie Szimayer durchblicken ließ, werde seiner Mannschaft der zweite Platz nicht mehr zu nehmen sein. Richtig enttäuscht zeigte sich VfL-Coach Marco Neumann. „Wenn du sechs Tore kassierst, ist es ein verdienter Sieg für Irsch. Doch man muss das auch richtig einordnen. Nach dem 4:2 haben wir aufgemacht, kriegten dann noch zwei Tore, die für mich nicht mehr ins Gewicht fallen. Eine Erkenntnis bleibt nach solch einem Spiel, was sich die gesamte Saison schon durchzieht. Wir investierten so viel, doch unser Ertrag ist so gering. Wir waren sieben Mal in deren letzten Drittel, hatten eine unglaublich gute Einstellung und alles reingeschmissen. Und trotzdem stehst du am Ende wieder nur mit leeren Händen da. Über 70 Minuten war es ein offenes Spiel mit optischen Vorteilen für Irsch. In der ersten Halbzeit machten wir das richtig gut. Irsch war dann bis zur 60. Minute stark, besaß vier dicke Torchancen, als uns Maurice Mangerich im Spiel hielt. Doch Irsch hatte einen Thorbeck in seinen Reihen, der heute den Unterschied machte. Er zeigte sich als eiskalter Vollstrecker.“
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