11ER: Nach Wochen einer guten Phase mit dem Einzug ins Pokalfinale hat Ihre Mannschaft wieder an Boden verloren und steht nach dem 0:6 von Fell plötzlich mitten im Abstiegskampf. Wie konnte es dazu kommen?
Dominik Bosl: Wir haben derzeit das Problem, unser Tor zu verteidigen und machen es dem Gegner relativ einfach, zu Toren zu kommen. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Verteidigen auch eine Sache der Einstellung ist. Da waren wir in den vergangenen Wochen nicht immer wach und nicht immer bereit, alles reinzuwerfen, um Gegentore zu vermeiden. Ich erinnere noch einmal daran, dass wir in der Hinrunde eine der besten Abwehrreihen der Liga gestellt haben. Wir müssen es wieder lernen, besser und konsequenter gegen den Ball zu arbeiten.
11ER: Auf was kommt es denn jetzt im Abstiegskampf an, den Ihre Mannschaft bereits hinter sich glaubte?
Bosl: Auf alles! In erster Linie geht es darum, die richtige Einstellung auf den Platz zu bringen und das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen – und das mit aller Entschlossenheit. Es kommt nicht darauf an, den schönsten Fußball zu spielen, sondern rein ergebnisorientiert zu agieren und besser als der jeweilige Gegner zu sein. Es ist auch eine Sache der Herangehensweise und der Vorbereitung auf das nächste Spiel.
11ER: Wie schätzen Sie den nächsten Gegner, die SG Kanzem, ein?
Bosl: Aus den vergangenen Jahren kennen sich beide Mannschaften bestens. Kanzem ist eine unglaublich kämpferisch gute Mannschaft mit Mentalitätsmonstern und ein paar guten Einzelspielern, die den Unterschied machen, wie Carsten Vogel oder Dominik Güth. Carsten Vogel weiß eben, wo das Tor steht. Doch ich möchte nicht zu viel über den Gegner sagen, sondern unsere Leistung und unser Auftreten in den Vordergrund stellen. Und da gilt es, ein anderes Gesicht zu zeigen als in den vergangenen Spielen.
11ER: Wie lange dauert der Abstiegskampf in der Liga Ihrer Einschätzung nach noch an?
Bosl: Sehr wahrscheinlich bis zum letzten Spieltag. Es ist schon verrückt, was da wöchentlich so abgeht und welche überraschenden Ergebnisse das jeweilige Wochenende mit sich bringen. Doch noch mal: Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und wollen über dem Strich bleiben. Wir möchten zuhause gegen Kanzem gewinnen und in den Spielen bis zum Saisonende weitere Zähler einsammeln.
11ER: Welche Erinnerungen haben Sie an das Hinspiel?
Bosl: Auf ihrem Oktoberfest in Ayl haben wir 2:0 gewonnen. Auf rutschigem Geläuf waren oft nur lange Bälle ein Mittel, um zum Erfolg zu kommen. Wir haben sehr einfach gespielt und uns hintenraus mit dem 2:0 belohnt. Es war ein Sieg der Leidenschaft und der Einstellung. Es wird auch am Sonntag wieder jede Menge Feuer drin sein.
11ER: Welche Stärken bringt Dennis Haas mit?
Bosl: Dennis ist ein absolutes Alphatier auf der Sechs und der zentrale Anspielpunkt in unserem Spiel. Er bestimmt über gewonnene Zweikämpfe die Richtung und sagt, wo es langgeht. Dennis ist Führungsspieler und Vizekapitän, hört aber im Sommer auf. Bis zum Schluss wird er, da bin ich mir absolut sicher, alles in die Waagschale für die Mannschaft werfen.
