11ER: Nach vier Punkten aus den beiden jüngsten Spielen in Kanzem (1:1) und gegen Serrig/Saarburg setzte es jetzt wieder eine Niederlage. Wie gehen Sie mit diesem Rückschlag um?
Alexander Becker: Es war ein Rückschlag ergebnistechnisch, doch wir haben in Schillingen ein gutes Spiel gemacht und hätten auch einen Punkt verdient gehabt. Davor waren es ebenfalls zwei sehr ordentliche Spiele. Mental lassen wir uns natürlich nicht unterkriegen oder beeindrucken von diesem 2:3. Die Stimmung ist nach wie vor gut im Team. Wir müssen jetzt einfach weitermachen und fokussiert bleiben. Wir haben mit der DJK St. Matthias, Trier-Irsch und Serrig/Saarburg sowie mit Schillingen, die wir jetzt auch zu den Top Vier rechnen müssen, alle Mannschaften von oben hinter uns.
11ER: Wie bewerten Sie die Situation im Abstiegskampf, da Ihre Mannschaft wieder auf einen solchen Abstiegsplatz zurückgefallen ist?
Becker: Jede Woche kommen Ergebnisse auf den Tisch, mit denen nicht wirklich zu rechnen war. Wir haben gegen Serrig gewonnen, jetzt verliert Serrig gegen Kanzem. Viele Teams spielen Woche für Woche im Abstiegskampf gegeneinander. Da muss man schauen, dass man in den direkten Duellen, von denen es noch einige geben wird, seine Punkte holt.
11ER: Wird der Abstiegskampf für Sie erst am allerletzten Spieltag entschieden?
Becker: Das kann ich mir gut vorstellen. Bei einem Sieg gegen Pluwig wäre der Gegner ganz dick wieder dabei. Bei einer Niederlage wird die Situation zunehmend prekärer für uns. Ich sehe fünf oder sechs Mannschaften gegen den Abstieg kämpfen. Das wird noch einige Nerven kosten.
11ER: Wie schätzen Sie denn den Gegner aus Pluwig-Gusterath ein?
Becker: Sie spielen eine durchwachsene Runde, es läuft offenbar ein bisschen holprig. Sie haben sich ihr Abschneiden sicherlich anders vorgestellt. Pluwig spielt lange Bälle in die Schnittstellen und sucht oft den vertikalen Ball. Sie agieren robust, aber auch spielstark. Sie sind immer zu beachten.
11ER: Das Spiel bei Ihnen in Tarforst ist ein Klassiker, ein Evergreen. Was fordern Sie von ihrer Mannschaft?
Becker: Wir müssen Meter nach hinten machen und bereit sein, mit einem hohen Laufpensum auch Meter nach vorne zu gehen. Es geht darum, die Gier zu entwickeln, um Tore zu schießen und immer wieder gefährlich zu sein. Ich habe ein gutes Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Das haben die Spiele zuletzt gezeigt.
11ER: Was nervt Sie oder macht Ihnen Sorgen?
Becker: Bei eigenen Führungen müssen wir ruhig bleiben, dürfen keine unnötigen Fouls ziehen. Es geht auch darum, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Wir haben eine extrem junge Mannschaft, die noch viel zu lernen hat. Doch darüber mache ich mir keine Sorgen, sie ist lernfähig und hat Dinge zuletzt immer besser angenommen und umgesetzt.
11ER: Sie hatten Ihren Wechsel zur neuen Saison zur SG Franzenheim schon vor Wochen angekündigt, um dem Verein Planungssicherheit zu geben. Nun scheint es doch auf die Kreisliga A hinauszulaufen?
Becker: Es sieht leider momentan danach aus. Sie haben in Franzenheim offen darüber gesprochen, dass es als Aufsteiger sowieso schon schwer wird. Ein Abstieg wäre für mich als neuer Trainer an der Seite von Michael Hassani aber kein Weltuntergang. Sie haben in Schleid jetzt ein Endspiel vor der Brust und alles noch in der eigenen Hand. Mit Michael stehe ich ab und an in kurzem Austausch, doch ich konzentriere mich voll auf die Aufgabe in Tarforst. Und die heißt Klassenerhalt.
11ER: Welche Stärken sehen Sie bei Aaron Baltes, der in Schillingen für das zwischenzeitliche 2:1 gesorgt hat?
Becker: Aaron ist körperlich extrem präsent, ein Modellathlet eben, der Bälle gut festmacht und im Angriff eine gute Geschwindigkeit mitbringt, um Lücken zu reißen. Er besitzt einen bulligen Körper und kann sich im Strafraum durchtanken. Es freut mich für ihn, dass er in Schillingen ein schönes Tor geschossen hat. Aaron bringt eine top Einstellung mit, ist auch menschlich ein guter Typ.
