Die SG Ruwertal Gutweiler II und die SG Züsch boten sich einen offenen Schlagabtausch, der in Hälfte zwei zwischenzeitlich die Grenzen des Sportlichen auslotete.
Sechs Minuten waren auf dem Kaseler Rasenplatz gespielt, als Tobias Gosert zur Führung des Tabellendritten aus Züsch traf. Die Ruwertaler Reserve erholte sich vom frühen Schock und fand ins Spiel: Nils Stöckel glich per Distanzschuss aus (28.) und noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte drehte Leon Martineau per Kopf die Partie. Nach dem Seitenwechsel schenkten sich die Konkurrenten weiter keinen Meter. Züsch konterte nach einem Ballgewinn und schloss durch Hussein Hassan zum 2:2 ab (66.).
Nur sieben Minuten später überschlugen sich die Ereignisse: Ruwertals Maikel Picko foulte einen Züscher und sah für sein Einsteigen nur die Gelbe Karte. Für Züschs Trainer Andreas Weber, der in der Folge den Platz betrat und dafür Rot sah, eine klare Fehlentscheidung: „Der Ruwertaler sprang unserem Spieler mit Ansagen von hinten in die Knochen. Das war für mich kein Fußball mehr, sondern Körperverletzung. Wie man dafür kein Rot geben kann, wird mir ein Rätsel bleiben. Es war ganz klar ein gesundheitsgefährdendes Spiel. Unser Spieler lag mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden und ich bin daraufhin auf den Platz. Dafür sah ich die Rote Karte – ohne dabei ein einziges Wort zu sagen.“
Picko selbst sah im Anschluss eine Ampelkarte – allerdings aus kuriosem Grund: Nach seinem „rotwürdigen Foul“, wie es Ruwertals Trainer Andreas Wagner nannte, sollte Picko ausgewechselt werden. Dabei zog sich der Ruwertaler sein Trikot aber schon auf dem Platz aus und sah dafür wohl die zweite Gelbe.
Tore fielen im Anschluss an den Tumult keine mehr, sodass es beim 2:2 blieb. Für Wagner ein unterm Strich gerechtes Ergebnis: „Wir mussten aufgrund unseres Spielerpotenzials taktisch umstellen und versuchten eine neue Formation. Anfangs fruchtete die Umstellung nicht und wir hatten Abstimmungsprobleme. Nach dem Gegentor fingen wir uns, hatten gute Aktionen nach vorne und kamen verdient zum Ausgleich. Mit der Gelb-Roten Karte war es dann nicht mehr möglich. Das Spiel hätte auch anders ausgehen können, doch am Ende war es eine gerechte Punkteteilung.“
Züschs Weber teilte diese Einschätzung – mit Abstrichen: „Wir kamen direkt gut ins Spiel, doch nach dem 1:0 verloren wir den Faden. Wir erspielten uns weiter klare Chancen, die aber ungenutzt blieben. In der zweiten Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor, aber wir spielten uns zu wenig klare Möglichkeiten heraus. Da versuchten wir es zu oft mit hohen Bällen, statt den Ball flach zu halten. Im Endeffekt war das 2:2 gerecht, wenn auch schmeichelhaft für Ruwertal. Wir hatten das Glück des Schiedsrichters nicht auf unserer Seite, müssen uns aber an die eigene Nase fassen. Denn wenn wir unsere Chancen nutzen, gewinnen wir das Spiel.“
Aufgrund der Punkteteilung sowie der Siege von Kordel und Thalfang wuchs der Rückstand der SG Züsch zum Spitzenduo auf vier Punkte (bei einer Partie mehr) an.
