Acht Tore, Platzverweise und ein Last-Minute-Treffer – von einem Derby kann man kaum mehr verlangen, als es die Partie zwischen dem TuS Mosella Schweich III und dem SV Bekond bot.
Nach dem Kantersieg im Hinspiel erwischten die Schweicher auch im Rückspiel den besseren Start. Luca Quare war nach einem Standard zur Stelle und traf zur Führung (16.). Nur neun Minuten später legte dann Peter Wallerath nach einem weiteren Standard den 2:0-Pausenstand nach. Bekond wachte erst zur zweiten Halbzeit auf und verkürzte drei Minuten nach Wiederanpfiff durch Aboubacar Touré auf 1:2. Sieben Minuten darauf folgte der nächste Rückschlag für die Hausherren: Mosella-Keeper Tobias Fehmer musste einen zu kurz geratenen Rückpass erlaufen und prallte dabei mit einem Bekonder zusammen – das hatte nicht nur eine Verletzung, sondern auch eine Rote Karte zur Folge. Marius Binz nutzte die Überzahl der Gäste in der 63. Minute zum Ausgleich.
Schluss war damit aber noch lange nicht, denn trotz Unterzahl gab sich die Schweicher Dritte nicht geschlagen. Jona Grünen traf zur erneuten Führung (75.), die Thomas Muschke in der 81. Minute egalisierte. Nur wenige Momente später bekam der TuS einen Elfmeter und damit die erneute Chance zur Führung zugesprochen. Niclas Weirich scheiterte mit seinem Versuch jedoch an Bekonds Schlussmann Christian Schwarz. Bekond drängte im Anschluss auf die Führung und wurde belohnt, als Touré mit seinem zweiten Tor der Partie auf 3:4 stellte. Als Schweichs Tim Farsch in der 89. Minute die Gelb-Rote Karte sah und die Hausherren in doppelter Unterzahl zurück ließ, schien die Partie entschieden. Die Drittvertretung hatte allerdings noch ein Ass im Ärmel und glich in der siebten Minute nach einer Standardsituation durch Nils Bracker aus – 4:4-Endstand.
Bekonds Trainer Andreas Kiemes fiel es schwer, Worte für den Derbykracher zu finden: „Man glaubt, man hätte nach 20 Jahren im Fußball alles gesehen, aber dieses Spiel war wieder was Neues. In der ersten Halbzeit waren wir nicht griffig genug. Schweich ging in Führung und unser Anschlusstreffer wurde aberkannt. In der zweiten Hälfte waren wir dann klar am Drücker. Es war eine tolle Moralleistung der Jungs, die trotz der Nackenschläge immer weiter Gas gaben. Leider konnten wir in Überzahl den Sack nicht zumachen und so kam es dann, wie es kommen musste. Für neutrale Zuschauer war es ein geiles Spiel, für uns in doppelter Überzahl bitter. Aber noch mal: Ich kann nur den Hut davor ziehen, was die Jungs heute wieder an Einsatz gezeigt haben, denn bis zur Halbzeit sah es gar nicht gut aus.“
Während man in Bekond mit der Punkteteilung haderte, sprach Schweichs Trainer Frank Lamberty von einem gefühlten Sieg: „Das Spiel hatte wirklich richtigen Derbycharakter. Wir führten 2:0, doch ich wollte die Jungs in der Pause noch mal wachrütteln, damit wir die ersten zehn Minuten nach der Pause nicht wie so oft verschlafen. Genau das trat aber ein. Wir bekamen eine Rote Karte, mussten einen Feldspieler ins Tor stellen und verschossen auch noch einen Elfmeter. Ich muss aber den Hut vor den Jungs ziehen, denn trotz zwei Mann weniger kamen sie noch zum verdienten Ausgleich. Und der hat sich für uns angefühlt wie ein Sieg.“
