Schon im Hinspiel waren die Rollen zwischen der SG Züsch und SG Haag II klar verteilt – und dennoch landete der Außenseiter einen Überraschungserfolg. Im Rückspiel zählt für den Favoriten aus Züsch umso mehr nur der Sieg.

Für die SG Haag II startete die Restrunde mit einer Enttäuschung. Der Grund: Die Elf von Timo Marx verlor das Kellerduell gegen die SG Geisfeld II, rutschte auf den letzten Platz ab und steht nun sechs Zähler hinter der SG Kenn II, welche den ersten untersten Nichtabstiegsplatz belegt und zudem ein Spiel weniger absolvierte. Gleichzeitig setzte sich laut Marx das Seuchenjahr fort: „Es war ein Spiel auf Augenhöhe, aber das Ergebnis ist bitter, weil wir unsere Chancen nicht nutzten. Die Mannschaft und ich sind schon geknickt, aber es hilft nichts. Wir sind in einer schwierigen Lage, weil uns das Personal fehlt. Ein Spieler brach sich den Mittelfuß, einer riss sich das Kreuzband, ein anderer hatte einen schweren Bandscheibenvorfall und wieder ein anderer eine Herzmuskelentzündung – es ist wirklich wie verhext. So bleiben uns nur rund acht Mann, die in der B-Klasse mithalten können. Deshalb sind wir auf Hilfe unserer Ersten angewiesen.“

Ganz anders gestaltet sich die Lage bei der SG Züsch. Die Vereinten aus dem Hochwald spielen eine starke Saison und belegen aktuell den dritten Tabellenplatz. Und sogar die Vorbereitung konnte sich laut Coach Andreas Weber sehen lassen: „Unsere Wintervorbereitung war deutlich besser, als es in den letzten Jahren der Fall war. Leider haben wir jetzt ein paar angeschlagene Spieler, die passen müssen. Die Tests haben aber gezeigt, dass wir flexibel aufgestellt sind und diese Ausfälle kompensieren können. Die Testspiele waren spielerisch gut und vielversprechend. Da konnten wir noch mal einen Schritt nach vorne machen. Nur unsere Chancenverwertung ist verbesserungswürdig. Dass wir uns viele Möglichkeiten erspielen, ist wiederum sehr gut.“

Trotz der ausgezeichneten Lage und der allgemein positiven Entwicklung der vergangenen Jahre befindet sich Weber auf Abschiedstournee: Nach der Saison wird er sein Amt als Trainer der Spielgemeinschaft niederlegen und sich einer neuen Herausforderung widmen: „Ich habe mich dazu entschieden, nächstes Jahr nicht weiterzumachen. Es liegt in keiner Weise daran, dass ich mich hier nicht wohlfühle oder keine schöne Zeit hatte. Es waren sehr schöne Jahre und mir sind viele Menschen ans Herz gewachsen. Ich bin aber jetzt 36 und möchte eine neue Herausforderung suchen, auch mal höher trainieren. Deshalb werde ich in der kommenden Saison Schillingen als Spielertrainer übernehmen.“

Vor dem Abschied sollen jedoch noch so viele Punkte wie möglich eingefahren werden, denn ein Sprung nach oben ist weiterhin möglich. Der Fokus liegt aber zunächst auf der SG Haag II, welcher man im Hinspiel überraschend mit 1:0 unterlag. Vor eigenem Publikum zählt für Weber und seine Elf jetzt nur der Sieg: „Wir haben gegen Haag etwas gutzumachen. Ich glaube nicht, dass ich den Jungs groß erklären muss, was verlangt ist. Denn alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung. Wir wollen unserer Favoritenrolle gerecht werden. Wir sind geimpft, was uns mit Haag erwartet, und wollen nicht wieder auf die Fresse fliegen. Wollen wir noch den ein oder anderen Tabellenplatz gutmachen, dürfen wir uns keinen Fehler mehr erlauben.“

Um die Züscher Marschroute weiß auch Haags Trainer Timo Marx, der sich vor einer schwierigen Partie und Restrunde sieht: „Ich habe den Jungs schon gesagt, dass Züsch heiß auf uns sein wird. Da werden wir uns warm anziehen müssen und noch weiß ich nicht, wie unser Kader aussehen wird. Wir müssen schauen, dass wir nicht unter die Räder kommen, so lange wie möglich die Null und gegenhalten. Ich bin nach der Niederlage gegen Geisfeld noch ein bisschen sprachlos, aber auch wenn wir enttäuscht sind, ist die Moral der Mannschaft noch da. Es ist weiter ein Dreikampf unten drin und wir müssen weitermachen. Am Ende werden wir dann sehen, wo der Flieger gelandet ist.“

Damflos, So., 15.03., 14.30h