11ER: Mehrings Spielertrainer Simon Monzel richtete einen speziellen Dank an Ihre Mannschaft, weil Sie der Spielverlegung zugestimmt haben. Sie hätten auch sagen können, dass es nicht geht und wären bei sämtlichen Spielabsagen infolge der Witterung der Konkurrenz noch weiter enteilt mit einem Sieg. Was war die Intension, das Spiel dennoch zu verlegen?
Patrick Zöllner: Für uns ist ein gutes Verhältnis zu den Vereinen in der Region wichtig. Wenn eine Verlegung für beide Seiten keinen Nachteil bringt, sollte man ihr zustimmen. Die Wetterlage sprach ohnehin dafür, dass das Spiel ausgefallen wäre. Außerdem waren bei uns an dem Termin nicht alle Spieler verfügbar. Deshalb war es für uns logisch und fair, der Verlegung zuzustimmen.
11ER: Ihre Mannschaft ist eine Klasse für sich und steht mit einem halben Bein schon wieder in der Rheinlandliga. Wie kam es überhaupt zu diesem Abstieg? War war ursächlich? Denn es waren 15 Jahre dort. Denkt man überhaupt noch daran zurück oder war das vom ersten Spieltag an abgehakt?
Zöllner: Die Rheinlandliga ist deutlich stärker als die Bezirksliga. Wir haben letzte Saison zu viele Unentschieden gespielt und in wichtigen Momenten kleine Fehler gemacht. Diese Kleinigkeiten haben den Ausschlag gegeben. Natürlich hat der Abstieg wehgetan, aber uns war sofort klar, dass wir mit diesem Kader wieder oben angreifen wollen.
11ER: Der Kader wurde zuletzt durch Verletzungen, Urlaube und studienbedingte Abwesenheiten zunehmend ausgedünnt. Wie schafft ihr es, jeden Spieltag 16 Spieler auf den Spielberichtsbogen zu bringen, ohne, dass es einen großartigen Qualitätsverlust gibt?
Zöllner: Im Amateurfußball fallen Spieler oft durch Beruf, Urlaub, Verletzungen oder Krankheit aus. Deshalb braucht man einen breiten Kader. Den haben wir bewusst zusammengestellt. Dazu kommen eine starke zweite Mannschaft und eine gute A-Jugend, auf die wir jederzeit zurückgreifen können.
11ER: Mit dem Auswärtsspiel beim FSV Salmrohr steht eine letzte Bewährungsprobe für das alte Kalenderjahr an. Könnte der Gegner mit einem möglichen Sieg nochmal ein ernsthafter Kandidat für Platz zwei werden, der an Aufstiegsspielen zur Rheinlandliga berechtigen würde?
Zöllner: Schweich auf Platz zwei und Salmrohr auf Platz fünf, trennen nur vier Punkte. Klar ist Salmrohr damit noch voll in Reichweite und kann den zweiten Platz angreifen, wenn sie das Spiel gewinnen.
11ER: Wie schwierig ist es generell, wenn man als Absteiger in eine tiefere Liga kommt, dort gleich wieder durchzustarten?
Zöllner: Bei uns war vom ersten Tag an eine Aufbruchstimmung zu spüren. Die Mannschaft war motiviert, die Bezirksliga als Favorit anzugehen und dominant zu spielen. Der Kader wurde zielgerichtet stark aufgestellt. Zudem kenne ich die Bezirksliga aus den letzten Jahren sehr gut und wusste, was auf uns zukommt. Nach einer guten Vorbereitung konnten wir direkt ins Rollen kommen und von Beginn an zeigen, dass wir ganz oben mitspielen wollen.
11ER: Wie schätzen Sie den FSV Salmrohr in seinen Stärken ein?
Zöllner: Salmrohr hat einen qualitativ hochwertigen und breiten Kader. Sie haben klare Ziele für diese Saison und wollen kurzfristig wieder in die Rheinlandliga zurück. Die Mannschaft ist spielstark, gut besetzt und kann an einem guten Tag jede Mannschaft dieser Liga schlagen.
11ER: Was schätzen Sie an Ihrem Trainerkollegen Rudi Thömmes?
Zöllner: Rudi Thömmes ist eine echte Ikone des regionalen Fußballs. Jeder in Trier kennt und schätzt ihn für seine Verdienste. Dazu ist er ein guter Typ, bodenständig und fachlich stark. In Trier würde man sagen, er ist ein „quanter Hautz“. Er hat auch im Profibereich gezeigt, dass er dort bestehen kann. Ich habe größte Wertschätzung für ihn.
11ER: Welche Erinnerungen haben Sie an die beiden letzten Spiele in der Rheinlandliga gegen Salmrohr, auch wenn die bereits zwei Jahre zurückliegen?
Zöllner: Zuhause gegen Salmrohr war eines meiner ersten Spiele als Trainer, nachdem ich wieder nach Tarforst zurückgekehrt bin. Wir haben damals 1:0 gewonnen durch ein Tor von Nico Neumann und damit den Grundstein für den Klassenerhalt gelegt. Dazu habe ich gute Erinnerungen an meine eigene Zeit in Salmrohr, wo ich vier Jahre gespielt habe, in Oberliga und Regionalliga. Ich habe dort viele Freunde gefunden und mich sehr wohl gefühlt.
11ER: Wie gestaltet sich sich eine solche letzte Trainingswoche vor der langen Winterpause?
Zöllner: Durch den Spielausfall in Mehring und die schlechte Witterung haben wir nochmal pausiert, um Kraft zu tanken. Daher werden die Einheiten am Dienstag und Donnerstag nochmal intensiv sein, damit wir für das Spiel gut vorbereitet sind. Wir brauchen dafür vollen Fokus und volle Power.
11ER: Wann ist Beginn der Wintervorbereitung und gegen welche namhaften Gegner stehen bereits Testspieltermine fest?
Zöllner: Am 14. Januar 2026 ist Trainingsstart. Vorbereitungsspiele sind gegen die Rheinlandligisten SG Vordereifel Laubach und Eintracht Trier II. Zudem sind Tests gegen Daring Echternach (Lux) und die A-Ligisten SV Föhren und DJK St. Matthias geplant. Traditionell spielen wir noch die Hallenturniere in Wadern, Osburg und Konz beim Turnier für den guten Zweck von der Lebenshilfe.
11ER: Welche Spieler stehen Ihnen voraussichtlich Ende Februar zur Fortsetzung des Spielbetriebs wieder zur Verfügung? Bei wem könnte es eng werden? Wer ist auf keinen Fall zurück?
Zöllner: Weiterhin fehlen werden Elias Raithel und Matthias Finsterwalder wegen Studium. Dazu ist Neil Müller-Adams nach seiner Knieverletzung im Aufbautraining, wird aber noch einige Zeit benötigen. Und auch Mo Hannappel wird am Kreuzband operiert werden und fällt bis zum Saisonende aus. Alle anderen Spieler sollten wieder zu Beginn der Rückrunde einsatzfähig sein, wie Luca Quint, Luca Heintel, Benedikt Resch, Nicola Rigoni, Nils Kiesewetter und Nico Neumann.
11ER: Spielen Sie lieber am Samstag im Stadion in Salmrohr oder doch auf dem Kunstrasen am Bahndamm?
Zöllner: Statistisch gesehen gilt Salmrohr als heimstark. Sie haben von den acht Spielen nur eine Niederlage einstecken müssen, haben da die meisten Punkte geholt. Ob wir jetzt auf Rasen oder Kunstrasen spielen, ist uns eigentlich egal. Wir nehmen die Gegebenheiten an und sind gut vorbereitet.
11ER: Wie können Sie Niklas Gouverneur charakterisieren?
Zöllner: Niki Gouverneur ist ein junger Spieler, der trotz seines Alters schon viel Erfahrung sammeln konnte, da er bereits gegen viele starke Gegner gespielt hat. Er zeichnet sich durch ein gutes Stellungsspiel aus und besitzt grundsätzlich ein sicheres Passspiel, besonders in der Spielöffnung. In Zweikämpfen zeigt er Geschick und Übersicht.
11ER: Welche Stärken sehen Sie bei Ihrem Routinier Florian Weirich?
Zöllner: Florian Weirich ist unser Abwehrchef und als spielender Co-Trainer eine absolute Führungskraft. Er organisiert die Defensive und sorgt mit seiner Erfahrung für Stabilität. Neben seiner Kopfballstärke und Robustheit bringt er auch viel Schnelligkeit mit, was ihn gerade in Laufduellen enorm wertvoll macht. Dazu ist er fußballerisch stark und kann das Spiel von hinten sicher aufbauen.
