11ER: Ihre Mannschaft ist ein Aufsteiger und rangiert derzeit auf einem von drei Abstiegsrängen. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

Carlo Müller: Wir haben sehr gut angefangen, hatten anschließend eine schwache Phase. Es schmerzt, dass wir gegen direkte Konkurrenten wichtige Punkte liegen gelassen haben. Oft haben wir mit einem dünnen Kader gespielt. Wir stehen damit unten drin und belegen einen Abstiegsplatz. Natürlich wussten wir, was auf uns in der neuen Liga zukommt und dass es gegen den Abstieg geht. Doch die kämpferische Einstellung aller Akteure ist lobenswert.

11ER: Ist der Klassenverbleib realistisch?

Müller: Ja, auf jeden Fall. Wenn der nicht realistisch wäre, wäre ich der falsche Mann auf der Trainerposition. Ich bin felsenfest davon überzeugt, am letzten Spieltag Ende Mai über dem Strich zu stehen, weil wir die Qualität mitbringen, wenn uns alle Spieler zur Verfügung stehen. Wir hoffen, dass uns Florian Baack und Nick Klasen nach der Winterpause wieder zur Verfügung stehen.

11ER: Was ist notwendig, das Ruder im Frühjahr noch herumzureißen?

Müller: Die Trainingsbeteiligung war bislang durchweg gut. Die gilt es, beizubehalten und auszubauen. Ein bisschen mehr Spielglück stünde uns auch gut zu Gesicht. Im Grunde genommen geht es darum, dass wir es hinkriegen, Standards und lange Bälle effizienter zu verteidigen, die einfachen Gegentore zu vermeiden und gegen die direkten Konkurrenten zu punkten. Wir sollten unsere Heimspiele in Wawern auf dem Hartplatz idealerweise gewinnen.

11ER: Thomas Konz, der nach dem Rücktritt von Ralf Reger als Trainer eingesprungen war, hört nach dem Spiel gegen den VfL Trier wieder auf. Wie weit fortgeschritten sind die Gespräche über einen Nachfolger?

Müller: Thomas macht nur bis zur Winterpause und das war ja auch so vereinbart. Wir sind ihm sehr dankbar dafür, dass er uns kurzfristig zur Verfügung gestanden hat. Derzeit sind Gespräche am laufen, doch spruchreif ist da noch nichts. Es sind bereits zwei, drei Kandidaten angesprochen worden. Wir hoffen auf eine zeitnahe Präsentation.

11ER: Wie schätzen Sie den VfL Trier ein?

Müller: Mit Marco Neumann und Sebastian Oberbillig haben sie ein gutes Trainerteam. Sie sind taktisch sehr variabel und können zwischen verschiedenen Systemen wechseln. Das heißt, sie können auch während eines Spiels flexibel ihre taktische Grundordnung verändern und sind damit schwer ausrechenbar. Ihr Kader wurde verjüngt und besitzt eine viel größere Breite.

11ER: Welche Erinnerungen haben Sie noch an das Hinspiel?

Müller: Wir haben es knapp mit 2:1 gewonnen. Der VfL besitzt schnelle Flügelstürmer, sie haben vieles spielerisch gelöst. Ich denke, das werden sie auch am Sonntag tun. Der VfL wird versuchen, das Ergebnis zu korrigieren und entsprechend motiviert erwarte ich sie auch. Ein Feinschmeckerspiel wird es auch am Sonntag nicht. Es steht viel auf dem Spiel. Wir dürfen dort auf keinen Fall verlieren.

11ER: Welche Stärken bringt Dominik Güth mit?

Müller: Dominik Güth ist unser Zweikampf-Biest. Er bringt unglaubliche Ruhe und Abgeklärtheit am Ball mit, ist ein cleverer Spieler, der auch gerne mal ein Foul zieht, wenn es sein muss und um dem Gegner das Momentum zu nehmen. Er besitzt einen top Spielaufbau, bringt Bezirksliga-Erfahrung mit und genoss eine top fußballerische Ausbildung. Er kann defensiv alles spielen, also Innenverteidigung, Außenverteidigung und auch auf der Sechs.