11ER: Wie schätzen Sie die jüngste Entwicklung ein, denn Ihre Mannschaft hat sich augenscheinlich zum besten Aufsteiger der Liga gekürt?

Dominik Bosl: Wenn man die Hinrunde sieht, können wir mit den Ergebnissen sehr zufrieden sein. Von den vier Niederlagen haben wir uns zwei selbst zuzuschreiben wegen den Platzverweisen, die wir dummerweise bekommen haben. Vor der Saison habe ich uns irgendwo zwischen Platz fünf und sieben eingeordnet, weil wir wussten, dass wir mithalten können. Was mir gefällt, sind die mannschaftliche Geschlossenheit gegen den Ball, unser Kurzpassspiel, das Umschaltspiel und die schnellen Passagen nach Balleroberungen. Das haben wir insbesondere beim 3:1 in Trier-Irsch mega umgesetzt. Föhren war die einzige verdiente Niederlage in der Saison (0:3). Zu einer Spitzenmannschaft fehlt uns nach vorne noch die Durchschlagskraft. Wir haben nur 23 Tore erzielt. Da fällt sicherlich der Kreuzbandriss von Jonas Weiland negativ ins Gewicht.

11ER: Defensiv zeigt Ihre Mannschaft eine beeindruckende Stabilität. 23 Gegentreffer sind gut. Wer fungiert dort alles?

Bosl: Wichtig ist – und das habe ich meiner Mannschaft schon oft gesagt –, dass die Mittelfeldspieler bereit sein müssen, mit nach hinten zu arbeiten. Die Defensive ist unser Herzstück. Mit Johannes Thelen, Marius Mergen und Lukas Kugel haben wir drei Innenverteidiger. Auch Herbert Stuhlberg kann bei Bedarf in die Innenverteidigung rücken. Als Außenverteidiger machen Niklas Steffes und der junge David Reuter ihre Sache ausgezeichnet.

11ER: Die Mannschaft ist punktuell verstärkt worden nach dem Aufstieg. Von welchen Neuzugängen sprechen Sie?

Bosl: Explizit von Louis Berens und Maurice Mertz. Louis hat schon in der B-Jugend unter mir gespielt, war bei verschiedenen Vereinen aktiv und zuletzt in Konz nicht so ganz glücklich. Louis ist extrem schnell, dribbelstark und abschlussstark. Er kann in der A-Liga ein Unterschiedsspieler sein. Drei Spiele Rotsperre haben ihn aus dem Tritt gebracht. Wir hoffen, dass Louis an die starken Leistungen vom Anfang der Saison anknüpfen kann. Maurice Mertz wollte auswärts studieren und bei einem Aufstieg des FC Könen gar nicht weg. Weil Könen in der B-Klasse blieb, hat er in der Sommerpause bei uns zugesagt. Maurice arbeitet extrem gut mit und gegen den Ball, läuft viele Bälle ab. Er ist sich nicht zu schade dafür, die Drecksarbeit zu machen. Er hat aber auch noch viel Potenzial nach oben. Mit Phil Lübeck und David Reuter haben zwei A-Jugend-Spieler den Sprung in die Stammelf geschafft. Wir sind da sehr zufrieden mit ihnen, weil sie wichtige Positionen auf der Acht im Mittelfeld oder in der Außenverteidigung bekleiden.

11ER: Ihre Mannschaft, die Sie mit Herbert Stuhlberg trainieren, ist auf Platz vier geklettert. Welche Prämisse gilt bis zur Winterpause?

Bosl: Möglich ist prinzipiell alles. Wir haben mit Saarburg zuhause, Schillingen auswärts und Pluwig daheim noch drei schwierige Partien gegen unterschiedliche Gegner. Wir versuchen, möglichst alle drei Spiele zu gewinnen. Ob wir das hinkriegen, weiß ich nicht. Wenn möglich, wollen wir schon auf diesem Tabellenplatz überwintern.

11ER: Wie schätzen Sie die SG Serrig/Saarburg ein?

Bosl: Sie sind extrem strukturiert, haben gute Individualisten und lassen kaum Torchancen zu. Sebastian Lorenz ist unser alter Trainer, der sehr viel Wert auf die Defensivarbeit legt. Sie besitzen eine klare Struktur und klare Abläufe im Spielaufbau und haben mit Simon Meier und Johannes Carl starke Offensivakteure in ihren Reihen.

11ER: Welche Erinnerungen haben Sie an das Hinspiel?

Bosl: Wir haben in Saarburg 0:2 verloren. In der ersten Halbzeit waren wir ordentlich im Spiel und bis zur 20. Minute die bessere Mannschaft. Wir mussten damals Louis Berens und Maurice Mertz wegen fehlender Fitness bzw. bei Maurice wegen Kreislaufbeschwerden runternehmen. Das sind zwei Schlüsselspieler. So haben wir nach deren Ausscheiden den Faden verloren, sind 0:2 in Rückstand geraten. Uns ist dann die Zeit davongelaufen.

11ER: Welche Stärken bringt Carsten Schu mit?

Bosl: Carsten Schu ist ein variabel einsetzbarer Spieler, der in der Zentrale, auf beiden Flügeln oder auf der Acht unterwegs ist. Er macht auf dem Platz manchmal verrückte Dinge und ist ein unberechenbarer Spieler. Carsten besitzt viel Erfahrung und setzt seinen Körper gut ein.

11ER: Wo liegen die Stärken von Torwart Philipp Benzkirch?

Bosl: Seit er verletzungsfrei und fit ist, besteht bei Philipp eine deutliche Tendenz nach oben. Er ist auf der Linie stark, auch beim Herauslaufen. Bei Flanken und bei hohen Bällen hat er noch Verbesserungspotenzial, weil er auch nicht der Größte ist. Philipp ist Teil der guten Defensive.