11ER: Gegen die SG Haag II glückte der dritte Sieg in Folge und damit ein weiterer Sprung nach oben. Was war bei den Erfolgen der letzten Wochen für Sie ausschlaggebend?

Frank Lamberty: Nach vier Niederlagen in Serie und ohne einen eigenen Treffer war es wichtig, erst mal die Gründe rauszufinden und was mit der Mannschaft los ist. Die Jungs mussten sich erst an ihren neuen Trainer gewöhnen und umgekehrt, denn auch für mich war es eine unbekannte Situation mit neuen Spielern. Die letzten Jahre wurden die Dinge anders angegangen, als ich sie gerne hätte. Teils wurde nur einmal die Woche trainiert. Die Spieler mussten sich also auch an das härtere Training gewöhnen. Auch daran, dass ich ein sehr direkter Trainer bin, was einigen am Anfang vielleicht nicht so gepasst hat. Ich sage frei raus, wenn es etwas zu verbessern gibt und das nicht immer in einem ruhigen Tonfall. Da muss die Chemie erst stimmen, bis die Spieler einfach das annehmen, was der Trainer gesagt hat. Es sind alles klasse Jungs und wir wachsen immer mehr zusammen. Wir entwickeln uns weiter und lassen jetzt nach Rückschlägen den Kopf nicht mehr direkt hängen.

11ER: Sie sagten einmal, dass einige Spieler im Modus einer dritten Mannschaft stecken und unter anderem die volle Einsatzbereitschaft im Training vermissen lassen. Hat sich an dieser Front Besserung eingestellt?

Lamberty: Es war wie gesagt eine Umstellung. Wenn ich aus beruflichen Gründen mal das Training abgeben muss, höre ich oft, dass nicht ganz so konzentriert gearbeitet und mehr Quatsch gemacht wurde. Die Jungs scheinen also einen Trainer an der Seitenlinie zu brauchen. Ich bin impulsiv und kitzle die Jungs gerne. Während der Spiele gebe ich ihnen viele Anweisungen – auch an einzelne Spieler. Man muss aber klar sagen, dass in den letzten Wochen einiges passiert ist. Es hat gedauert, bis sich alle ans Training gewöhnt hatten und oft wurde gemosert, dass schon wieder Kondition gebolzt wurde. Ich konnte den Jungs aber klarmachen, dass es in den letzten 20 Minuten entscheidend ist, die nötige Luft zu haben. Insgesamt hat die Mannschaft eine 180-Grad-Wende hingelegt.

11ER: Mittlerweile ist man ins Mittelfeld vorgerückt und könnte den Platz mit einem weiteren Sieg festigen. Welche Ziele haben Sie bis zur Winterpause ausgegeben?

Lamberty: Als ich die Mannschaft übernahm, habe ich einen Mittelfeldplatz als Ziel ausgegeben und das ist es auch weiterhin. Wir waren lange Zeit unten drin und es gilt jetzt, den Abstand nach unten auszubauen. Letzte Saison kam die Mannschaft mit 22 Punkten ins Ziel geschlingert – diesen Schnitt wollen wir übertreffen. 

11ER: Mit der SG Geisfeld II wartet jetzt der Tabellenletzte der Klasse, der händeringend auf Zählbares angewiesen ist. Was für einen Gegner erwarten Sie?

Lamberty: Für Geisfeld ist es eine Art Letzte-Chance-Spiel, das sie gewinnen müssen. Wir respektieren jeden Gegner unabhängig von seiner Tabellenposition und werden das gegen Geisfeld zeigen. Wir werden ins Spiel gehen, um zu gewinnen, unseren Gegner aber auf keinen Fall unterschätzen.

11ER: Wie steht es um die Personalsituation?

Lamberty: Wir können komplett aus dem Vollen schöpfen, sollte unter der Woche nichts mehr passieren. Es sollte uns also ein 17-, 18-Mann-Kader zur Verfügung stehen – ausschließlich mit Spielern unserer dritten Mannschaft. Ich höre oft, dass wir als zweite Mannschaft eine Wundertüte sind, weil immer etwas von oben runterkommen kann. Wir bekommen aber nur ganz selten Unterstützung unserer Zweiten. Aus dem einfachen Grund, weil wir für eine Dritte so viele Spieler haben.