Erst im zweiten Durchgang wurde die Trierer Eintracht ihrer Favoritenrolle in der Eifel gerecht.

Aufgrund einer starken zweiten Halbzeit und eines generierten Doppelschlags bog die Eintracht in Schleid in den zweiten 45 Minuten auf die Siegerstraße ein. Nach einem Kontakt von Sebastian Ting, der kurz vor der Pause mit einem kapitalen 30-Meter-Kracher noch an der Latte scheiterte, an Moritz Jost, nutzte Lukas Herkenroth das Momentum und traf vom Elfmeterpunkt zum 0:1 (48.). Als drei Minuten später André Thielen mit einem Kopfball nach Flanke von Taha Bayraktar auf 2:0 stellte, saß der Schock beim SVS tief. „Nach diesem Doppelschlag haben wir das Spiel völlig aus der Hand gegeben und alles über den Haufen geworfen, was wir uns in der ersten Halbzeit an defensiver Kompaktheit erarbeitet hatten. Vorher müssen wir nach einem Foul an Boris Niesen einen klaren Elfmeter bekommen. Die Eintracht hat das mit zunehmender Spielzeit clever runtergespielt. Wir können diese gravierenden Ausfälle, ich spreche konkret von zehn Spielern, die momentan nicht einsatzfähig sind, nicht kompensieren. Das Ergebnis ist definitiv zu hoch ausgefallen“, zeigte sich Schleids Trainer Taner Weins sichtlich enttäuscht von der Gesamtsituation. Vor dem 0:3, das aus einer scharfen Flanke von Fabian Wey und eines Eigentors von Jannick Rings resultierte, hatte der eingewechselte Bagok Akpinar auf 1:2 verkürzen können. Der hatte SVE-Torwart Connor Karas schon umkurvt, doch Stas Stepanchenko klärte auf der Linie. Im Gefühl des sicheren Sieges erhöhte Can Yavuz mit einem platzierten Schuss ins untere Eck auf 4:0 (81.). Während es dem SVE in der ersten Halbzeit noch an Ideen und Tempo fehlte, zeigte die Eintracht dann die reifere Spielanlage und setzte ihre Qualitäten im Abschluss gewinnbringend um. Trotz der Niederlage zeigte sich der Schleider Trainer nicht unzufrieden. „Wir waren zwar bereits in der ersten Halbzeit viel mit Defensivarbeit beschäftigt, doch wir haben geschickt die Räume verengt und es gut gemacht. Wir standen kompakt und waren auch konzentriert. Doch zurzeit können wir solche Leistungen nicht über 90 Minuten abrufen, weil uns auch die personellen Alternativen fehlen.“ SVE-Coach Kevin Schmitt zeigte sich freilich hochzufrieden mit dem Ergebnis, gestand aber auch Defizite ein. „In der ersten Halbzeit waren wir nicht wirklich präsent, agierten nicht giftig in den Zweikämpfen. Da hat mit die absolute Bereitschaft gefehlt.“ Durch eine unabdingbar notwendige Leistungssteigerung setzte der SVE dann doch zu einem Höhenflug an. „Durch die zwei frühen Tore zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir Schleid den Stecker gezogen. Dann kam auch wieder die fußballerische Komponente dazu. Über die 90 Minuten gesehen, geht der Sieg so in Ordnung“, kommentierte Schmitt. Es war der vierte volle Erfolg der Eintracht in Folge, die sich jetzt auf Rang zwei vorgeschoben hat. Der SVS muss dagegen den Blick erneut nach unten richten.
Foto: Sandra Maes