Die Brisanz dieses Duells liegt in der Tabellenkonstellation: Beide Mannschaften sind punktgleich (je 25 Zähler auf dem Konto) und außerdem Tabellennachbarn im scheinbar gesicherten Mittelfeld. Doch diese Sicherheit ist trügerisch.

Denn die Abstände zum ersten momentanen Abstiegsplatz (FSV Tarforst II) betragen zwar elf Punkte, doch eine Garantie für den Klassenverbleib ist dieses Polster nicht. Mit den knappen Siegen vor Ostern – Trier-Irsch siegte beim VfL Trier 1:0, Niederkell gewann in Kordel mit 4:3 – haben sich beide Kontrahenten aber eine gute Ausgangsposition geschaffen. Derjenige, der am Sonntag den Platz in Kell als Sieger verlässt, kann getrost für eine weitere Saison in der A-Liga planen. Keine Zweifel am künftigen Sieg lässt Niederkells Trainer Aimé Kinss aufkommen, denn gegen den Rivalen aus dem Südosten von Trier haben die Hochwälder noch eine Rechnung offen. Beim 1:6 Mitte September vergangenen Jahres wurde seine Mannschaft auf dem falschen Fuß erwischt. „Da haben wir böse auf die Mütze bekommen und deshalb noch etwas gutzumachen. Der 4:3-Sieg in Kordel gegen einen direkten Konkurrenten vor Ostern war sehr wichtig für uns. Wir wollen jetzt an diese Leistung anknüpfen.“ Im Heimspiel wollen Kinss und seine Mannen „unseren Matchplan von der ersten Minute an umsetzen. Wollen wir drei Punkte in Kell behalten, sollten wir taktische Disziplin zeigen, konsequent in der Defensive sein und akribisch verteidigen“. Für Kinss besteht der Ansatz darin, sich sowohl als Team als auch individuell weiterzuentwickeln. „Irsch ist eine spielstarke Mannschaft, die immer schwierig zu bespielen ist, doch wir wollen ein solides Heimspiel bestreiten.“ Der Kader sei breit, doch der 47-jährige Coach muss dennoch auf wichtige Spieler verzichten. So fehlen verletzungsbedingt weiterhin Johannes Huwer, Moritz Knippel (Schambeinentzündung) und Fabian André (Rückenprobleme). Nachdem beide bereits aus Verletzungen zurückgekommen waren, fallen Lukas Adams und Philipp Bischoff mit muskulären Problemen erneut aus. Julian Philippi ist dagegen aus dem Urlaub zurück und eventuell wieder eine Option. Irschs Spielertrainer Tobias Spruck fiebert nach der kurzen Osterpause der Partie im Hochwald entgegen. „Die kommenden beiden Spiele in Kell und gegen Rascheid II werden enorm wichtig sein. Dort wollen wir die maximale Punkteausbeute holen und einen entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt machen.“ Den Gegner kennt der zum Saisonende aufhörende Coach gut. „Niederkell agiert sehr zweikampfstark und ist stets präsent. Da sollten wir von Beginn an dagegenhalten, defensiv stabil stehen und vorne effizienter sein als in den letzten Wochen.“ Dass seine Mannschaft das Hinspiel mit 6:1 gewann, ist für Spruck irrelevant. „Ich kann mich noch an das Spiel zu Beginn der letzten Saison im Hochwald erinnern. Da haben wir 1:6 verloren und sind teilweise demontiert worden. Das sollte sich jetzt natürlich nicht wiederholen.“ Philipp Hermes, Steven Becker und Luca Schmitt (Außenbandriss am Fuß) fehlen verletzungsbedingt. Spruck selbst ist angeschlagen und sein Einsatz ungewiss. Er hofft, dass Florian Meo an Bord ist und berufsbedingt nicht ausfällt. „Florian Meo ist aufgrund seiner Erfahrung und seiner Abgezocktheit als rechter Außenverteidiger ein sehr wichtiger Spieler für uns. Auch als Freistoßschütze hilft er uns enorm“, weiß Spruck um die Stärken des 29-Jährigen. Meo hatte beim 1:0 in Osburg das entscheidende Tor erzielt. Auf welcher Position Luca Sasso-Sant zum Einsatz kommen wird, lässt Spruck offen. „Luca hat höherklassig gespielt, kann in der Abwehr aber auch im Angriff eine Option sein. Das entscheiden wir relativ kurzfristig“ 

Kell, Sonntag, 7.4., 15.00h

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