Was kommt da auf die Liga zu? Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel setzte Rot-Weiss Wittlich nicht nur seine kleine Erfolgsserie fort, sondern machte auf eindrucksvolle Weise deutlich, dass mit ihnen im Titelkampf zu rechnen ist. Mit dem FC Bitburg, der Leiwen beim 6:0 ohne Chance ließ, und der Schweicher Mosella, die dem Schillinger Team binnen fünf Minuten Halbzeit-übergreifend drei Buden einschenkte, haben sich die drei Favoriten in Position gebracht. Zu diesem Trio gesellen sich mit der SG Wittlich und der SG Körperich zwei Teams, denen ein solcher Start kaum zugetraut werden durfte. Überraschend: Ruwertal ist nach zwei Spielen noch ohne Punkt.
TuS Schweich – TuS Schillingen
3:0 (2:0)
Schillingens Coach Gerd Morgen fasste sich kurz: „In der ersten Halbzeit haben wir noch ein paar gute Konter gehabt, aber jedes Mal die falschen Entscheidungen getroffen und in kurzer Zeit zwei Gegentore gefangen. Vielleicht hat dem ein oder anderen noch die Keller Kirmes in den Knochen gesteckt.“ So hatte Christoph Becker zwei Minuten nach der Halbzeit nach Pass von Lukas Michels freistehend aus fünf Metern die Riesenmöglichkeit für den Anschluss ausgelassen. Aus zentraler Position hatte Martin Klar im Schweicher Tor keine Mühe. Im Gegenzug fiel das entscheidende 3:0, als Steve Kirchen frei in die Konterräume gestartet war. Rückblende: Zwei Minuten vor der Halbzeit bescherte sich Schweich nach einer Direktkombination über Marc Pitsch und Stephan Schleimer durch Philipp Seeberger die Führung. Mit dem Halbzeitpfiff traf Schleimer in Folge eines Eckballs mit einer Direktabnahme zum 2:0. „Schillingen hat auf Konter gesetzt. Wir wollten auch in der zweiten Halbzeit das Tempo hochhalten, um Spielkon-
trolle zu bekommen, sind aber auch nicht mehr das letzte Risiko gegangen“, beschrieb Schweichs Coach Jochen
Weber die Partie.
Rot-Weiss Wittlich – SG Bettingen
8:1 (6:0)
Im Aufsteigerduell ließ RW Wittlich den Eifelern nicht den Hauch einer Chance. Bereits nach fünf Minuten hatte Kevin Arbeck per Doppelpack getroffen. Gjergj Prebreza stellte in der 17. Minute auf 3:0, bevor ein Dreifachschlag vor der Pause eine 6:0-Führung ermöglichte. Meliani Saim (zwei) und erneut Arbeck hatten getroffen. Im zweiten Durchgang ließ es Wittlich etwas ruhiger angehen und kontrollierte das Spiel nach Belieben. Arbeck setzte in der 75. Minute das 7:0, bevor Johannes Enders der Bettinger Ehrentreffer gelang. Den Schlusspunkt setzte Arbeck mit seinem fünften Treffer zwei Minuten vor Schluss. Wittlichs Sportchef Mehmet Akin: „Wir haben ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Mannschaft hat die Vorgaben des Trainers nahezu perfekt umgesetzt: defensiv solide stehen, Ball laufen lassen, schnell umschalten und Abschlüsse suchen.“ Bettingens Torwart Christian Poss verhinderte mit vier, fünf starken Paraden ein zweistelliges Ergebnis. „Wir haben die Gegenspieler mit dem Fernglas gedeckt und kamen überhaupt nicht in die Zweikämpfe. Die zwei frühen Tore haben uns die Moral genommen“, sah Bettingens Trainer Marco Wallesch eine desolate Abwehrleistung.
SG Körperich – SG Ruwertal
4:1 (1:0)
Obwohl die entscheidenden Tore spät fielen, hätte Körperich bereits zur Halbzeit alles klarmachen können. Zunächst nutzte Martin Marx einen Schnittstellenpass von Andre Röll mit einem Lupfer über Keeper Felix Kloy hinweg zur Körpericher Führung. Röll hatte allein auf Kloy zulaufend die Chance zum 2:0 und scheiterte ebenso wie zehn Minuten später, als der Ruwertaler Torwart einen Kopfball Rölls herunterpflückte. Ruwertal kam stärker raus und drängte auf das Anschlusstor, doch „mitten in unsere Drangphase haben wir durch ein schlechtes Abwehrverhalten das 0:2 bekommen. Aufgrund der Spielsituation haben wir dann zwei späte Gegentore kassiert“, sprach SGR-Coach Jan Stoffels von einer verdienten Niederlage. Philip Kartz hatte zwar per Freistoß das 1:2 erzielt, doch Körperichs Abwehr ließ danach nichts mehr zu. Als Röll nach einem Konter zentral Noah Prinz auflegte und dieser mit einem Gewaltschuss aus sieben Metern zum 3:1 netzte, war die Partie durch. Marx erhöhte einen Moment später auf 4:1 (88.). „Ich bin sehr zufrieden, das war eine super Leistung meiner Jungs. Wir haben uns nach dem 1:2 schnell erholt und nichts mehr zugelassen“, freute sich Körperichs Coach Frank Hermes über den zweiten Sieg im zweiten Spiel.
FC Bitburg – SV Leiwen
6:0 (3:0)
Da Rudi Thömmes am Samstag mit der SV Elversberg unterwegs war, betreute Rudi Schäfer das Leiwener Team in Bitburg. Der sah einen „hochverdienten Sieg“ der Bierstädter, doch bitter waren „vier Gegentore, die aus groben, individuellen Fehlern entstanden sind“. Schäfer weiter: „Man kann in Bitburg verlieren – das ist eine spielstarke und auf allen Positionen top besetzte Mannschaft –, doch was mich nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass wir im ganzen Spiel nur zwei, drei Torchancen hatten.“ Gustav Schulz wurde mit drei Mann gedoppelt und hatte einen schweren Stand. Leiwen hielt eine knappe halbe Stunde gut dagegen, doch mit einem Doppelschlag binnen fünf Minuten knackten die Bierstädter das Leiwener Bollwerk. Nach einem Konter über Arthur Schütz war Arthur Hartwick in die Gasse gestartet und netzte ebenso cool wie kurze Zeit später Daniel Braun, der nach einem Eckball und einer genialen Vorarbeit von Jannik Grün auf 2:0 stellte. Schütz gelang kurz vor der Pause das dritte Tor. „Spätestens mit dem zweiten Tor habne wir Leiwen komplett den Zahn gezogen. Leiwen brachte nach vorne keine wirkliche Gefahr für unser Tor. Lediglich Gustav Schulz hat zweimal aufs Tor geschossen“, bilanzierte FC-Coach Fabian Ewertz. Simon Floß (59.), der zuvor zwei Hundertprozentige hatte, traf nach Vorarbeit von Hartwick zum 4:0. Grün war es, der nach einer Ecke am zweiten Pfosten stehend nur den Fuß hinzuhalten brauchte, um das 5:0 zu markieren. Das halbe Dutzend machte schließlich Kevin Fuchs voll, der einen Angriff von Braun über die linke Seite abschloss. Schäfers Kommentar: „Nach dem 0:4 haben wir die Köpfe hängen lassen.“
SG Badem – SG Arzfeld
0:6 (0:1)
Badems Trainer Roger Reiter brachte den Auftritt seiner Mannschaft so auf den Punkt: „Es war ein Tag der offenen Tür, bei dem wir im Kollektiv versagt haben. Es ist alles zusammengekommen: Fehler in der Abwehr, nicht richtig dagegengehalten und harmlos im Angriff. Es war ein Schuss vor den Bug – wir müssen das ganz schnell abhaken.“ 13 Minuten waren gespielt, als Manuel Mombach Arzfeld in Führung brachte. Drei weitere Hochkaräter wurden Beute des guten Bademer Torwarts Simon Eppers, bevor im zweiten Durchgang Andreas Theis persönlich sowie Pascal Krämer, Julian Propson, Joschka Trenz und erneut Mombach das halbe Dutzend für Arzfeld voll machten. „Nach dem 3:0 war die Gegenwehr von Badem gebrochen – wir waren von Anfang an die tonangebende Mannschaft“, sah Arzfelds Spielertrainer Theis nach dem Wechsel nur einen Bademer Abschluss.
SG Saartal Schoden – SG Wittlich
1:3 (1:2)
„Die Niederlage ist absolut verdient, weil Wittlich sehr diszipliniert gegen den Ball gearbeitet und ein schnelles Umschaltspiel gezeigt hat, mit dem wir nicht zurechtkamen. Durch unnötige Ballverluste haben wir den Gegner eingeladen“, haderte Saartal-Coach Heiko Niederweis. Raphael Ney brachte nach einem Solo bereits in der dritten Minute den Ball an Jonas Krista vorbei – 0:1 (3.). Lukas Kramp verwertete eine Flanke von Lucas Jakob zum Ausgleich (33.). Noch vor der Pause die erneute Gästeführung, als Ney mit seinem zweiten Treffer nach Zuspiel von Patrick Schmidt einen Stellungsfehler der Heimelf bestrafte. Spielglück besaßen die Säubrenner, als Kramp mit einer Riesenchance das 2:2 vergab. Den Deckel legte neun Minuten vor Schluss Johannes Endres drauf, als der Außenverteidiger mit aufgerückt war. Glück hatte Wittlich, als eine Grätsche von Lukas Follmann an Kramp nicht mit Elfmeter geahndet wurde. „Es hat gepasst, wir hatten die klareren Chancen und ein gutes Umschaltspiel“, freute sich Wittlichs Trainer Christoph Krähling über den zweiten Sieg.
SG Wallenborn – SG Rascheid
3:2 (2:1)
In einem guten Fußballspiel mit Kampf, Einsatz und Tempo blieben die Siegpunkte in der Vulkaneifel. Benny Duckart und ein Elfmeter-Tor von Sebastian Hilgers ließen Wallenborn in Front ziehen, ehe Sven Gaspers verkürzte. Nach der Ampelkarte gegen Rascheids Sebastian Breit mussten die Hochwälder die letzte halbe Stunde in Unterzahl spielen. Dennoch gelang durch Robin Moser der Ausgleich zum 2:2. Doch die SGW hatte mit dem Siegtreffer von Duckart nach Zuspiel von Peter Esch das bessere Ende für sich.