Da gab es am letzten Spieltag allerhand Überraschendes. Bitburg weckte mit einem 2:1 in Stadtkyll die Lebensgeister und hat sich nochmals im Titelkampf zurückgemeldet. Durch die Niederlage des Primus aus Auw schaffte es die Mosella aus Schweich, mit einem 3:1 gegen Ralingen wieder bis auf vier Punkte zum Leader aufzuschließen. Dagegen scheint Wallenborn nach der 1:4-Pleite in Wittlich aus dem Rennen zu sein. Und Ruwertal? Die Stoffels-Elf blieb auch im 20. Spiel in Folge unbesiegt und rang Niederemmel in einem Abnutzungskampf mit 2:1 nieder. Dadurch sind die Moselaner weiterhin Tabellenvorletzter, eine Rettung wird unwahrscheinlicher.
SG Geisfeld – SG Kyllburg
0:2 (0:1)
Beiden steckte das Mittwoch-Spiel noch in den Knochen, sodass es mit angezogener Handbremse in die erste halbe Stunde ging. Geisfeld besaß ein optisches Übergewicht, doch insgesamt war es eher ein ausgeglichenes Spiel. Die Hausherren hatten es nicht so mit der Chancenverwertung, so wurden die ersten zwei Möglichkeiten sträflichst ausgelassen. Das nahm Kyllburg zum Anlass, selbst in die Gegenstöße zu gehen. Einen dieser Konter nutzte Daniel Robertz nach einer präzisen Flanke von Tobias Stoffel mit einem Heber über Justin Derigs im Geisfelder Tor zum Führungstreffer (19.). Auch im zweiten Durchgang nutzte die Zeimet-Elf ihr Chancenplus nicht und musste in der 58. Minute mit ansehen, wie Kyllburg mit dem 2:0 die Entscheidung erzwang. Michael Nierobis legte mit einem Solo über den halben Platz den Kyllburger Deckel schließlich obendrauf. In der Schlussphase entschärfte Kyllburgs Keeper Simon Eppers zwei weitere Hochkaräter von Pascal Eli und Andre Lochen großartig. „Heute waren wir clever und effizient“, freute sich Kyllburgs Coach Roger Reiter, der die Mannschaft unter seiner Ägide in vier Spielen zu acht Punkten und damit aus der unmittelbaren Abstiegszone führte.
SG Saartal Irsch – TuS Schillingen
1:1 (1:1)
Schillingens Trainer Gerd Morgen brachte den Ausgang der Partie vor 400 Zuschauern in Schoden so auf den Punkt: „So glücklich, wie Ruwertal letzte Woche bei uns Remis spielte, so glücklich haben wir mit dem 1:1 in Schoden den Punkt geholt.“ Und holte gleich noch weiter aus: „Mein Eindruck war, dass es ein Kampf ohne Ende und kein gutes Fußballspiel von uns war. Wir haben früh gemerkt, dass das ein echtes Abstiegsspiel war. Haben wir gegen Ruwertal noch richtig gut Fußball gespielt, ist das in Schoden ins Gegenteil umgeschlagen.“ Tobias Anell traf zwar mal wieder, doch die drei anderen Großchancen, die er ausließ, verhinderten einen positiven Ausgang. Der wieselflinke Schillinger Angreifer hatte in der 25. Minute einen Pass von Mark Münker aufgenommen und war allein auf den Irscher Torwart Jonas Krista zugelaufen. Weil er im Anschluss daran zwar seine Nebenleute bediente, diese aber zu zögerlich agierten und nicht den Torschuss wagten, blieb die Schillinger Angriffswucht im Ansatz stecken. Noch vor der Pause stellte Nicolas Jakob nach feiner Vorarbeit von Dominik Lorth mit dem längst verdienten Ausgleichstreffer den Endstand her. Irschs Trainer Heiko Niederweis trauerte den Chancen nach. „Das 0:1 fiel aus dem Nichts, bis auf zwei Kontermöglichkeiten hatte Schillingen nichts. Leider hat uns die letzte Konzentration gefehlt, doch Schillingens Torwart war echt stark. So haben wir nach dem Spiel zwei Punkte zu wenig.“
SG Buchholz – SV Leiwen
3:2 (1:1)
Zwei Tage nach der 2:3-Schlappe in Hasborn warfen Leiwens Trainer Herbert Herres und Ralf Thömmes die Brocken hin. Die Niederlage in der Eifel kam für Herres so überraschend nicht. „Wir haben verdient verloren, weil ein Großteil der Mannschaft nicht richtig fit ist. Zum Schluss haben wir mit vier Leuten aus der zweiten Mannschaft gespielt.“ Herres holte noch weiter aus: „Wenn du im Training wochenlang mit nur sechs, sieben Leuten auf dem Platz stehst, dann wird es schwierig – nicht nur in der Bezirksliga. Ralf und ich haben keine Lösungsansätze mehr gefunden.“ Herres‘ Söhne Patrick und Mario werden weiterhin als Spieler auflaufen. „Es sind noch 27 Punkte zu vergeben, die Jungs müssen den Karren jetzt selbst aus dem Dreck ziehen“, so der zurückgetretene Coach. Zweimal kamen die Leiwener ins Spiel zurück, als Taner Weins und Patrick Herres per Foulelfmeter Buchholzer Führungen ausglichen. Buchholz machte ein gutes Spiel und lieferte auch spielerisch eine ansprechende Leistung ab. Zudem hatte Trainer Lukas Reffke ein goldenes Händchen bei seinen Einwechslungen. Yannic Nau war erst zehn Minuten in der Partie, als er für den Torschützen des 1:0, Michael Zirbes, ins Spiel kam und zum 2:1 traf (60.). Siegtorschütze Dennis Schiffels traf nach seiner Einwechslung in der 79. Minute mit seinem ersten Ballkontakt. Und Christopher Borsch, der ebenfalls in die Partie kam, bereitete das 3:2 mustergültig für Schiffels vor. „Heute war der absolute Wille zu sehen, wir haben uns auch nach dem 2:2 nicht aus dem Konzept bringen lassen“, lobte Reffke das gesamte Team.
SG Daleiden – SG Geichlingen
0:2 (0:1)
Nach dem 2:1 im Hinspiel blieb der Aufsteiger auch im zweiten Spiel siegreich. „Der Sieg geht in Ordnung, ist aber ein Tor zu hoch. Wir haben das Quäntchen Glück beansprucht, waren energischer und bissiger. Es war in der zweiten Halbzeit eine geschlossene Mannschaftsleistung, keiner ist abgefallen“, freute sich Geichlingens Coach Frank Hermes über den nicht eingeplanten Dreier. Martin Marx versenkte eine Flanke von Andre Röll per Kopf zur Gästeführung, bevor Geichlingen in der 58. Minute einen Konter gut ausspielte und Marx diesmal die Vorlage für das Tor von Jannick Böwen gab. Daleidens Trainer Andreas Theis trauerte den Chancen nach: „Lukas Lichter und Dennis Schilling verpassten die Führung, danach haben wir den Faden verloren und in den Zweikämpfen nachgelassen. Unsere Standards haben heute nicht gefruchtet.“
TuS Schweich – SG Ralingen
3:1 (2:1)
Mosella-Coach Jochen Weber fasste die Partie so zusammen: „Wir geraten wieder in Rückstand und waren in den ersten 20 Minuten gar nicht gut im Spiel. Wir kommen durch einen Handelfmeter zurück, bekommen mehr Spielkontrolle. Es war kein besonders gutes Spiel, weil wir das 3:1 wieder relativ spät machen. Der Sieg ist aber auf jeden Fall verdient.“ Stefan Keuler brachte die Sauertal-SG in Front (11.), ehe Stephan Schleimer einen Handelfmeter zum Ausgleich in die Maschen setzte. Markus Oltmanns traf noch vor dem Pausengetränk nach einem Eckball zum 2:1. Erst in der Schlussphase brachte Schweich mit dem Treffer von Leon Rößler den 15. Saisonsieg unter Dach und Fach.
SG Neuerburg – SG Wallenborn
4:1 (3:1)
Mit dem ersten Sieg im Jahr 2019 setzte die Elf von Markus Schwind die Serie ihrer guten Leistungen fort, nur mit dem Unterschied, mal wieder einen Dreier eingefahren zu haben. „Wir haben auch gegen Ralingen und gegen Kyllburg schon einen sehr guten Fußball gezeigt, doch unsere Torchancen nicht gemacht. Wir haben das Gegentor gut verkraftet und sind zurückgekommen. Es freut mich besonders für Nils Thörner, dass er in seinem Abschiedsspiel noch ein Tor gemacht hat. Aber er trifft ja immer gegen Wallenborn.“ Raphael Ney brachte Neuerburg in Führung, doch Kasper Wlodarek egalisierte. Wittlich blieb am Drücker und legte mit den Treffern von Alex Mittler und wiederum Ney zum 3:1 den Grundstein für den sicheren Sieg. Den Schlusspunkt setzte der am kommenden Freitag in Pforzheim seinen OP-Termin wahrnehmende Thörner mit dem vierten Treffer in der 70. Spielminute.
SG Ruwertal – SV Niederemmel
2:1 (1:0)
Die nun seit 20 Spielen ungeschlagene SG Ruwertal mühte sich gegen den Vorletzten zu einem 2:1-Erfolg. Die Heimelf legte durch einen 18-Meter-Distanzschuss von Philip Kartz unter dem Gästekeeper hindurch das 1:0 vor. Der wieder genesene Sebastian Schäfer setzte sich anschließend (52.) im Sechzehner durch und hämmerte die Kugel mit dem rechten Fuß in den linken Winkel zum 1:1. Die Freude über den Ausgleich währte bei den kämpferisch sehr engagierten Piesportern nicht lange, denn nur einen Wimpernschlag später gelang Marvin Renner in seinem ersten Spiel von Beginn an der Siegtreffer, nachdem Kartz‘ Distanzschuss von Lars Görgen nur nach vorn abklatschte. Niederemmels Luca Hermandung flog mit der Ampelkarte vorzeitig vom Platz (77.) und wird den Moselanern genauso wie der verletzte Benedikt Vogedes im nächsten Spiel fehlen. SGR-Trainer Jan Stoffels: „Es war ein mühevoller Sieg gegen einen Gegner, der sich nie aufgegeben hat. In den letzten zehn Minuten hätten wir Tore nachlegen müssen.“