Durch den hart erarbeiteten 3:1-Sieg in Piesport und der schwächelnden Konkurrenz durfte die SG Schneifel ihren Vorsprung auf sieben Punkte ausbauen. Wenn jetzt auch noch ein Sieg gegen den FC Bitburg hinzukommen sollte, wäre die Stölben-Truppe wohl nur noch schwer aufzuhalten, im nächsten Jahr das Abenteuer Rheinlandliga anzugehen. Denn der Schweicher Mosella glückte erst in der Nachspielzeit das glückliche 2:2 in Kyllburg. Da auch Bitburg seine Überlegenheit ungenutzt ließ und Daleiden mit dem einzigen wirklich gefährlichen Angriff traf, müssen die Bierstädter um jeden Preis gewinnen – und das nicht nur in Stadtkyll am Samstag. 

SV Niederemmel – SG Schneifel
1:3 (0:1)
Das frühe Führungstor verhalf den Gästen aus der Schneifel zu gewohnter Sicherheit, obwohl Coach Jörg Stölben befand, dass „wir heute kein gutes Spiel gemacht haben, weil wir zunehmend den langen Ball ausgepackt haben. Wir haben uns auch nur wenige Möglichkeiten erspielt“. Den Gästen spielte in die Karten, dass nach feinem Pass von Marco Michels dessen Sturmkollege Jan Pidde mit Tempo vor Emmels Torwart Lars Görgen auftauchte, diesen umkurvte und dann ins leere Tor traf. Erst danach wachte die Heimelf auf und kam nach 53 Minuten durch ihren Torjäger Benedikt Vogedes zum verdienten Ausgleich. In der Folge drängte der Aufsteiger auf den Führungstreffer, doch Auw bemühte das Glück. Eine Viertelstunde vor Schluss nutzte die SG Schneifel einen Abwehrfehler zum erneuten Führungstreffer, als Pidde früh ins Pressing ging und einen Ballverlust erzwang. „Nach dem 2:1 haben wir dann endlich das Spiel kontrolliert und anschließend den Deckel draufgelegt“, sagte Stölben erleichtert. Denn fünf Minuten vor Ultimo legte Michels präzise quer auf Hamper, der keine Mühe hatte einzuschieben. „Wir waren lange Zeit nicht zwingend genug, Niederemmel hat sich gut gewehrt. Es war ein Arbeitssieg“, kamen Stölben und seine Elf an der Mittelmosel noch mal mit einem blauen Auge davon.

SV Leiwen – SG Saartal Irsch
1:2 (0:1)
Die wieder tief im Abstiegskampf befindlichen Saartaler entführten verdient die Siegpunkte von der Mittelmosel. Leiwens Trainer Herbert Herres brachte das nach 90 intensiven Minuten auch so auf den Punkt: „Man muss ehrlich sagen und darf auch nicht blauäugig sein: Irsch hat das Spiel verdient gewonnen, weil es den Sieg ein Stück weit mehr wollte.“ Die Hausherren mussten mit einem dezimierten Kader in diese Partie gehen. Der lange verletzte Michael Scholtes musste auf der für ihn ungewohnten Position des Linksverteidigers als elfter Mann aushelfen. Ohne Calvin-Luca Rosen, Mario Herres und Christopher Monzel waren Herres auf allen Positionen die Hände gebunden. Für die Moselaner spricht, dass diese nach dem Rückstand in der 35. Minute durch Dominik Lorth Moral zeigten sowie Laufbereitschaft und kämpferische Qualitäten offenbarten. Denn nach einem Freistoß von Patrick Herres stand Raphael Thömmes goldrichtig und nickte per Kopf ein – 1:1 (62.). Weil die Saartaler in den letzten 20 Minuten mehr investierten, kamen diese wiederum durch Lorth zum Siegtreffer. Weil David Krickel bereits mit Gelb vorbelastet war und sich zwei Minuten vor Schluss zu einem Schubser an seinem Gegenspieler hinreißen ließ, sah der Leiwener Verteidiger konsequenterweise die Ampelkarte.

FC Bitburg – SG Daleiden
0:1 (0:0)
Ohne acht Stammspieler im Team musste Fabian Ewertz seine Mannschaft auf mehreren Positionen umstellen. Aus der Vierer-Abwehrkette wurde eine Zweierkette. Dennoch warf der FC alles nach vorne, fuhr einen Angriff nach dem anderen – aber ohne zählbaren Erfolg. Keeper Robin Strellen musste lediglich einmal ernsthaft eingreifen. Der FC Bitburg übte von Beginn an enormen Druck aus und besaß gefühlt 80 Prozent Ballbesitz, doch die Abwehr der Westeifeler um die umsichtig agierenden Innenverteidiger Andreas Munkler und Jan Mayers ließen kaum etwas zu. Und wenn mal was auf die Hütte flog, war da noch Torwart Florian Moos zur Stelle. „Ab der 76. Minute wurde das Spiel offener, durch gute Umschaltmomente hätten wir auch früher das 1:0 machen können“, befand SG-Trainer Andreas Theis. Der freute sich natürlich diebisch, nachdem in der 86. Minute ein schulbuchmäßiger Konter über Florian Arens von Pascal Krämer abgeschlossen wurde. Bitburgs Coach dagegen haderte mit der Chancenverwertung und dem Ausbleiben des finalen Passes. „Wir haben den Ball gut laufen lassen und kontrolliert gespielt, waren aber trotz unserer optischen Überlegenheit nicht durchschlagskräftig genug. Es ist extrem ärgerlich, wenn man bei so einer Aktion des Gegners pennt.“ Seitdem beide gemeinsam in der Bezirksliga spielen, war es nun schon der dritte Sieg der
Daleidener aus vier Partien.
SG Kyllburg – TuS Schweich
2:2 (0:0)
„Das war eine komplette Lotterie auf dem staubtrockenen, knüppelharten Platz. Es kam kein Spielfluss zustande, viele Unterbrechungen machten ein Kombinationsspiel unmöglich. Wir mussten alle Register ziehen“, zeigte sich Schweichs Coach Jochen Weber vor allem mit den äußeren Rahmenbedigungen genervt. Die erste Halbzeit war komplett ausgeglichen, lediglich Daniel Robertz besaß eine dicke Chance der Hausherren (45.). Nach einem Pass in die Tiefe von Pierre Valerius nahm Mike Schwandt die Kugel in höchstem Tempo mit, drehte sich und schob zur Kyllburger Führung ein. Anschließend hatte Patrick Rings das 2:0 auf dem Fuß, als er allein auf Mosela-Keeper Martin Klar zulief. Stattdessen kam Schweich zurück und glich durch einen von Stephan Schleimer erzielten Handelfmeter aus (70.). Als Tobias Stoffel sieben Minuten vor Schluss das Kyllburger 2:1 markierte, schien die Partie gelaufen. Weber beurteilte die Szene so: „Das war Slapstick: Der Torwart kam raus, wurde zweimal ganz komisch angeschossen und Stoffel lag plötzlich der Ball vor den Füßen.“ Der holte dann noch weiter aus: „Nach dem 1:2 war ich mir nicht mehr so sicher, ob wir noch was mitnehmen würden.“ Denn in der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte Steve Kirchen nach Vorarbeit von Philipp Laux, der in Thomas-Müller-Manier drei Gegenspieler austanzte, für den Lucky Punch zum 2:2. „Der Fehler in der Abwehr, der zum 2:2 führte, darf so nicht passieren. Nach dem Spiel muss ich sagen, dass wir heute zwei Punkte verloren haben. Für mich war es ein unverdientes Unentschieden“, sah Kyllburgs Trainer Roger Reiter nicht, wer um die Meisterschaft und wer um den Abstieg spielte.

SG Geichlingen – SG Geisfeld
0:3 (0:1)
Geisfelds Trainer Timo Zeimet freute sich vor allem über den Auftritt von Andre Lochen, der als Joker zum Matchwinner avancierte. „Andre kam für Jannik Marx rein und hat die entscheidenden Tore gemacht. Wir besaßen die reifere Spielanlage und haben nach den zwei Niederlagen zuvor eine Reaktion gezeigt. Ich denke, es war ein gutes Spiel von uns. Wir sind der verdiente Sieger.“ Nach Vorarbeit von Lukas Jonas traf Christian Alt zur Gästeführung (25.). Kurz vor der Halbzeit hätte der Geisfelder Routinier, der im Mittelfeld geschickt die Fäden zog, auf 2:0 stellen können, doch sein Schuss klatschte an die Latte. Als Nachteil stellte sich die Verletzung von Geichlingens Noah Prinz (14.) heraus, der mit Risiko in ein Kopfballduell ging und sich mit einer Schnittwunde über der Augenbraue in krankenhausärztliche Betreuung begeben musste. Mitten in die Geichlinger Drangphase hinein, „bei der wir einen Elfmeter kriegen müssen, haben wir die entscheidenden Konter gefangen“, befand Geichlingens Trainer Frank Hermes. Zwei dicke Chancen von Andre Röll und Tim Nottinger parierte Geisfelds Keeper Justin Derigs überragend. „Ich muss auch feststellen, dass vier, fünf Spieler nicht ihre Normalform hatten. Die Niederlage geht in Ordnung.“ Mit seinen Jokertoren in der 80. und 88. Minute sicherte Andre Lochen den Hochwäldern den Sieg.

SG Ralingen – SG Neuerburg
1:1 (0:0)
Nach ausgeglichenem ersten Durchgang erzielte Daniel Mehrfeld kurz nach Wiederbeginn die Gästeführung. Ralingen kam mit Mentalität zurück, nutzte aber einen Elfmeter nicht zum Ausgleich, nachdem Stefan Keuler im Strafraum gefoult wurde, Benny Schröder jedoch vergab. Ein Torwartfehler ermöglichte Tim Wagner in der 67. Minute den Ralinger Ausgleich.

SG Wallenborn – SG Buchholz
3:0 (3:0)
Gegen das Schlusslicht aus Manderscheid reichte Wallenborn eine gute Halbzeit zum Sieg. Sebastian Hilgers versenkte einen an Sebastian Zimmer verursachten Foulelfmeter zum 1:0 (9.). Zimmer nutzte noch im ersten Durchgang seine Freiräume und stellte den Sieg der Hausherren quasi im Alleingang sicher. Pascal Haak und Patrick Hunz leisteten die jeweilige Vorarbeit.