Die Bezirksliga hat jetzt richtig Fahrt aufgenommen – sowohl an der Spitze als auch im Tabellenkeller geben die Mannschaften 100 Prozent. Nach den Siegen von Auw und Schweich hat sich der FC Bitburg zur dritten Kraft entwickelt. „Schuld daran“ ist das Team aus Wallenborn, das überraschenderweise im Sauertal unterlag. Und das, obwohl die Zimmer-Truppe im Vorjahr noch als strahlender 8:1-Sieger den Kunstrasen von Godendorf verließ. Doch die Zeiten ändern sich, das Geschäft ist schnelllebig. So kämpfen auch die Kellerkinder wöchentlich ums sportliche Überleben. Ralingen und Geichlingen sind Beispiele dafür, dass sich diese Teams noch längst nicht aufgeben.
SG Ruwertal – SG Saartal Irsch
3:0 (1:0)
Im Nachholspiel setzte sich die gastgebende SG Ruwertal am vergangenen Mittwoch klar und deutlich gegen ein schwaches Team aus dem Saartal durch. Das 3:0 war Ausdruck der überlegenen Spielweise der Stoffels-Elf, die damit im 17. Spiel in Folge ungeschlagen blieb. Der Trainer jedenfalls war zufrieden. „Wir haben über 90 Minuten eine überzeugende Leistung gezeigt, müssen nur früher in Führung gehen. Es hat mich gefreut, dass die Mannschaft so geschlossen und stabil agierte“, war Jan Stoffels die Erleichterung des nächsten Zu-Null-Spiels anzusehen. Die Tore fielen zudem zu strategisch guten Zeitpunkten. Tim Herres markierte mit dem Halbzeitpfiff die Ruwertaler Führung. Ruben Herres war es, der nach einer weiteren Drangperiode die Hausherren in der 71. Minute mit dem 2:0 endgültig auf die Siegerstraße brachte. Den Schlusspunkt unter eine tadelsfreie Vorstellung setzte Maximilian Becker mit dem 3:0. Einziger Wermutstropfen für die SGR: Winterneuzugang Christopher Cartus verletzte sich in der 22. Minute. Für ihn kam anschließend Sven Meyer in die Partie. Bemerkenswert: Schiedsrichter Dominik Franklin aus Laufeld zückte in einem sehr fairen Spiel nur zweimal Gelb.
SG Schneifel Auw – TuS Schillingen
5:2 (4:1)
Titelreif präsentierte sich das Team aus der Schneifel. Mit einem überzeugenden 5:2-Erfolg hat der Ligaprimus die heiße Phase des Titelkampfes eingeläutet. Der für den grippekranken Coach Jörg Stölben einspringende Stephan Simon sah einen über weite Strecken beherzten Auftritt seiner Mannschaft. „In unserer Drangphase hatten wir viel Raum übers Zentrum und die Außenpositionen. Und die haben wir gnadenlos ausgenutzt.“ Er fügte an, dass „wir in der zweiten Halbzeit den Vorsprung verwaltet und einen Gang herausgenomemn haben“. Nachdem Jan Pidde kurz vor dem Strafraum geschubst wurde, sich Marco Michels entschlossen den Ball zurechtlegte und den Freistoß an die Lattenunterkante hämmerte, legte die Schneifel bereits in der achten Minute vor. Dass es zwischen der 25. und 29. Minute gleich dreimal in kurzen Abständen im Schillinger Kasten einschlug, konnte selbst Coach Gerd Morgen nicht erklären. „Wir haben über 30 Minuten eine Lektion erteilt bekommen. Auw spielte superschnelle Konter, denen wir nicht gewachsen waren.“ Klaus Hamper nutzte eine Vorarbeit von Pidde zum 2:0 (25.), ehe ein Kopfball von Michels nach Zuspiel von Jonas Weberskirch das 3:0 bedeutete. „Der Kopfball schien haltbar“, bemerkte Simon nach der Partie. Das 4:0 von Christian Babendererde resultierte aus einem Eckball von Stephen Kinnen, als der Torschütze den Ball volley ins Eck setzte. Weil einmal die Zuordnung nicht passte, kam Schillingen durch Haiko Wagner mit dem Pausenpfiff zum 1:4. Lange Zeit plätscherte die Partie im zweiten Durchgang höhepunktlos dahin, doch Jonas Meier traf für die Gäste zum 2:4. Nur leider zu spät, wie TuS-Coach Gerd Morgen befand. Im Gegenzug legte Pidde mit dem 5:2 den Deckel drauf. Simon verzichtete auf Lobhudelei bei seiner Analyse und sprach dem Team eine gute Leistung zu. „Egal, wer an der Seitenlinie steht, die Jungs ziehen immer super mit und wollen stets das Optimale herausholen.“
SG Ralingen – SG Wallenborn
3:1 (0:1)
Ein deutliches Zeichen im Abstiegskampf sendete die SG Sauertal an die Konkurrenz. Gegen den bisherigen Titelkandidaten aus Wallenborn zog Ralingen im zweiten Durchgang ein fantastisches Offensivspiel auf und drehte die Partie. Denn bis zum Pausengetränk zeigte sich Wallenborn als respektlos agierende und souverän auftretende Truppe, die um den Titel mitspielt. Benny Duckart kam 20 Meter vor dem Tor an den Ball und schloss einen Angriff über Patrick Schmitz und Sebastian Zimmer zur Gästeführung ab. Nach einem aufziehenden Hagelsturm und zehnminütiger Unterbrechung kam Ralingen mit Esprit und großer Entschlossenheit aus der Kabine. „Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt, dass ich ihnen nichts vorzuwerfen habe. Sie sollten die Bälle erobern, schnell ins Umschaltspiel kommen und Abschlüsse generieren. Das haben sie dann hervorragend umgesetzt. Wir waren zudem sehr effektiv“, zeigte sich Ralingens Coach Martial Servais nach einer Halbzeit mit angezogener Handbremse anschließend erleichtert. Stefan Keuler markierte allein auf die Kiste rennend den Ausgleich, als Jannik Stadler zuvor im Mittelfeld den Ball eroberte, auf Marco Port spielte und dieser auf Keuler durchsteckte. Auch das 2:1 durch Tim Wagner war sehenswert: Wagner lief gekonnt ein und verwertete einen Freistoß aus dem Halbfeld per Kopf (71.). Wallenborn fiel nichts mehr ein und so war es logisch, dass die Hausherren noch einen draufsetzen durften. Nach Vorarbeit von Port traf der eingewechselte Andreas Mayer zum schlussendlichen 3:1 (85.). „Endlich mal wieder drei Punkte. Unser Matchplan, kein Raum für deren Offensive zuzulassen, ist aufgegangen“, sagte Servais nach der Partie.
SG Ruwertal – SV Leiwen
3:0 (1:0)
Die SG Ruwertal setzte ihre Erfolgsserie auch gegen den SV Leiwen-Köwerich fort. Die Stoffels-Elf wiederholte ihren 3:0-Hinspielerfolg und bleibt im jetzt 18. Spiel in Folge ohne Niederlage. Eine Serie, die für deren Coach alles andere als eine Überraschung ist. „Wir haben die gesamte Spielzeit über konzentriert und diszipliniert agiert, der Sieg ist verdient.“ Nach Vorarbeit von Kapitän Karsten Willems legte Jonas Jung in der 27. Minute das 1:0 vor. Leiwen kam anschließend besser ins Spiel und traf durch David Krickel die Latte. Mit einer schönen Einzelleistung gelang Philipp Kartz der zweite Treffer, ehe Taner Weins und Patrick Herres für die Gäste gute Einschussmöglichkeiten ausließen. Das 3:0 von Marvin Renner bedeutete die Entscheidung (78.). Nach langer Verletzungspause meldete sich Renner eindrucksvoll bei den Ruwertalern zurück. „Marvin hat schon bei seinem ersten Einsatz sein erstes Tor für die SG Ruwertal gemacht“, war Jan Stoffels von der Leistung seines Rekonvaleszenten angetan.
SG Geisfeld – FC Bitburg
2:3 (0:0)
Es war ein hartes Brot in einem ungewöhnlichen Bezirksliga-Spiel unter widrigen Bedingungen. „Als wir aus der Halbzeit kamen, lag plötzlich Schnee auf dem Platz. So wurden die ersten 15 Minuten zur Rutschpartie“, beschrieb FC-Trainer Fabian Ewertz das Szenario kurz nach Wiederbeginn. Der Auftritt des FCB stand zunächst unter keinem guten Stern. Geisfeld kam durch Sven Gaspers per Kopf zur Führung, bevor Jannik Grün nach einem Kopfballduell seinen Gegenspieler unterbaute, ihn anschließend von seinem Rücken wegschubste und dafür Rot bekam (75.). Es spricht für die Moral und die Qualität der Gäste, als der eingewechselte Andreas Neuerburg das 1:1 von Philipp Marx vorbereitete und anschließend die erneute Geisfelder Führung durch Yannick Marx (82.) höchstpersönlich ausglich (84.). Als Arthur Hartwick einen Sprint über die rechte Außenposition anzog und im Rückraum Neuerburg bediente, hatte der FC Bitburg eine für unmöglich gehaltene Partie gedreht. Die anschließende Gelb-Rote Karte für den Bitburger Davis Sprüds bezeichnete Coach Fabian Ewertz als „ein Witz. Es war sein zweites Foul im ganzen Spiel. Dafür gleich Gelb-Rot zu geben, halte ich für überzogen“, ließ Ewertz durchblicken. „Dass wir hier noch mit drei Punkten vom Platz gehen würden, hätte ich nie gedacht. Denn wir haben kein gutes Spiel gemacht.“
SG Daleiden – SV Niederemmel
2:1 (1:1)
SGD-Spielertrainer Andreas Theis sprach von einem „Arbeitssieg und einem zähen Spiel“. Die Hausherren mussten zunächst einem Rückstand nachlaufen, als Emmel-Torjäger Benedikt Vogedes einen Konter über deren linke Angriffsseite abschloss. Nach einem Torwartfehler gelang Lukas Lichter im Nachsetzen der Ausgleich. Die entscheidende Szene ereignete sich in der 65. Minute, als Florian Arens einen über Pascal Krämer eingeleiteten Konter zum 2:1-Siegtreffer abschloss. Ein besonderes Comeback feierte Daleidens Kapitän Julian Propson, der nach dreivierteljähriger verletzungsbedingter Auszeit zehn Minuten vor Schluss eingewechselt wurde.