Nachdem auch in Niederstadtfeld auf der ungeliebten roten Erde mit 2:0 gewonnen wurde, hat sich die SG Schneifel-Auw den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters geschnappt. Der Glückwunsch geht aber auch nach Wallenborn: Das Team von Stephan Zimmer hat sich vom Dauer-Abstiegsaspiranten zur zweiten Kraft in der Liga gemausert. Die Schweicher Mosella bleibt nach dem 5:1-Erfolg gegen Buchholz dem Führungsduo auf den Fersen und darf auf die Rückkehr in die Rheinlandliga hoffen. Hut ab vor dem Verfolgertrio aus Bitburg, Ruwertal und Geisfeld. Bitburg setzte seine Siegesserie fort und auch Ruwertal blieb im 13. Spiel in Folge unbesiegt.
SG Kyllburg – SV Niederemmel
1:2 (1:1)
Die Kyllburger Serie mit drei Siegen am Stück riss überraschend. Gegen eine motivierte und taktisch klug eingestellte Niederemmeler Mannschaft ging der Ex-Rheinlandligist bereits in der sechsten Minute in Führung, nachdem Michael Nierobis einen 18-Meter-Schuss in den Winkel setzte, doch die Moselaner fanden eine Antwort. Ein Konter der Gäste wurde nach einem Schuss von Benedikt Vogedes zwar noch kurzzeitig abgewehrt, doch Marius Heisig schaltete am schnellsten und köpfte das Spielgerät über Kyllburgs Keeper Simon Eppers hinweg ins Netz – 1:1 (35.). Kurz nach der Halbzeit verwertete der Emmeler Torjäger vom Dienst eine Rechtsflanke von Stefan Kranz zum 2:1-Siegtreffer. Vogedes nahm den Ball volley und drosch diesen ins lange Eck (46.). Kyllburg versuchte alles, um noch zum Ausgleich zu kommen, doch mehr als der Lattentreffer von Timo Schakat sprang nicht heraus. Kyllburgs Coach Thomas Schon war enttäuscht: „Die ersten 30 Minuten haben wir gut gespielt und verdient geführt. Danach aber haben wir einiges vermissen lassen – es haben ein paar Prozente gefehlt. Niederemmel hat über Zweikämpfe und aggressives Spiel mehr investiert. Die Durchschlagskraft insgesamt hat gefehlt.“ Frank Schemer, erster Vorsitzender des SVN, konstatierte, dass „wir uns aufgrund der zweiten Halbzeit und der kompakten Abwehr den Sieg verdient haben. Jetzt sind wir wieder dran“. Nach dem Abpfiff sah Emmels Christoph Kettern plötzlich Rot. Schemer erklärt: „Die Rote Karte hatte nichts mit der Situation zu tun. Der Schiri hörte in dessen Rücken ein paar unschöne Worte. Nachdem der sich umdrehte und plötzlich nur Kettern vor sich hatte, schloss er darauf, dass er beleidigende Worte zu seinem Gegenspieler gesagt haben soll. Ketti hat definitiv nichts gesagt – wir werden Protest gegen die Rote Karte einlegen“, kündigte Schemer an.
SG Geisfeld – SG Saartal Irsch
3:2 (1:1)
Nach nur einem Sieg aus den letzten fünf Partien kehrten die Hochwälder in die Erfolgsspur zurück. Lukas Jonas eröffnete nach einem Pass von Andre Lochen den Geisfelder Torreigen (2.). Doch Lukas Kramp egalisierte die Geisfelder Führung nach einem schnellen Irscher Angriff nur sieben Minuten später. Die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit gehörten den Gästen, die jedoch kein Kapital aus ihrer Überlegenheit schlugen. In einer unübersichtlichen Situation gelang Andre Lochen im Gestochere ein „Schweinetor“, wie es Geisfelds Coach Timo Zeimet ausdrückte. Wenig später köpfte Saartals Dominik Lorth einen Kopfball an die Latte, doch mit dem 1:3 von Andre Lochen war die Birne geschält. Andreas Rauen marschierte im Eiltempo nach vorne, legte quer auf den besten Mann auf dem Platz, der im Eins-gegen-eins die Übersicht behielt. Nicolas Jakob traf Sekunden später nur den Außenpfosten, bevor es der gleiche Spieler mit einem verwandelten Foulelfmeter nochmals spannend machte – 3:2 (85.). „Das 3:1 kriegen wir zu billig, da waren wir nicht konsequent und hatten keinen Körperkontakt auf den Gegenspieler. Der Anschluss fiel zu spät“, sah Irschs Trainer Heiko Niederweis ein Spiel der verlorenen Punkte. Sein Gegenüber Zeimet meinte, dass „der Sieg aufgrund der letzten 20 Minuten verdient war“.
SG Neuerburg – SV Leiwen-Köwerich
1:3 (0:3)
Trotz der Niederlage ging Neuerburgs Trainer Markus Schwind keineswegs hart mit seinen Spielern ins Gericht. „Wir haben ein super Spiel geliefert, hatten 90 Prozent Ballbesitz und gefühlt 20 Torchancen – davon sechs Hundertprozentige. Dass wir dennoch nicht gewonnen haben, lag daran, dass Leiwen brutal effektiv war.“ Mit einer pfiffigen Freistoßvariante, als Taner Weins den Ball mit dem linken Fuß um die Mauer herum in die Torwart-Ecke schlenzte, gingen die Moselaner in Front. Als Axel Thomas nur sechs Minuten später (11.) nach einem Konter über die linke Seite im Nachschuss das 2:0 nachschob, kündigte sich das Unheil aufseiten der Hausherren an. Neuerburg machte zwar weiter Druck und agierte mit hohem Tempo, doch weder Mattis Thörner noch Nico Hubo oder Tim Weber waren in der Lage, das Spielgerät in besten Positionen über die Linie zu drücken. Anders Leiwen: Nach einem weiteren Tempogegenstoß machte Heiko Schmitt mit dem 3:0 den Gästesieg schon früh wasserdicht. „Die Konter haben gesessen. Wir waren in den ersten 30 Minuten sehr effektiv, doch es waren halt auch keine Glückstore, sondern gut rausgespielt. Thömmes, Lex und Monzel haben da hinten alles weggeräumt“, freute sich Leiwens Coach Herbert Herres über den zweiten Sieg in Folge. Patrick Schmidt glückte in der Schlussphase nur noch das 1:3. „Die Moral ging selbst nach dem 0:3 nicht nach unten. Leiwen war total effizient: Sie haben aus vier Chancen drei Tore gemacht. Punkt.“ Den Worten von Schwind fügte Herres hinzu, dass „wir eine kompakte Defensivleistung gebracht haben, aber zum Schluss auch noch Torchancen hatten“.
SG Geichlingen – FC Bitburg
0:2 (0:2)
Geichlingens Trainer Frank Hermes sprach von einem „Klassenunterschied. Bitburg war uns in der ersten Halbzeit in allen Belangen überlegen. Ärgerlich ist nur, dass die Tore aus zwei Standards gefallen sind. Das hätten wir besser verteidigen müssen“. Kevin Arbeck verwertete einen langen Einwurf von Davis Sprüds am langen Pfosten zum 0:1 (24.). Die Entscheidung reifte, als Sprüds einen 35-Meter-Freistoß von Arthur Schütz mit dem Kopf in die Maschen drückte. Thomas Prinz im Geichlinger Tor konnte sich in der Folge noch einige Male auszeichnen. Nach dem siebten Sieg in Folge sparte FCB-Trainer Fabian Ewertz nicht mit Lob: „In der ersten Halbzeit waren wir haushoch überlegen und haben viel Druck erzeugt. Wir haben den Ball gut laufen lassen, schnell gespielt und hinten nichts zugelassen. Die zweite Hälfte war komplett ausgeglichen, doch es ist nie etwas angebrannt. Der Sieg ist absolut verdient.“ Tobias Maier verdiente sich Bestnoten.
SG Daleiden – SG Ruwertal
2:2 (1:1)
„Es war ein temporeiches Spiel, bei dem wir es versäumt haben, aus unseren Torchancen noch mehr Tore zu machen. In unsere Drangphase hinein schoss Ruwertal das 1:1. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, uns aber nicht ausreichend dafür belohnt“, trauerte Daleidens Trainer Andreas Theis den vielen vergebenen Torchancen nach. Ruwertals Coach Jan Stoffels sprach von „einer bemerkenswerten Leistung. Wir haben in einem unserer schwierigsten Auswärtsspiele eine top Leistung gezeigt und jetzt im 13. Spiel in Folge gepunktet“. Lukas Lichter legte vor (15.), doch Pascal Neumann (29.) und Philip Kartz drehten nach jeweiliger Vorarbeit von Fabian Regel die Partie für die Gäste. Jan Mayers sorgte mit einem abgefälschten Ball für das schlussendliche 2:2.
SG Ralingen – TuS Schillingen
2:2 (1:0)
Schillingens Coach Gerd Morgen bezeichnete das 2:2 von Godendorf als „korrektes Ergebnis. Wir haben nach dem 0:2-Rückstand Moral gezeigt und uns hintenraus den Punkt auch verdient. Heute hatten wir mal das Glück des Tüchtigen“. Benny Neises führte die Sauertaler kurz vor und zehn Minuten nach der Pause nach jeweiliger Vorarbeit von Marco Port bzw. Felix Denkinger mit wuchtigen Kopfbällen zu einer 2:0-Führung. Den Hochwäldern gehörte dann die Schlussphase: Julian Flesch traf aus 15 Metern flach ins Eck zum 2:1 und mit einer akrobatischen Einlage, als der Torjäger den Ball aus der Luft in den linken Winkel donnerte, sicherte Tobias Anell den Gästen einen wichtigen Punkt.
TuS Schweich – SG Buchholz
5:1 (3:1)
Schweichs Coach Jochen Weber haderte trotz des klaren Sieges mit seinem Team, den Sack nicht schon früher zugebunden zu haben. Yannic Nau legte sogar für Buchholz vor, bevor Carsten Reis, Stephan Schleimer und Philipp Grundmann die Mosella mit einem 3:1-Vorsprung in die Kabinen schossen. Trotz reihenweise guter Torgelegenheiten blieb der K.o.-Schlag aus. Erst in der Schlussphase banden Alex Schabo und Grundmann mit seinem zweiten Tor den berühmten Sack zu. „Wir hätten die Partie viel früher entscheiden müssen“, so Weber, dessen Elf mit dem zehnten Sieg jegliche Titelchancen wahrte.