Die Liga bewies auch am siebten Spieltag, dass nichts planbar ist und die Überraschungen zur einzigen Konstante werden. So stolperte Lüxem im Ruwertal und musste die erste Saisonniederlage quittieren. Konz punktete auch in Arzfeld und scheint aus der Talsohle herauszufinden. Neues Schlusslicht ist jetzt Ralingen, dessen 2:3-Niederlage gegen Geisfeld mehr als wehtat. Auch Bitburg strauchelte und musste am Kröver Berg seine zweite Niederlage einstecken. Für Furore sorgt weiterhin die SG Buchholz, die dem bisherigen Dritten aus Leiwen eine empfindliche 3:1-Niederlage zufügte und jetzt deren Platz auf Rang drei einnimmt.
TuS Schweich – SG Wallenborn
3:2 (3:0)
Schweichs Trainer Jochen Weber fiel ein Stein vom Herzen, weil es nach der Pechsträhne in den letzten Wochen endlich wieder zum Dreier reichte. Die erste halbe Stunde brannte die Mosella ein Feuerwerk ab und legte mit dem 3:0-Pausenergebnis den Grundstein für den späteren Sieg. Doch die erste Chance im Spiel hatten die Eifeler, als Sebastian Zimmer nach 20 Sekunden auf Keeper Moritz Zingen zulief, doch den Schweicher Torwart anschoss. Das Pech blieb auf Wallenborner Seite, als Tobias Jung eine scharfe Flanke an den Oberschenkel bekam und der Ball von dort aus ins eigene Tor trudelte. Nur vier Minuten später (20.) stand Ismail Omayrat nach einem langen Einwurf goldrichtig, als er die Kugel aus dem Getümmel heraus ins Tor schob. Schweich spielte auch nach dem 2:0 aggressiv und zielführend nach vorn und erhöhte kurz vor der Halbzeit durch Philipp Seeberger auf 3:0. Zuvor hatte Alex Schabo das 3:0 ausgelassen. Im zweiten Abschnitt nahm Schweich einen Gang heraus und Wallenborn kam in der 57. Minute durch Kasper Wlodarek nach Gestocher infolge einer Ecke zum 1:3 (57.). Die Gäste blieben gefährlich und drängten nach dem 2:3 von Sebastian Hilgers in den Schlussminuten vehement auf den Ausgleich. Trotz des späten Zitterns war Jochen Weber mit der Leistung seiner erneut umgekrempelten Mannschaft zufrieden. „Die erste Halbzeit hat mich extrem gefreut, der Sieg ist absolut verdient, weil wir von Beginn an Wallenborn unter Druck setzen wollten. Die letzten Horrorminuten hätten wir aber nicht gebraucht.“ Wallenborns Coach Stephan Zimmer konstatierte, dass „wir die erste Halbzeit total verpennt haben. Schweich hat verdient gewonnen, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit eine
Reaktion gezeigt haben. Doch richtig gut war diese auch noch nicht“.
2:0 (0:0)
Nach fünf Spielen in Folge ohne Sieg fand Neumagen gegen den Vorjahres-Krösus aus dem Hochwald in die Erfolgsspur zurück. Doch es dauerte bis in die Schlussphase, bis die Heinsdorf-Elf den entscheidenden Punch setzte. Einen Freistoß von Sebastian Leitzgen verlängerte Marc Lemmermeyer in der 78. Minute ins Tor. Sieben Minuten vor Schluss war Leitzgen dann selbst Vollstrecker, als ein Konter über Lukas Bollig lief und dieser Heiko Witt im SGH-Tor mit einem Lupfer überwand. „Wir haben heute das Glück beansprucht und am Ende verdient gewonnen, weil sich jeder heute in die Zweikämpfe geworfen hat“, resümierte Heinsdorf. Fabian Mohsmann auf Zerfer Seite verstand die Welt nicht mehr. „Nach 60 Minuten hätten wir 2:0 führen müssen. Wir hatten viele Chancen, machen aber kein Tor. Das ist nicht erklärbar. Neumagen macht zwei Tore nach Freistößen, als wir gepennt haben.“ Matthias Burg traf u.a. den Pfosten.
SG Saartal Schoden – SG Schneifel
4:0 (3:0)
Schoden brannte in der ersten halben Stunde ein Feuerwerk ab und legte den Grundstein für den späteren Sieg. Coach Thomas Berens zeigte sich erstaunt: „Ich habe selten ein Spiel erlebt, bei dem man von Beginn an eine Hundertprozentige nach der anderen bekommt. Wir müssen die Sachen nur dominanter abschließen, dann hätten wir zur Halbzeit schon 6:0 geführt.“ Dominik Lorth traf nach acht Minuten mit einem Sonntagsschuss nach einem Eckball in den langen Winkel. Nach 21 Minuten nutzte Andre Paulus nach Schnittstellenpass von Nicolas Jakob einen Abpraller vom Rücken eines Stadtkyllers zum zweiten Tor. Und als Lukas Kramp fünf Minuten später (26.) einen von Jan Merkes noch abgefälschten Schuss zum 3:0 ins Eck bugsierte, war die Partie bereits vorentschieden. Schneifel-Trainer Jörg Stölben zeigte sich wenig begeistert. „Schoden ist der verdiente Sieger, der uns in den ersten 20 Minuten teilweise vorgeführt hat. Da hatten wir keinen Zugriff.“ Die Spieler der Schneifel hatten freilich noch das schwere Pokalspiel vom Mitwoch in den Knochen, doch eine derartige Dominanz überraschte auch manchen der gut 300 Zuschauer. Nach dem Wechsel besaß Stadtkyll einige Möglichkeiten zur Resultatsverbesserung, als Thomas Lambertz die Latte traf oder ein Kopfball von Marco Backes nur um Millimeter am Pfosten vorbeitrudelte. Schoden besaß ein klares Chancenplus und verschoss gar einen Elfmeter. Nach Foul von Merkes an Lorth parierte Deniss Koziol den Strafstoß von Jakob. Vier Minuten später (69.) sah Schodens Dennis Moreth Rot, als der Schiedsrichter ein Wortgefecht mit einem Gegenspieler ahndete. Der Gleichstand an Spielern war in der 85. Minute wiederhergestellt, als Michael Mies nach wiederholtem Foulspiel ebenfalls früher vom Platz musste. Nach vorherigem Pfostenschuss von Kramp setzte der eingewechselte Fabian Müller mit dem 4:0 noch einen drauf. „Entscheidender Punkt, dass unser System wieder erfolgreicher funktionierte, war die Rückkehr von Lukas Thinnes in die Innenverteidigung. Gegen Leiwen und Wallenborn haben die Lösungen gefehlt, heute haben wir eine spielerisch sehr gute Leistung gebracht“, war Schodens Trainer Thomas Berens rundum zufrieden.
SG Arzfeld – SV Konz
3:3 (2:1)
Der SV Konz punktete auch in der Westeifel und ließ sich selbst von zwei Foulelfmetern für Arzfeld nicht aus dem Konzept bringen. „Wir sind sehr froh über den Punkt, müssen die Kirche aber im Dorf lassen. Das war ein sehr schnelles und sehr gutes Bezirksligaspiel mit offenem Visier. Sicher für die Zuschauer super gut, weniger aber für mein Herz.“ Die Worte von Konz‘ Trainer Stephan Schwarz resultierten aus einem insgesamt aufregenden Spiel: Nach Foul an Tim Kugel verwandelte der Gefoulte selbst zur Konzer Führung (7.). Nur zwei Minuten später zeigte der Referee erneut auf den Punkt. Ein Konzer agierte gegen Lukas Lichter zu ungestüm – Julian Propson netzte zum 1:1. Dann war Arzfeld am Drücker und ging mit einem Volleyschuss von Lichter mit 2:1 in Führung. „Es war wichtig, dass wir nach dem 1:2 diesmal die Ordnung nicht verloren haben“, bemerkte Schwarz. Michel Kupper-Stöß erzielte nach Flanke von Burak Tepe das 2:2 (65.) und als Kupper-Stöß mit einem feinen Solo die Lücken riss, stand es sogar 3:2 für die Gäste aus der Saar-Mosel-Stadt. Ein umstrittener Elfmeter bedeutete in der 75. Minute durch Propson den schlussendlichen Ausgleich. „Das war eine sehr fragwürdige Entscheidung gegen uns. Viele sahen das Foul außerhalb des Sechzehners“, ärgerte sich Schwarz.
TuS Kröv – FC Bitburg
2:0 (2:0)
Gegen eine körperlich müde wirkende Bitburger Mannschaft zeigte der TuS Kröv eine starke Vorstellung. Nach Balleroberung von Patrick Trampert und anschließendem Querpass von Johannes Klein besorgte Niklas Servatius mit einem Schrägschuss ins kurze Eck das Kröver 1:0 (15.). Kurz vor der Halbzeit legte Serdar Kahyaoglu nach Vorabeit von Jo Klein frühzeitig den Deckel drauf. „Wir haben taktisch gut, effizient und defensiv prima gespielt und die Null gehalten. Ich bin zufrieden“, bemerkte TuS-Trainer Jens Hoffmann. Fabian Ewertz vom FC Bitburg monierte die fehlende Mentalität: „Wir haben 80 Prozent der Zweikämpfe verloren und in der ersten Halbzeit eine schlechte Einstellung an den Tag gelegt.“
SG Buchholz – SV Leiwen
3:1 (1:0)
Buchholz musste den 3:1-Sieg mit der Verletzung von Benedikt Schlösser und Yannic Nau teuer bezahlen. Schlösser nutzte eine Unstimmigkeit zur Führung (28.), dann war es Florian Weber, der mit einer direkt verwandelten Ecke unter Mithilfe von Dennis Hontheim das 2:0 besorgte (67). Zwar kam Leiwen nach Foul an Nico Toppmöller per Strafstoß durch Heiko Schmitt noch mal auf Tuchfühlung, doch zwei Minuten vor Schluss machte der fleißige Christopher Borsch mit dem 3:1 alles klar.
SG Ralingen – SG Geisfeld
2:3 (1:2)
Geisfeld beanspruchte im
Sauertal das glücklichere Ende für sich. Manuel Hoffmann brachte die Gäste per Doppelpack mit 2:0 nach vorne, doch Marco Port und Martial Servais egalisierten. Als vieles auf ein Remis hindeutete, brachte Christian Alt die Hochwälder nach Foul an Hoffmann per Strafstoß auf die Siegerstraße. „Wichtig war, dass wir direkt das 2:0 nachgelegt haben“, gestand Timo Zeimet.