Alles auf Anfang: Die Liga spielt vom ersten Augenblick an verrückt und verzückt die Massen mit ungewöhnlichen, weil überraschenden Ergebnissen. Da dümpelt der Vorjahresvizemeister aus Stadtkyll auf dem vorletzten Platz herum, Konz gar wird Woche für Woche vorgeführt und muss aufpassen, nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren. Und auch die Hochwälder aus Zerf und Geisfeld hadern mit ihrem Schicksal und sind noch weit von früheren Ansprüchen entfernt. Anders die kessen Aufsteiger aus Arzfeld und Lüxem, die, von scheinbarer Leichtigkeit geprägt, die Liga im Alleingang aufmischen. Da kann nur noch der FC Bitburg mit seinem Paradesturm mithalten.

SV Leiwen – SG Neumagen
3:2 (1:2)
Andre Alten wurde an den Leiwener Weinbergen gefeiert. Der Angriffs-Routinier des SV Leiwen war in der letzten Spielminute für den 3:2-Last-Minute-Sieg der Hausherren verantwortlich und ließ im ewig jungen Lokalderby gegen Neumagen 300 Zuschauer jubeln. Dabei sah es nach 45 Minuten noch gar nicht nach einem Sieg der Elf von Timo Toppmöller aus, denn Neumagen drehte die zwischenzeitliche Führung in einen 2:1-Halbzeitvorsprung um. Heiko Schmitt sorgte bereits nach vier Minuten für die frühe Leiwener Führung, doch gleich zwei Elfmeter führten die Gäste vom Leienhaus scheinbar auf die Siegerstraße. Marc Lemmermeyer (11.) und Lukas Bollig (16.) unterstrichen vom Punkt ihre Qualitäten und netzten ohne Nervenflattern ein. In der Schlussviertelstunde wendete sich das Blatt, als Raphael Thömmes der Ausgleich gelang und Altmeister Alten das viel umjubelte 3:2 erzielte. Mit den Verletzungen von Calvin-Luca Rosen und Nico Toppmöller wurde der Leiwener Sieg allerdings teuer erkauft. 

SG Ralingen – SG Lüxem/Wittlich
0:1 (0:0)
„Ich kann den Jungs nur den Vorwurf machen, dass sie das Tor nicht getroffen haben. Denn wir konnten über die gesamte Distanz nicht nur mithalten, sondern waren in der zweiten Halbzeit auch spielbestimmend. Weil wir genügend Torchancen hatten, in Führung zu gehen, ist die Niederlage umso bitterer.“ Die Einschätzung von Ralingens Trainer Frank Wagner traf den Kern der Dinge, denn die Sauertaler besaßen etliche Hochkaräter. Weil der Jubelschrei allerdings ausblieb, kam es so, wie es oft in jenen Situationen kommt. Lüxem konterte acht Minuten vor Schluss blitzschnell und hebelte die Ralinger Abwehr mit einem einzigen Spielzug klassisch aus. Nach Vorarbeit des eingewechselten Ebu Talip Osta verwertete Patrick Schmidt dessen Zuspiel musergültig. Während Wagner die Welt nicht mehr verstand, kommentierte Lüxems Trainer Markus Schwind, dass „wir uns den Erfolg mit einer diszipliniert und konsequent agierenden Defensivleistung verdient haben“. Dem war nach 90 intensiven Minuten nichts 
hinzuzufügen. 
TuS Schweich – SV Leiwen
2:1 (1:0)
Das Nachholspiel vom Mittwoch steckte den Gästen noch in den Knochen, als es ausgerechnet drei Tgae später zum nächsten Derby nach Schweich ging. So geriet der SV Leiwen am Winzerkeller früh in Rückstand, als eine Attacke an Andre Steffgen im Sechzehner logisch-konsequent mit Elfmeter geahndet wurde. Philipp Seeberger blieb vom Punkt aus cool (11.). Die Gäste hielten jedoch gut dagegen und besaßen einige sogenannte Halbchancen. „Wir hatten zuerst ein paar Anpassungsprobleme, haben aber dann 70 Minuten richtig gut gespielt. Nach dem 2:0 sind wir allerdings noch mal gehörig unter Druck geraten“, schätzte Mosella-Coach Jochen Weber die Situation nach dem Anschlusstreffer realistisch ein. Zunächst aber eroberte Schweich im Mittelfeld einen Ball, setzte sich über links außen energisch durch, als Alex Schabo die Kugel im Nachsetzen über die Linie stocherte – 2:0 (59.). Die Entscheidung wurde noch einmal vertagt, als Schweich einen „unnötigen Elfer verursachte“ und Heiko Schmitt nach Foul an Jonas von dem Bruch auf 2:1 verkürzte. Zum Schluss geriet der Schweicher Sieg erneut in Gefahr, als Schmitt mit einem Lattentreffer den möglichen Ausgleich verpasste. Auf Schweicher Seite bot sich Amuun Shabass die Möglichkeit zur endgültigen Entscheidung. Jochen Weber, Coach der Mosella, war erleichtert. „Mit diesem zusammengewürfelten Haufen haben wir über weite Strecken sehr ordentlich gespielt und uns auch mal belohnt. Der Sieg ist absolut in Ordnung, obwohl wir auch Phasen drin hatten, in denen wir besser Fußball spielen müssen.“

SG Arzfeld – SG Schneifel Stadtkyll
3:2 (1:0)
„Das Ergebnis ist etwas glücklich für Arzfeld“, kommentierte Schneifel-Coach Jörg Stölben jene 90 Minuten, in denen seine Mannschaft explizit bei Standards die nötige Konsequenz vermissen ließ. Stölben monierte die fehlende Zuordnung vor allem bei Freistößen von Andreas Theis, dem Spielertrainer der Gastgeber. Dieser stand in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach einer Serie von Standards genau richtig und köpfte die Kugel unhaltbar in die Maschen. „In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit hatten wir vier, fünf gute Chancen, das 1:0 hat also schon in der Luft gelegen“, befand Theis später. Zwar sorgte Jan Pidde nach guter Vorarbeit von Thomas Lambertz fünf Minuten nach Wiederbeginn für den Ausgleich, doch drei Minuten später war es Joschka Trenz, der nach einem Konter gegen die zu weit aufgerückte Stadtkyller Abwehr zum 2:1 erfolgreich war. Stölben indes erkannte ein zuvor begangenes Foulspiel von Theis. „Theis ging mit gestreckter Sohle auf Andreas Nellessen, der Schiedsrichter ließ fortlaufen und Trenz ist allein auf unser Tor zugelaufen.“ Die Gäste waren anschließend wieder am Drücker und kamen durch Thomas Lambertz zum Ausgleich – 2:2 (77.). Eine Minute vor Schluss blieb es dem jungen Florian Arens vorbehalten, nach einem erneuten Konter aus spitzem Winkel das Arzfelder Siegtor zu markieren. Arens war erst nach 60 Minuten für Marc Wollwert in die Partie gekommen. Marco Backes verpasste zuvor mit einem Schuss knapp das Arzfelder Tor. „Wir haben keine Antworten auf die gefährlichen Standards gefunden, obwohl ich extra darauf hingewiesen habe. Das ist eine verdammt unglückliche Niederlage – ein 2:2 wäre aus meiner Sicht hochverdient gewesen“, haderte Stölben mit dem Schicksal. Arzfelds Spielertrainer Andreas Theis sah dagegen einen „verdienten Sieg, weil wir die größeren Spielanteile hatten und kämpferisch sowie läuferisch das Spiel bestimmten. Zum Schluss war der Sieg natürlich glücklich“.

SG Neumagen – FC Bitburg
0:3 (0:3)
Bitburgs Spielführer Andreas Neuerburg sprach nach der Partie von einer „souveränen Leistung von uns. Neumagen hatte eine richtige Chance im ganzen Spiel – sie kamen in der zweiten Halbzeit nicht mal mehr über die Mittellinie. Wir haben nichts zugelassen. In der zweiten Halbzeit hatte ich den Eindruck, als wäre es ein Sommerkick, bei dem beide Mannschaften gar nicht mehr viel investieren wollten.“ Denn die Partie war bereits im ersten Durchgang entschieden, als Kevin Arbeck per Doppelpack sowie Frank Valerius für klare Verhältnisse sorgten. Valerius‘ Schuss in den Winkel zum 2:0 war eine Augenweide. Bitburg musste ohne seinen in Florida im Urlaub befindlchen Coach Fabian Ewertz auskommen.

SG Geisfeld – SV Konz
5:0 (5:0)
Die Gäste aus Konz standen von Beginn an auf verlorenem Posten und mussten bereits zur Halbzeit einem 0:5-Rückstand nachlaufen. Christian Alt per Doppelpack sowie Joseph Lochen, Andreas Rauen und Sven Gaspers zeichneten für einen klaren Geisfelder Sieg verantwortlich. Konz‘ Trainer Stephan Schwarz: „Es tut mir leid für die Jungs, die noch spielen. Wir werden immer dezimierter. Wir fuhren mit einem Reaktivierten, drei A-Jugend-Spielern und vier angeschlagenen Spielern nach Geisfeld. Da bist du nicht mehr konkurrenzfähig. Wir wollten am liebsten zu Null spielen, doch der erste Schuss war direkt drin. Wir machten unerklärliche individuelle Abwehrfehler, haben zu viele Bälle in der Vorwärtsbewgegung verloren.“ Zu allem Überfluss handelte sich Schwarz selbst die Gelb-Rote Karte ein und Tom Richter sah nach einem groben Foul ebenfalls den Roten Karton.

SG Buchholz – TuS Kröv
2:1 (1:1)
In einer kampfbetonten und teilweise hektisch geführten Partie fuhr Buchholz den ersten Heimsieg ein. Yannick Nau besorgte die Buchholzer Führung, die jedoch nur kurz Bestand hatte. Denn Mark Beitzel glich per Freistoß aus. Jan Ostermann ließ die Gastgeber mit einem Traumtor aus 25 Metern in den Giebel jubeln.

SG Ruwertal – SG Hochwald
1:0 (0:0)
Die Gäste verpassten es, aus fünf top Torchancen Kapital zu schlagen. So sorgte Pascal Neumann nach Pass von Karsten Willems in der 70. Minute für Jubel bei der SG Ruwertal.