Ausgeglichenheit war Trumpf am dritten Spieltag, bei dem es nicht weniger als fünf Unentschieden gab. So entpuppte sich Aufsteiger Lüxem als großer Nutznießer der Remis-Schwemme und zog nach dem dritten Sieg allein auf die Pole Position. Am Ende interessierte es auch niemanden mehr, dass der Sieg in Konz mehr als glücklich war. So konstatierte der Konzer Coach Stephan Schwarz wehmütig, dass „wir statt neun jetzt nur einen Punkt auf dem Konto haben. Was wir an Chancen auslassen, geht nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut“. Nun haben auch Kröv, Buchholz und Ralingen die ersten Zähler eingefahren. Für den Spannungsgehalt der Liga ist das in jedem Fall gut.
SV Konz – SG Lüxem/Wittlich
1:2 (1:1)
Das Ergebnis schmeichelt dem neuen Tabellenführer ungemein. Nicht nur deshalb, dass der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit fiel, sondern auch, weil es allein Michel Kupper-Stöß in der Hand (besser gesagt auf dem Fuß) hatte, die Partie frühzeitig für die Saar-Mosel-Städter zu entscheiden. „Die Situation ist im Moment für uns nicht so schön. Zur Halbzeit hätten wir 4:1 führen müssen“, rang SVK-Coach Stephan Schwarz nach Worten. Immerhin fand seine Mannschaft nach dem Führungstreffer der Gäste durch Nico Neumann eine zeitnahe Antwort. Tom Richter, der als Innenverteidiger eine starke Vorstellung bot, war nach einer Ecke handlungsschneller als die gesamte Lüxemer Abwehr und stocherte die Kugel aus dem Gewusel ins Tor – 1:1 (14.). Eine Minute zuvor fand eine gut getimte Flanke von Tim Weber seinen Abnehmer bei Patrick Schmidt, der den Ball allerdings erst an die Latte setzte, ehe Neumann cool abstaubte (13.). Es hätte der geniale Auftritt des Michel Kupper-Stöß werden können, doch entweder scheiterte der Konzer Stürmer am guten SG-Schlussmann Matthias Schiffer, der mehrfach glänzend parierte oder aber an seinen Nerven. Lüxem investierte nach dem Wechsel mehr in sein Offensivspiel und war auch technisch besser als noch im ersten Abschnitt. Weil Konz kein Kapital aus seinem Chancenplus zog, kam es so, wie es oft im Fußball kommt: Die Bestrafung in der Nachspielzeit folgte auf dem Fuß. Nach einem Eckball wuchtete der erst in der zweiten Halbzeit für Mattis Thörner in die Partie gekommene Daniel Ulbrich die Kugel per Kopf ins Konzer Tor. „Konz hat sensationell gut gespielt, viel investiert, doch vier, fünf hundertprozentige Chancen nicht gemacht. Wir haben an uns geglaubt und einen glücklichen Sieg gelandet“, entschuldigte sich Lüxems Coach Markus Schwind noch fast für den Sieg seiner Mannschaft beim Konzer Trainer. Der verstand die Welt nicht mehr. „Das war ein richtig gutes Spiel von uns, wir waren die dominierende Mannschaft. Doch wenn du keine Tore schießt, bist du immer der Gearschte. Anstatt neun haben wir jetzt nur einen Punkt auf dem Konto.“ Zu allem Überfluss haben sich jetzt auch noch Dominik Güth und Fabian Herrig verletzt, Torwart Simon Grünhäuser wird mit gebrochenem Finger über Wochen ausfallen. So ziehen vermutlich dunkle Wolken über dem Konzer Abendhimmel auf – eine sportliche Reputation wird angesichts der Ausfall-Liste mehr als schwierig.
SG Geisfeld – SG Schneifel
4:2 (3:1)
Fast 300 Zuschauer sahen im Hochwald eine ansprechende, weil spannende und spielerisch gutklassige Partie. Manuel Hoffmann sorgte nach einer schnellen Balleroberung im Mittelfeld von Andy Rauen nach knapp zwei Minuten für eine frühe Geisfelder Führung, als er den Ball ins lange Eck schob. Rauens Sturmpartner Jan Daniel Kempken hatte danach seine großen Momente, als dieser noch vor der Pause auf 3:0 stellte. Beim 2:0 verschätzte sich der Stadtkyller Torwart Dennis Koziol, beim 3:0 staubte Kempken einen Kopfballabpraller von Rauen ab. Sven Pohl ließ wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff mit dem Anschluss die Stadtkyller Hoffnungen am Leben. Als Jan Pidde nach einer Stunde auf Vorlage von Jonas Weberskirch das 2:3 erzielte, wankte Geisfeld für einige Minuten. Auch deshalb, weil Jens Gaspers mit einem Foulelfmeter an Koziol scheiterte (66.). „Wir haben uns unnötig in Bedrängnis gebracht, weil wir vier Hundertprozentige nicht verwertet haben“, ärgerte sich Geisfelds Trainer Timo Zeimet. Andre Lochen beendete vier Minuten vor dem Schlusspfiff mit dem 4:2 jegliche Spekulationen über den Sieger. „In der ersten Halbzeit waren wir sehr effizient, haben ein gutes Umschaltspiel gezeigt. Ärgerlich war das 3:1, denn nach dem 3:2 sind wir ins Schwimmen gekommen. Wenn ich etwas zu bemängeln habe, dann die Chancenauswertung, insbesondere bei Kontern“, fand Zeimet trotz des Erfolges kritische Worte.
SG Saartal Schoden – SV Leiwen
1:1 (0:1)
Trotz des Fehlens von Christian und Heiko Schmitt erkämpfte sich Leiwen im Duell der Ex-Rheinlandligisten einen Punkt. Dabei hätte es durchaus zum Maximum reichen können, wenn da nicht Timo Grafe gewesen wäre, der mit einem sehenswerten Kopfball das finale 1:1 erzielt hätte. „Wir können mit dem kämpferischen Einsatz und der Moral absolut zufrieden sein, obwohl der Ausgleich mit der letzten Aktion unglaublich bitter und ärgerlich ist“, fand Leiwens Spielertrainer Timo Toppmöller lobende Worte für sein Team. Das ging nach knapp einer halben Stunde durch David Krickel in Führung, nachdem Jonas von dem Bruch gefoult wurde und der Leiwener Verteidiger kaltschnäuzig vom Elfmeterpunkt traf – 0:1 (29.). Auch Schodens Trainer Thomas Berens sprach von einem gerechten Ergebnis. „Es hätte zwar nach der ersten Halbzeit zwingend 3:0 für uns stehen müssen, doch wenn man in der letzten Minute den Ausgleich noch erzielt, ist das nicht ungerecht. Die letzte Gier und Galligkeit haben heute gefehlt.“ In der ersten Halbzeit scheiterten Andre Paulus, Dominik Lorth und Grafe am guten SVL-Torhüter Nicolas Kimmlingen. Leiwens Youngster Dominik Schu und Schodens Torjäger Lukas Kramp wurden in der 22. Minute aus taktischen Gründen früh ausgewechselt.
SG Arzfeld – SG Wallenborn
0:0 (0:0)
Das nächste Eifelduell sahen in Daleiden erneut 360 Zuschauer. Doch zumindest was die Torausbeute betrifft, wurden sie in diesem Fall enttäuscht: In einem intensiven, aber höhepunktarmen Derby teilten sich beide Teams die Punkte. Arzfeld dominierte die erste Halbzeit, Wallenborn die zweite. Doch hochkarätige Torchancen blieben aus. Lukas Lichter hätte Arzfeld in Führung bringen können, auf der anderen Seite traf Wallenborns Florian von Landenberg in der 89. Minute den Torpfosten. Wallenborns Trainer Stephan Zimmer ärgerte sich weniger über das Ergebnis ob des verletzungsbedingten Ausfalls seines Kapitäns. Benny Duckart verletzte sich fünf Minuten vor Spielbeginn beim Warmmachen und fällt mit Bänderabriss vermutlich über viele Wochen aus. „Das 0:0 ist ein gerechtes Ergebnis“, befand auch Arzfelds Spielertrainer Andreas Theis.
SG Ruwertal – FC Bitburg
1:3 (0:0)
Bitburg sicherte sich die Siegpunkte erst im zweiten Durchgang. In der ersten Halbzeit zeigten beide Seiten kein spektakuläres Spiel, klare Chancen fehlten. Erst als Kevin Arbeck Momente nach Wiederbeginn die Bitburger Führung markierte, nahm die Partie an Fahrt auf. Andreas Neuerburg hatte auf Arbeck durchgesteckt, der im Stile eines Klassestürmers vollendete. Ruwertal war erneut ersatzgeschwächt in die Partie gegangen und strahlte kaum Torgefahr aus. Lediglich zwei Distanzschüsse von Philip Kartz stellten Bitburg vor Probleme. Als Arthur Hartwick aus spitzem Winkel nach einem Fernschuss-Aufsetzer das 2:0 erzielte, war der Bann gebrochen. Bitburg spielte seine Klasse aus und kam in der 82. Minute zum 3:0. Ruwertal machte auf, der Konter über Pascal Alff traf die Ruwertaler Abwehr wie ein Stachel mitten ins Herz. Für die intakte Moral der Gastgeber sprach, dass Pascal Neumann mit einem Schuss an den Innenpfosten wenigstens noch das 1:3 erzielen durfte. „Wir gehen momentan personell auf der letzten Rille. So mussten wir zwei A-Jugend-Spieler in die Startelf einbauen und auch Handballer Christian Schröder aktivieren. Von der Leistung her kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben fast 70 Minuten die Partie offenhalten können. Aufgrund seiner hohen offensiven Qualität hat Bitburg verdient gewonnen“, befand Ruwertals Trainer Jan Stoffels. Sein Pendant Fabian Ewertz rang dem Auftritt seiner Elf im zweiten Durchgang Positives ab. „Wir sind in der zweiten Halbzeit direkt gut rausgekommen und machten das Tor. Danach hatten wir fast im Minutentakt Chancen für ein höheres Ergebnis. Der Sieg ist in der Höhe definitiv verdient.“
SG Neumagen – TuS Kröv
2:2 (0:1)
Routinier und Co-Trainer Jochen Conrad bewahrte Neumagen mit einem kuriosen Tor in der letzten Minute vor einer Niederlage. Nach Eckball wurde der Ball mehrfach an die Lattenunterkante geköpft, doch zuletzt hatte dieser die Torlinie sichtbar überschritten. Kröv war vornehmlich im ersten Abschnitt das aktivere Team und legte durch Mark Beitzel (17.) vor. Marvin Schneider egalisierte die Kröver Führung nach 55 Minuten. Kröv versäumte es, die guten Einschussmöglichkeiten in weitere Tore umzusetzen. Lediglich das Traumtor aus 25 Metern von Niklas Stephan zehn Minuten vor Schluss ließ den TuS jubeln. „Wir haben uns mit Kampf und Leidenschaft das Unentschieden verdient“, sagte SG-Trainer Uwe Heinsdorf, während Krövs Coach Jens Hoffmann den Torchancen nachtrauerte. „Wir haben in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gezeigt, aber die Tore nicht gemacht. Ärgerlich, dass wir die Gegentore durch Standards bekommen.“
SG Buchholz – TuS Schweich
0:0 (0:0)
Buchholz erkämpfte sich mit zehn Mann den ersten Punkt. Benedikt Schlösser sah nach einer Tätlichkeit die Ampelkarte (75.). Buchholz hatte durch Yannick Nau, Christopher Borsch und Schlösser gute Möglichkeiten zum Sieg. Thomas Schäfer: „Schweich hatte die reifere Spielanlage, doch wir haben uns mit Moral, Einsatz und Laufbereitschaft toll aus der Affäre gezogen. Der Punkt ist verdient und sollte uns zusätzlich motivieren.“