Die Liga wurde ihrem Ruf als Tollhaus zum wiederholtem Male gerecht. Allerorten wurde mit extremen Offensivdrang der Weg zum gegnerischen Tor gesucht – und gefunden. Zehn Tore sahen die Fans in Pantenburg, als Lüxem mit 7:3 das bessere Ende für sich beanspruchte. Mit 8:0 fegte der Wallenborner Sturmexpress über Ralingen hinweg und Schweich düpierte den Derbygegner aus Neumagen mit 7:1. Die Schneifeler-Kicker zeigten beim 5:1 über Konz ihre Klasse und Arzfeld gelang beim Titelaspiranten aus Bitburg gar eine 4:3-Sensation. Auch Leiwen fuhr gegen Ruwertal den ersten Sieg ein und tat es dem Mitabsteiger aus dem Saartal gleich, der beim 2:1 in Kröv gewann.
SG Schneifel – SV Konz
5:1 (1:0)
Eines vorweg: der SV Konz wurde in Stadtkyll deutlich unter Wert geschlagen und hätte bei etwas Glück und Abgeklärtheit auch ein Unentschieden erreichen können. Das bestätigte auch Schneifel-Trainer Jörg Stölben: „Unsere Leistung war nicht so, wie es das Ergebnis aussagt. Wir sind nach dem 1:0 schon stark in Bedrängnis gekommen.“ Jan Pidde, in der Vorsaison mit dem TuS Ahbach mit 22 Treffern zweitbester Knipser der Bezirksliga, hatte Stadtkyll in der 13. Minute in Führung gebracht. Kai Peters traf anschließend für die junge Konzer Truppe den Pfosten. „Das war alles super unglücklich für uns, weil wir in der ersten Halbzeit richtig gut waren. Es hört sich blöd an, aber auch zu Beginn der zweiten Halbzeit waren wir das bessere Team, haben es aber versäumt die Tore zu machen“, befand Konz‘ Trainer Stephan Schwarz. Im Gegenzug kassierte die teilweise im Abwehrverhalten noch „grün“ wirkende Truppe das 0:2. Nach einem Eckball von Jonas Weberskirch boxte sich der Konzer Keeper Jordan Nkamgove den Ball selber ins eigene Tor. Das 3:1 neun Minten vor Schluss kam einer Erlösung gleich. Patrick Phlepsen traf nach eigenem Pfostenschuss im Nachsetzen zum 3:1. Doch zuvor hätte der SVK den Ausgleich erzielen können, ja sogar müssen. Ein Schuss von Steffen Hausen prallte gegen den Pfosten, der gleiche Spieler scheiterte wenig später mit einem Kopfball nur knapp am Stadtkyller Gehäuse. Im Endspurt hatte die Stölben-Elf dann mehr zum Zusetzen und spielte ihre größere Erfahrung aus. Nach Vorarbeit von Sven Pohl war erneut Pidde zur Stelle und Weberskirch rundete in der 88. Minute den um mindestens zwei Tore zu hoch ausgefallenen Sieg der Gastgeber ab. „Der Sieg fällt in der Höhe definitiv zu hoch aus, doch es tut gut, nach der Niederlage in Wittlich drei Punkte auf dem Konto zu haben. Bis zum 2:1 waren wir nicht so souverän unterwegs, obwohl wir auch gut gespielt haben. Konz war ein starker Gegner“, verriet die Einschätzung von Stölben Realitätssinn. Stephan Schwarz indes haderte mit der Chancenauswertung sowie der teilweise konfus wirkenden Hintermannschaft. „Klar, hatten wir auch drei A-Jugendspieler drin, das soll aber keine Ausrede sein. Ja, es war ein verdienter Sieg für die Schneifel, doch es hätte auch anders ausgehen können. Wir hätten es nicht verlieren müsen. Es war eine Lehrstunde für uns.“
SG Hochwald – SG Geifeld/Rascheid
Verlegt
Die Partie wurde bereits im Vorfeld auf den 27. September verlegt, weil die Spieler der SG Hochwald komplett in den am vergangenen Wochenende ausgetragenen S4young-Cup in Zerf und Hentern eingebunden waren. Die Organisation und der Ablauf gestaltete sich reibungslos.
SG Wallenborn – SG Ralingen
8:0 (5:0)
Der Aufsteiger aus dem Sauertal kam an einem gebrauchten Tag ganz böse unter die Räder. Bereits zur Halbzeit war die einseitige Partie zugunsten der wie entfesselnd agierenden Wallenborner entschieden. Zu diesem Zeitpunkt stand es schon 5:0 für die Hausherren. Das Unheil nahm bereits nach acht (!!) Sekunden seinen Lauf, als nach dem Anstoß der Ralinger der Ball zurück zum Torwart gespielt wurde und dieser daraufhin Sebastian Hilgers unfreiwillig servierte. Hilgers bedankte sich auf seine Weise und schob die Kugel ins Tor – 1:0 (8.) – Rekordblitztor. „Wir hatten uns vorgenomen, direkt vorn anzulaufen und Ralingen unter Druck zu setzen. Zur Halbzeit war die Birne geschält“, konstatierte Wallenborns Trainer Stephan Zimmer. „Die Misere hat mit dem 0:1 nach acht Sekunden bei eigenem Anstoß angefangen. Ein Fehler hat sich an den anderen gereiht. So sind einige Tore unter gütiger Mithilfe von uns entstanden“, fand Ralingens Coach Frank Wagner nur schwer zu erklärende Worte für das Desaster. Denn nach acht Minuten klingelte es bereits zum zweitenmal im Ralinger Kasten, als der bärenstark aufspielende Daniel Zunk zum 2:0 traf. Ein Doppelschlag von Sebastian Zimmer und Andreas Hesslein ließ Wallenborn den Vorsprung in komfortable Höhe wachsen. Zimmer krönte den Sturmlauf der Heimelf mit dem 5:0 kurz vor der Pause. „Wir hatten uns viel vorgenommen, doch wenn es nach 20 Minuten 0:3 steht, kann man kaum noch reagieren. Die erste Maßnahme war die Herausnahme des Torwarts. Doch auch danach ist es uns nicht gelungen, Schadensbegrenzung zu betreiben“, stampfte Wagner nach der Partie. Weil Ralingen so viele Fehler machte, die normalerweise für eine halbe Saison reichen, durfte Wallenborn im zweiten Durchgang noch dreimal nachlegen. Kapitän Benny Duckart machte das halbe Dutzend voll (63.) und zu allem Überfluss bugsierte Ralingens Routiner Jens Ernzerhof bei einem finalen Rettungsversuch die Kugel auch noch ins eigene Netz – 7:0 (77.). Den Schlusspunkt setzte erneut Hesslein, der „für uns immer wichtiger wird. Andy hat eine überragende Partie gespielt, doch Daniel Zunk stand ihm in nichts nach“, lobte Zimmer vor allem zwei Spieler. Während die Sauertaler geknickt vom Platz schlichen, feierte Wallenborn den besten Saisonstart seit jüngster Bezirksligazugehörigkeit. „In der ersten Halbzeit watren wir effektiv, es hat alles gepasst, wir hätten aber noch höher gewinnen können“, befand Zimmer. Für Ralingens Trainer Frank Wagner blieb nur eine Erkenntnis: „Analysieren, Mund abputzen und weitermachen. Ich will jetzt nicht großartig dazwichenhauen.“
TuS Kröv – SG Saartal Schoden
1:2 (1:0)
Ein hartes Stück Arbeit hatte Rheinlandligaabsteiger Schoden auf dem Kröver Berg zu stemmen. Kröv hatte im ersten Abschnitt mehr vom Spiel und ging gewohnt aggressiv und robust in die Zweikämpfe. Trorz der verletzungsbedingten Auswechslung von Offensivmann Nino Fuchs agierte Kröv mit druckvollen Aktionen nach vorn. Lohn der Offensivbemühungen war die Führung durch Alexander Klein (34.). In der Folge hatte Schoden Glück, dass es zur Pause bei diesem Ergebnis blieb. Nach einer deftigen Halbzeitansprache von Thomas Berens zeigte Schoden mehr Willen, mehr Galligkeit und einen Schuss mehr Leidenschaft. Als Lukas Kramp allein in den Sechzehner eindrang und dann regelwidrig zu Fall kam, nahm sich der Torjäger vom Dienst die Kugel selbst und vollstreckte vom Elfmeterpunkt cool – 1:1 (52.). Berens stellte in der Halbzeit um und Kröv ließ auch physisch nach, sodass die Gäste aus dem Saartal nur zehn Minuten später zum Siegtreffer kamen. Nach einem langen Freistoß von Nicolas Jakob in den Rücken der Kröver Abwehr war Kevin Bernard zur Stelle – 1:2 (61.). In der Folge erarbeitete sich Schoden durch Kramp, Christopher Boesen und Bernrad weitere Chancen, die allerdings ungenutzt blieben. „Mit dem 2:1 bin ich hochzufrieden. Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Mannschaft die ganze Woche sensibilisiert habe, dass Kröv sehr körperbetont und physisch stark agiert. Einige haben sich fast in die Hose gemacht, sodass wir viele indivuduelle Fehler gemacht haben. Wir waren deshalb froh, dass wir nur mit einem 0:1 in die Pause gingen. Nach der richtigen Ansprache in der Kabine waren wir dann griffiger und haben mehr zweite Bälle bekommen. Was mich ärgert ist, dass wir unsere Kontermöglichkeiten nicht gut zu Ende gespielt haben“, holte SG-Coach Berens weit aus in seiner Analyse.
TuS Schweich – SG Neumagen
7:1 (4:0)
Während die Mosella einen Sahnetag erwischte, blieb Neumagen im Derby weit unter seine Möglichkeiten. Bereits zur Pause schossen Andre Steffgen (12., 42.), Carsten Reis (20.) und Stefan Schleimer (37.) einen 4:0-Vorteil heraus. Weil die Mosella vornehmlich über die rechte Abwehrseite der Gäste zum Erfolg kam, wurde es dann mehr als deutlich. Alex Schabo (65.), Thomas Schleimer (72.) und wiederum Stefan Schleimer sorgten für einen enthusiastischen 7:1-Kantersieg, der lediglich vom Ehrentreffer von Sebastian Leitzgen unterbrochen wurde. „Wenn man zur Pause 0:4 hinten liegt, denkt man nur an eines: nur kein Debakel. Das war heute deutlich zu wenig“, sah Neumagens Coach Uwe Heinsdorf dann doch ein Debakel.
SV Leiwen – SG Ruwertal
2:0 (0:0)
In einem offenen und gutklassigen Bezirksligaspiel hätte es auch in Ruwertaler Richtung gehen können. Denn Daniel Lentes und zweimal Pascal Neumann besaßen nach dem Wechsel gute Einschussmöglichkeiten für die Gäste. Auch Lentes vergab freistehend vor dem Leiwener Tor. Leiwen blieb effektiv und sicherte sich erst in der finalen Phase den Dreier. Heiko Schmitt war mit einem sehenswerten Seitfallzieher zum 1:0 erfolgreich, in der Nachspielzeit war es dann Lukas Jakobi vorbehalten, der auf Vorlage von Tom Jostock den Endstand markierte. „In der Gesamtsumme hatten wir die klareren Chancen, sodass der Sieg verdient ist“, sagte SVLK-Coach Timo Toppmöller.
SG Buchholz – SG Lüxem
3:7 (1:4)
Das 0:1 von Florian Weber war für die Kreisstädter der berühmte Wachrüttler. Dann drehte Lüxem auf und zog durch die Tore von jeweils zweimal Nico Neumann, Jonas Adams und Patrick Schmidt sowie Nils Thörner auf 7:1 davon, ehe Buchholz mit den Buden von Benedikt Schlösser und Tobias Schmitz (Foulelfmeter) Moral bewies. Der Buchholzer Michael Schiefer sah wegen einer Notbremse den roten Karton. „Wir hatten in der Woche super trainiert und wollten unbedigt an die Trainingsleistungen in Pantenburg anknüpfen. Das 0:1 hat mich maßlos geärgert, doch die Jungs haben dann alles top umgesetzt“, freute sich Lüxem-Coach Markus Schwind.