An der Spitze bleibt fast alles beim Alten. Ellscheid und Auw begnügten sich mit Remisdarbietungen, nur Bitburg beendete seine Durststrecke mit dem Sieg gegen Schweich. Sechs Spieltage vor Schluss marschiert Ellscheid weiter mit sechs Punkten voran, das anstehende Schlagerspiel gegen Auw wird durch die Punktverluste zusätzlich aufgewertet. Im Parterre der Liga hat sich das Thema Klassenerhalt für Thomm und Mattheis nach deren neuerlichen Niederlagen wohl erledigt. Hoffnungen dagegen keimt in der Vulkaneifel auf: Buchholz gewann mit 2:0 in Konz und erhält sich alle Optionen für den Verbleib in der Bezirksliga. Dörbach rutscht auf einen direkten Abstiegsplatz ab.

SV Konz – SG Buchholz
0:2 (0:0)
Nach dem 0:0 gegen die SG Hochwald in der Vorwoche ist die SG Buchholz auch nach dem Spiel in Konz weiterhin auf Kurs. Das 2:0 bedeutete in Abwesenheit des in München weilenden Trainers Christian Mergens zwar noch keineswegs Entwarnung, doch erstmals seit Monaten verlässt die Mannschaft die direkten Abstiegsplätze. Mergens war über Spielverlauf und Spielstand während der Partie bestens informiert. „Ich stand in ständigem Kontakt zur Mannschaft und habe mich natürlich riesig gefreut, dass sie in Konz gewonnen hat. Das erste Puzzleteil ist gelegt, jetzt wollen wir die nächsten Schritte gehen.“ Buchholz verteidigte diszipliniert und war bei Konterattacken stets gefährlich. So war es nicht verwunderlich, dass die beiden Siegtore solchen Tempogegenstößen entsprangen. Dominic Klein in der 66. und Jonas Schlösser drei Minuten vor Schluss sorgten nach Spielschluss für eine ausgelassene Stimmung in der Buchholzer Kabine. So war auch für den Konzer Trainer Alex Stieg der Sieg der Gäste keinesfalls unverdient. „Wir hatten zunächst eine gute Spielkontrolle, haben aber dann die Geduld verloren. Das war insgesamt kein gutes Spiel von uns, weil wir auch keine Mittel gefunden haben und auch die Ideen fehlten. Buchholz hat geschickt verteidigt.“ Der für Mergens an der Seitenlinie stehende Vorsitzende des SV Manderscheid, Fred Stolz, sah eine geduldig und gut verteidigende, aber auch klug konternde Mannschaft. „Die Vorgaben hat die Mannschaft sehr gut umgesetzt, nur hätten wir vorher schon alles
klar machen können.“

SG Schneifel Auw – TuS Kröv
1:1 (0:1)
Der Aufsteiger von der Mosel präsentierte sich in Stadtkyll als robuste und spielstarke Mannschaft, die Sekunden vor dem Ende noch im sicheren Hafen des Sieges ankerte. In einem feurigen und intensiven Match legte Kröv nach 22 Minuten durch ein Traumtor von André Benzarti vor. Der Manndecker nutzte einen Diagonalpass von Dini Hajdari mit einem wuchtigen Schuss in den Giebel zur Führung. Auws Thomas Lambertz verletzte sich bei dieser Aktion, als er ausrutschte und sich den Oberschenkkel hielt. Die Hausherren kamen nur schwer in die Gänge, besaßen aber durch Michael Kreutz und Christoph Fuhrt gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Kröv stellte nach dem Wechsel auf Fünferkette um, blieb aber bei schnellen Umschaltbewegungen gefährlich. So durfte sich Auw bei seinem Keeper Stephan Simon bedanken, als er zweimal gedankenschnell parierte. Der Auwer Schlussmann war es auch, der Sekunden vor dem Ende den Ausgleichstreffer markierte. Im Anschluss an eine Ecke tauchte der Torwart vor Krövs Keeper Nico Schulz auf und wuchtete den Ball volley in die Maschen – 1:1 (92.). Der Schuss wurde noch abgefälscht und bekam eine für Schulz nicht mehr kontrollierbare Richtung. „Riesenkompliment an Kröv, das hier bärenstark gespielt hat. Aber ich muss auch meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen, weil sie Moral bewiesen und gefightet hat. Es ist kein Beinbruch, gegen Kröv remis zu spielen“, gewann Auws Trainer Jörg Stölben dem Unentschieden überwiegend Positives ab.

SG Hochwald – SG Thomm
3:1 (0:0)
Zum Derby in Zerf hielt Thomm 70 Minuten gut dagegen, musste in der Schlussphase jedoch dem Tempo Tribut zollen. „Uns hat am Ende die Kraft gefehlt, doch die Leistung war sehr zufriedenstellend. Zerf war uns natürlich fußballerisch überlegen“, gestand Thomms Spielertrainer Daniel Becker. Die Hausherren agierten dominant und spielten ein ums andere Mal gefährliche Pässe in die Schnittstellen der Thommer Abwehr. Zwar hatte Florian Lorenz mit zwei Pfostenschüssen das Gros der Chancen auf Zerfer Seite, doch Thomm stand bis in die 70. Minute hinein kompakt und ließ nicht viel zu. Erst ein schöner Schnittstellenpass von Johannes Carl auf Lorenz brach den Bann – 1:0 (67.). Die SG Hochwald blieb am Drücker und legte sechs Minuten später mit dem 2:0 den Grundstein zum sicheren Sieg. Lorenz spielte Jens Baumeister super in den Lauf, der ließ noch einen Gegenspieler stehen und zog unhaltbar ab. Mit einem Geschoss der Marke Tor des Monats gelang Lars Wagner der Anschlusstreffer, als der junge Stürmer der SG Thomm aus spitzem Winkel ins Dreieck traf – 2:1 (84.). „Das Gegentor ärgert uns, denn es hätte fast nochmal spannend werden können. Zum Glück, dass wir das 3:1 direkt nachgelegt haben“, geriet Hochwald-Spielertrainer Lorenz final ins Schwitzen. Denn zwei Minuten vor dem Ende einer von Zerfer Seite überlegen geführten Partie machte der 20-jährige Fabio Dany den Sieg der SGH wasserdicht: Jens Baumeister legte nach einer gelungenen Kombination auf Dany quer. Dany spielt gewöhnlich in der zweiten Thommer Mannschaft, half aber aufgrund zahlreicher Ausfälle von Stammspielern aus. Der Joker gab im Hinspiel vor einem halben Jahr sein Bezirksliga-Debüt. „Es war schon ein hochverdienter Sieg, doch die Tore sind etwas spät gefallen, weil die Dynamik ein bisschen fehlte“, befand Lorenz hinterher. Mit dieser Niederlage ist der Abstieg der Thommer quasi besiegelt.

SG Wallenborn – SG Ellscheid
2:2 (1:2)
Mehr als 300 Zuschauer pilgerten zum Niederstadtfelder Sportplatz und wollten ein feuriges Derby sehen. Zwar blieb die ganz große Fußballkunst ob des holprigen Hartplatzes in der Schublade, doch beide Mannschaften zeigten, wie emotional solch ein Derby sein kann. Wallenborn begann zielstrebig und hatte mit einem Lattenschuss von Sebastian Zimmer die erste richtig dicke Möglichkeit. Drei Minuten, nachdem dessen Schuss an das Aluminium klatschte, war Zimmer aber zum 1:0 zur Stelle (28.). Kalt erwischte es die Gastgeber, als Ellscheid quasi mit dem Pausenpfiff in Führung ging. Zunächst nutzte Marcel Riemann nach einem Eckball die Unordnung im Wallenborner Fünfer zum 1:1 und in der zweiten Minute der Nachspielzeit des ersten Durchgangs schob Torjäger Markus Boos nach einer tollen Kombination die Kugel über die Linie. „Bis zur 35. Minute haben wir das Spiel und den Gegner klar beherrscht und kassieren in der Nachspielzeit noch zwei Tore. Das darf natürlich so nicht passieren. Sonst, denke ich, hätten wir das Spiel gewonnen. Da waren Einige wohl gedanklich schon in der Kabine“, bemerkte Wallenborns Coach Stephan Zimmer. Auch nach dem Seitenwechsel blieb es das von beiden Seiten kämpferisch und leidenschaftlich geführte Match, bei dem die Gastgeber in der Schlussphase auch spielerische Qualitäten zeigten. Zunächst traf Kasper Wlodarek nach Doppelpass mit Zimmer den Innenpfosten, doch einen Moment später nutzte Daniel Zunk die Unordnung im Ellscheider Defensivverbund zum verdienten Ausgleichstreffer, als der Stürmer im Eins-gegen-eins Ellscheids Keeper Daniel Neisius umkurvte und cool einschob – 2:2 (85.). „Der Punkt war hochverdient, wir waren zum Schluss näher am Sieg“, befand Zimmer abschließend. Ellscheids Coach Niklas Wagner blieb dagegen cool: „Wir werden wegen des 2:2 jetzt nicht in Angst und Schrecken verfallen.“ Die Punkteteilung erhält den Vorzeigefußballern aus der Vulkaneifel alle Optionen auf den Titel. Denn vor dem nahenden Gipfel gegen Auw hat Ellscheid nach wie vor sechs Punkte Vorsprung.

TuS Ahbach – SG Neumagen
2:4 (1:1)
Der TuS Ahbach verschenkte die Punkte kurz nach der Halbzeit, als Neumagen individuelle Fehler bestrafte. Zunächst legte David Kaster für den Eifel-Aufsteiger vor (13.), doch nach einer halben Stunde war Max Kilburg nach einer Ecke zum 1:1 zur Stelle. Die Entscheidung bahnte sich kurz nach Wiederbeginn an, als Joachim Lex nach einer Kombination über Kilburg und Mario Görgen die Führung für die Gäste erzielte und nur vier Minuten später der überragende Kilburg mit seinem zweiten Treffer das dritte SG-Tor nachlegte. Kaster brachte nach einem Konter die Hausherren wieder heran, doch dann ereilte den Eifelern das Verletzungspech, als erst Christoph Schmitz, dann Tobias Hermes und schließlich Kaster aus dem Spiel mussten. Weil sich vor dem Spiel auch noch Björn Hoffmann verletzte und das Wechselkontingent ausgeschöpft war, musste Ahbach in den letzten neun Minuten zu zehnt auskommen. Nach einem Konter tütete Christoph Bechtel mit einer tollen Einzelleistung und dem 4:2 den Gästesieg ein. „Es war ein verdienter Sieg, die Leistungen in einigen Phasen aber waren zu schwankend“, befand SG-Coach Uwe Heinsdorf. Sein Pendant Christian Sicken meinte, dass „wir das Spiel aufgrund individueller Fehler verloren haben. Ein Remis wäre gerechtfertigt gewesen, denn Clausen und Pidde trafen das Aluminium“.

SG Rascheid – SV Dörbach
1:1 (1:1)
Trotz des achtbaren Remis war das 1:1 für die Gäste aus dem Salmtal zu wenig. Dörbach legte nach 20 Minuten durch Nils Thörner vor, doch zwei Minuten später egalisierte Manuel Hoffmann die Dörbacher Führung (22.). Die Gäste blieben torgefährlicher und hätten bei mehr Kaltschnäuzigkeit oder dem Quäntchen Glück auch mit einem Sieg die Heimreise aus dem Hochwald antreten können. Denn in der ersten Halbzeit besaßen Thörner und Jacob Boesen zwei tolle Konterchancen und nach dem Wechsel zimmerten Michael Stoffel per Kopf und Philipp Gulden Schüsse ans Aluminium. „Die Mannschaft hat gut gekämpft, sich aber wieder mal nicht belohnt“, räumte Dörbachs Klubchef Peter Stoffel Versäumnisse bei der Chancenverwertung ein.

FC Bitburg – TuS Schweich
1:0 (0:0)
Der FC Bitburg kehrte nach drei Niederlagen in Folge in die Erfolgsspur zurück und bewies vor allem seine Qualitäten bei Standards. Shend Krasnici und Simon Floß ließen im ersten Abschnitt gute Bitburger Chancen aus, ehe die Mosella nach dem Wechsel stärker wurde. Die Entscheidung reifte, als FC-Abwehrchef Taner Weins einen langen Freistoß in den Sechzehner zirkelte und an Freund und Feind vorbei plötzlich im langen Eck einschlug (66.). Dabei sah Schweichs Keeper nicht besonders glücklich aus.