„In der Bezirksliga herrscht ein anderes Tempo“

Interview, Bezirksliga: Martin Wagener - SV Speicher

„In der Bezirksliga herrscht ein anderes Tempo“

17. September 2020, 00:00 Uhr

Martin Wagener trainiert seit der Saison 2016/17 den SV Speicher und führte ihn zweimal zum Aufstieg. In der Saison 2017/18 gelang der Aufstieg in die Kreisliga A Eifel und zwei Jahre später in der Corona bedingten Abbruchsaison schließlich der Aufstieg in die Bezirksliga. In der Spielzeit 1978/79 spielte der SVS in der Oberliga. Sein Co-Trainer heißt Tobias Niehl.

11ER: Der SV Speicher ist erstmals seit 33 Jahren wieder Bezirksligist. Wie leicht ist Ihnen bzw. der Mannschaft die Eingewöhnungszeit gefallen?
Martin Wagener: Die Eingewöhnungszeit ist uns nicht leicht gefallen, doch wir haben einen guten Start hingelegt mit sechs Punkten aus drei Spielen. Hier herrscht ein anderes Tempo als noch in der A-Liga. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass das Tempo hier 90 Minuten permanent hoch ist. Es ist aber toll, jetzt in dieser Liga zu sein und vor 200 Zuschauern zu spielen.

11ER: Das bedeutet, dass Ihr Zwischenfazit relativ zufrieden ausfällt?
Wagener: Wir wussten nach der Vorbereitung, als es einige Verletzte gab, nicht so richtig, wo wir stehen. Doch mit den sechs Punkten können wir zufrieden sein. Leider erwischte uns in Rascheid ein später Gegentreffer. Ansonsten ist alles im Lot.

11ER: Ein Wort zu den Neuzugängen. Sind diese bereits komplett integriert?
Wagener: Die allermeisten, ja. Lukas Schwarz war Kapitän bei unserem Nachbarclub in Herforst, hat sich super eingefügt und in die Stammelf gespielt. Alexandru Roca, der ebenfalls aus Herforst kam, war bislang wenig im Training, weil er vier Wochen in seinem Heimatland Rumänien war und dann auch noch in Quarantäne musste. Er ist derzeit keine Option. Alex Newman hatte sich ins Team gespielt, sich aber in Rascheid auch verletzt. Da will ich momentan kein Risiko eingehen, doch in zwei Wochen könnte er zurück sein. Justin Marie kam vom B-Ligisten Mehlentaler SV und schlägt sich bislang sehr gut. Er muss sich noch an das hohe Tempo gewöhnen. Justin hat sich in Baustert mit dem Siegtreffer für seine gute Leistung belohnt.

11ER: Welches Ziel haben Sie der Mannschaft nahegelegt?
Wagener: Es ist als Aufsteiger nicht anders, als woanders auch: Wir wollen die Liga möglichst halten. Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir eine sorgenfreie Saison spielen.

11ER: Ein Wort zu ihrem Routinier Artur Poloshenko. Kann er das Spiel Ihrer Mannschaft lenken?
Wagener: In der Vorbereitung war Artur super drauf und hat regelmäßig getroffen. Zuletzt war er leider nicht vom Glück beseelt. Artur hat in Baustert einen Elfmeter verschossen und in Rascheid ist er mehrfach am Aluminium gescheitert. Er muss sich sein Glück jetzt wieder erarbeiten. Doch mit seiner großen Erfahrung ist er immer noch für uns ein Unterschiedsspieler. Sein Bruder Oleg hat im Sommer aus beruflichen Gründen mit dem Fußball aufgehört.

11ER: Nach Robin Eiden, der in Mehring ein Führungsspieler war, ist jetzt auch Marcel Selmane von dort gekommen. Wie gut kommt er zurecht?
Wagener: Marcel stammt aus Orenhofen und kann aufgrund seiner Rheinlandligaerfahrung ein Führungsspieler bei uns werden. Wir sind froh, dass wir ihn für uns gewinnen konnten.

11ER: Tobias Niehl ist Ihr Co-Trainer. Gibt es eine Aufgabenteilung?
Wagener: Tobi unterstützt mich gut bei der Trainingsarbeit in puncto Spielvorbereitung und Gegneranalyse.

11ER: Wie schätzen Sie Ihren Gegner ein?
Wagener: Die SG Nusbaum hat sich super etabliert in der Bezirksliga und ich halte sie nach wie vor für eine sehr starke Mannschaft, auch wenn sie jetzt zwei Spiele verloren haben. Im Vorjahr haben sie eine sehr gute Rolle gespielt. Sie haben eine sehr ausgeprägte Gemeinschaft, kommen über eine gewisse Zweikampfhärte, haben aber auch spielerisch richtig gute Leistungen gezeigt.

11ER: Können Sie schon etwas zur Taktik sagen?
Wagener: Details werde ich hier und heute keine preisgeben, doch unsere Grundausrichtung ist stets offensiv. Gerade zu Hause vor unseren Zuschauern wollen wir sie mit tollem Kombinationsfußball begeistern. Natürlich gilt es auch, die Balance zu wahren zwischen defensiver Stabilität und Angriff.

11ER: Wie sieht es personell aus für die Partie am Samstag?
Wagener: Robin Eiden fällt wegen einer Knieverletzung längere Zeit aus, Tobias Berlin befindet sich im Urlaub und bei Alex Newman muss ich von Tag zu Tag gucken. Raphael Klotz erwarte ich in der nächsten Woche zurück, auch er war verletzt.

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