Zumindest auf dem Papier ist das bevorstehende Lokalderby zwischen dem FSV Trier-Tarforst II und der DJK aus Pluwig und Gusterath ungleich. Der FSV empfängt das junge Team um Trainer Aimé Kinss als Tabellenletzter und hofft ferner auf eine erfolgreiche Wende. Zudem kehrt Aimé Kinss an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo er selbst viele Jahre lang als aktiver Spieler und Trainer der zweiten Mannschaft mitgewirkt hat. 

Die wohl bis dato schwerste Saison aller Zeiten trägt die Tarforster Zweitvertretung derweil auf den Schultern. Einen Umbruch der unschönen Art mussten die Trierer Höhenkicker im Sommer dieses Jahres über sich ergehen lassen. Viele Abgänge standen unterm Strich und wurden nur bedingt kompensiert. Große Lücken bildeten sich im Kader, die man notgedrungen im Verlauf der Saison sogar mit Spielern aus der AH-Elf oder aus dem Jugendbereich auffüllen musste, um überhaupt elf Akteure auf den Platz zaubern zu können. Für Trainer Daniel Will eine ungewohnte Situation. Dennoch gibt der ehrgeizige Trainer, dessen Team mit Abschluss des siebten Spieltags erst einen Punkt und den letzten Tabellenplatz pflegt, nicht auf. „Nachdem klar war, dass wir 16 Abgänge zu kompensieren haben und aus dem Nichts eine neue Mannschaft formen müssen, wussten wir, dass es eine brutale Saison werden wird. Der dünne Kader macht uns zudem weiterhin schwer zu schaffen. Wir haben zwar nominell 18 Spieler im Kader, allerdings können wir nie auf alle Spieler aufgrund von Verletzungen und Abwesenheiten zurückgreifen“, bedauert Will. Hoffnung auf Punkte pflegt man zudem auch mit Blick auf das kommende Heimspiel gegen die DJK aus Pluwig und Gusterath. Auf dem Papier ist Pluwig der klare Favorit. Dennoch rechnet sich Daniel Will eine kleine Überraschung aus: „Pluwig hat seit Jahren eine gute Truppe und gehört sicher zu den Top Fünf der Liga. Wir haben in diesem Spiel nichts zu verlieren und werden auch versuchen, bei unserem Heimspiel zu punkten. Wenn wir personell gut aufgestellt sind und das Team unsere Vorgaben alle umsetzt, ist ein Punkt für uns durchaus möglich.“ Pluwig dagegen kann entspannt ins Lokalderby gegen Tarforst gehen. Für die Elf um Trainer Aimé Kinss läuft es. Zwar notierte man auch in Pluwig die ein oder anderen schmerzhaften Rückschläge, aber unterm Strich atmet man mit elf Punkten und Platz sieben ruhig und gelassen. Die Truppe im schwarz-weißen Dress pflegt reichlich Qualität. Besonders die Defensive wirkt mit erst 13 Gegentreffern sicher. Schwere Kost somit für die weit abgeschlagenen Tarforster, die trotz trauriger Ausgangslage gegen Pluwig dennoch etwas reißen möchten. „Sicherlich markiert Tarforst den letzten Tabellenplatz. Aber ich finde trotzdem, dass dieses Spiel eine ganz schwere Aufgabe für uns werden wird. Tarforst wird kämpfen, da bin ich mir sicher“, vermutet DJK-Trainer Aimé Kinss. Unter Druck steht zumindest nur ein Team. Die Rote Liga-Laterne fest in Tarforster Hand verankert, möchte man so schnell wie möglich ein Erfolgsserlebnis erzielen, um nicht nur das bisher magere Punktekonto, sondern vielmehr auch die eigene Moral inklusive des stark angekratzten Selbstvertrauens positiv aufzuwerten. Tarforst hofft und wird kämpfen, auch wenn die Aufgabe schwer wird.
TR-Tarforst, So., 13.10., 14.30h