„Franzenheim ist im Vorteil“

Stefan Reifenberg – SG Fidei

24. November 2022, 08:00 Uhr

11ER: Am Wochenende konnte die Fidei gegen Pluwig II den nächsten Dreier einfahren. Wie kam es zum 9:5-Endstand?

Stefan Reifenberg: Es kamen einige Dinge zusammen und das Spiel stand unter keinem guten Stern. Die eine Sache war, dass unsere Damenmannschaft und unsere Zweite vor uns gespielt haben und der Platz aufgrund der Witterungsverhältnisse entsprechend aussah. Die andere Sache war, dass der Torwart unserer zweiten Mannschaft in der 75. Minute zusammengebrochen ist und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das Spiel wurde abgebrochen, doch unser Spiel hat in diesem Zusammenhang später angefangen. Am Anfang lief dann auch alles gut und wir lagen mit 3:0 zur Pause vorne, obwohl wir auch da schon nicht sattelfest waren. In der zweiten Halbzeit landete dann ein Befreiungsschlag von Alexander Plein zum 4:0 im Tor. Ab diesem Zeitpunkt meinte jeder, er müsste ein Tor schießen. Hinten waren wir vogelfrei, es gab keine Absicherung oder Restverteidigung mehr. Es passierte genau das, was ich in dieser Saison schon öfter bemängelte: Wir spielten einfach immer weiter und viel zu schnell nach vorne. Am Ende hätte das Spiel dann auch 15:5 oder 16:7 ausgehen können. Infolgedessen war ich nach dem Spiel emotional und auch geladen. Wir haben das Spiel zwar gewonnen, doch die Art und Weise geht einfach nicht. Das habe ich der Mannschaft auch unmissverständlich klar gemacht. Man kann nicht blind mit zehn Spielern nach vorne laufen. So etwas darf uns am Samstag nicht passieren.

11ER: Die SG Franzenheim führt die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung an. Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?
Reifenberg: Es ist natürlich die klassische Konstellation Erster gegen Zweiter, aber wenn man die Tabelle liest, ist es kein absolutes Spitzenspiel. Wir haben gegen Hermeskeil und auch gegen Mehring die Punkte liegen gelassen, die uns jetzt fehlen, um ein absolutes Spitzenspiel zu haben. Dann könnten wir das Spiel taktisch anders angehen. Jetzt sieht das Ganze anders aus. Wir haben uns zwar in dieser Saison kein Ziel gesetzt, doch wenn wir die Möglichkeit wahren wollen, auf den ersten Platz vorzuziehen, müssen wir gewinnen – das steht außer Frage. Es zeugt auch von der Qualität der Franzenheimer, dass sie Spiele, in denen sie vielleicht nicht die bessere Mannschaft sind, gewinnen oder Zählbares mitnehmen. Gegen Bekond haben sie zum Beispiel in letzter Minute noch den Ausgleich erzielt. So reicht uns auch kein Unentschieden. In den letzten acht Saisonspielen werden sie kaum fünf Punkte abgeben. Und selbst wenn, müssen wir alle unsere Spiele gewinnen.

11ER: Im Hinspiel verlor man gegen die Franzenheimer mit 2:3. Was ist Ihnen aus dieser Partie in Erinnerung geblieben?
Reifenberg: Es war eines dieser Spiele, in denen wir zweimal zurück lagen, zweimal wieder ran kamen und dann nicht mit einem Unentschieden zufrieden sein können. Das ist einerseits eine sehr gute Eigenschaft unserer Mannschaft, andererseits auch schwierig. Wir machten ein super Spiel und hätten einen Punkt oder auch drei verdient gehabt, gingen aber so am Ende mit null vom Feld. Was das betrifft, ist Franzenheim ein bisschen weiter. Abgesehen davon war es ein Spiel zwischen zwei sehr spielstarken Mannschaften und tollen Ballstafetten. So müssen wir auch dieses Mal spielen: Ohne Angst, mit Freude am Fußball und dem Mut, auch ins Eins-zu-eins zu gehen. Wir wollen nicht nur abwarten, sondern das Spiel an uns reißen. So wie ich Thomas Werhan kenne, ist das aber auch sein Plan.

11ER: Die Franzenheimer sind vor allem für ihr starkes Umschaltspiel verantwortlich und noch immer ungeschlagen. Wie kann man eine solche Mannschaft besiegen?
Reifenberg: Wir müssen insbesondere Ballverluste im eigenen Angriffsspiel vermeiden und immer versuchen, in unserer Hälfte in Überzahl zu bleiben. Nur so können wir ihr Umschaltspiel mit schnellen Spielern wie Mokelke oder Greilich stoppen. Auch auf Luca Franzen, der eine super Schusstechnik hat und gerne aus der zweiten Reihe abzieht, müssen wir aufpassen. Mit Michael Hassani haben sie bei Standards auch viel Qualität. Das durften wir schon im Hinspiel merken, denn selbst mit klarer Zuteilung ist er nur schwer zu verteidigen. Wir wissen natürlich, dass es keine leichte Aufgabe wird. Franzenheim ist im Vorteil und kann mit einem Sieg einen Riesenschritt machen. Sie stehen ohne Wenn und Aber verdient dort oben. Wir können aber mithalten, auch wenn Franzenheim uns – was die Konstanz betrifft – etwas voraus ist. Sie werden auch den nötigen Respekt vor uns haben. Schließlich haben wir auch einige Spieler wie zum Beispiel Steven Schappo, die immer für eine Bude gut sind. Letztendlich dürfen wir aber auch den zweiten Platz nicht aus den Augen verlieren. Sollte dieser am Ende zur Relegation reichen, wollen wir ihn festigen. Da wäre, je nachdem wie das Spiel läuft, auch ein Unentschieden in Ordnung – auch wenn ein Sieg unser Ziel ist.

11ER: Wie sieht es personell aus?
Reifenberg: Wir haben am Sonntag Daniel Schuh komplett und Daniel Kläs teilweise geschont, da beide angeschlagen sind. Sie sollten aber fit werden. Ansonsten haben wir aktuell nichts zu beklagen.

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