Auf dem Hartplatz in Waldweiler sind gleich zwei Serien gerissen: Die Saartal-SG beendete eine sechs Spiele anhaltende Negativserie, Niederkell musste nach fünf Siegen am Stück wieder die erste Niederlage in Kauf nehmen.
Lukas Rausch hatte die Gäste aus dem Hochwald mit einem tollen Volleyschuss nach Vorarbeit von Jannik Klas schon in der vierten Minute in Führung gebracht. Kanzem hatte viele lange Bälle zu verteidigen und tat sich in der ersten Halbzeit noch schwer. Klas hätte noch vor der Pause auf 2:0 stellen können für Niederkell, traf aber nur das Außennetz. Die Vereinigten aus Kanzem, Wawern und Ayl fanden nach dem Wechsel besser in die Partie, erzeugten jede Menge Druck und kamen in der 57. Minute zum 1:1-Ausgleich. Nach einem Foul von Niederkells Keeper Jonas Weiland an Carsten Vogel machte es der gefoulte Spieler selbst und verwandelte den Strafstoß rechts unten sicher – 1:1. In der Folge kam Kanzem zu weiteren Möglichkeiten: Eine Direktabnahme von Carsten Vogel entschärfte Weiland großartig (73.), zwei Minuten später drosch der eingewechselte Marco Jäger einen Freistoß von Dominik Güth aus drei Metern über das Gebälk. Schließlich beanspruchten die Kanzemer das Glück des Tüchtigen für sich und markierten in der vierten Minute der Nachspielzeit den viel umjubelten Siegtreffer. Ein Niederkeller Freistoß an der Mittellinie wurde von einem Kanzemer geblockt, der folgende Tempogegenstoß brachte Carsten Vogel in Position. Der Ausnahmestürmer setzte sich gegen vier Gegenspieler durch, legte geistesgegenwärtig auf den mitgelaufenen Yannik Temmes ab, der keine Mühe hatte, cool zu bleiben und das 2:1 zu markieren. Klar, dass Kanzems Trainer Carlo Müller erleichtert war. „Nach sechs Niederlagen dürfen wir endlich wieder einen Sieg feiern. Wir haben einen riesigen Aufwand betrieben, es war ein Herzschlagfinale mit einem glücklichen Ausgang. Wir sind immer angelaufen und haben nie den Glauben verloren. Bemerkenswert ist, dass wir nach dem neuerlichen Rückstand die Köpfe oben behalten und uns aufgerappelt haben. Wir hatten im zweiten Durchgang viele lange Bälle zu verteidigen und haben fast gar nichts mehr zugelassen. Wir sind sehr glücklich, dass uns dieser Befreiungsschlag gelungen ist. Es ist eine Wohltat.“ Müllers Pendant auf Niederkeller Seite, Robin Witzel, sprach von einer vermeidbaren Niederlage. „Wir wussten, dass Kanzem mit neuem Trainer und mit dem Rücken zur Wand energisch und aggressiv auftreten wird. Wir hatten ja schon das Hinspiel mit 0:3 verloren. Sie liegen uns einfach nicht. Sie waren auch robuster, körperlich präsenter in der Zweikampfführung als wir. Sie haben den Sieg erzwungen. Wir haben uns mehr aufs Konterspiel konzentriert und leider die Chance zum 2:0 vergeben. In der zweiten Halbzeit haben wir uns ein bisschen den Schneid abkaufen lassen. Kanzem hat mehr investiert und den Sieg mehr gewollt“, unterstrich Witzel abschließend.
Foto: Archiv/Alfred Weinandy
