„Freitagseinheiten mäßig besucht“

Sascha Freytag – TuS Schillingen

18. November 2021, 12:00 Uhr

11ER: Nach der 2:5-Heimniederlage gegen Badem ist ihre Mannschaft wieder in die Abstiegszone geraten. Warum spielt das Team so inkonstant?

Sascha Freytag: In vielen Spielen, in denen wir die bessere Mannschaft warten, fehlen die letzten fünf Prozent Leistung. In den entscheidenden Spielen und auch Phasen fehlen uns Wille und Mentalität. Vor zwei Wochen haben wir es mal geschafft, zwei Spiele am Stück zu gewinnen, doch warum geht es nicht weiter so? Diese Frage stellt sich auch mir. Ich denke, dass wir ein Mentalitätsproblem haben.


11ER: Eine weitere Schwächephase würde die Mannschaft in arge Abstiegsnot bringen, oder?
Freytag: Ja, sicher, aber wir wollen eine solche Schwächephase, wie wir sie nach unserem gelungenen Saisonstart gegen Speicher hatten, als wir neun Spiele in Folge ohne Sieg geblieben sind, nicht wiederholen. Man hat ja gesehen, dass wir sogar auswärts in Konz und Ralingen in der Lage sind, zu gewinnen und sogar zu Null zu spielen.

11ER: Wo sollte demnach der Hebel im Training angesetzt werden, wo noch mal nachjustiert werden?
Freytag: Entscheidend ist die Trainingsbeteiligung. Nur im Training kann man den Hebel ansetzen, weil du dort alles noch beeinflussen kannst als Trainer. Mit einer abwechslungsreichen Trainingsgestaltung kannst du auch taktisch arbeiten und den Spaßfaktor einbringen. Das geht aber nur, wenn genug Leute da sind. Acht bis zehn Spieler sind da dringende Voraussetzung. Doch das war zuletzt selten der Fall. Selbst die Freitagseinheiten sind nur mäßig besucht. Da fängt die Mentalität für meine Begriffe schon an.

11ER: Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Tabellenkonstellation vier Spieltage vor der Winterpause?
Freytag: Zum jetzigen Zeitpunkt lügt die Tabelle nicht mehr. Sie hat jetzt eine gewisse Aussagekraft. Wir stehen nicht umsonst da unten drin. Die Gefahr ist hoch, dass wir noch weiter abrutschen, wenn wir nicht wieder anfangen zu punkten. Den Sieg gegen Ralingen haben wir uns hart erarbeitet, in Konz haben wir einen guten Tag erwischt, als alles gepasst hat. Insgesamt müssen wir uns noch mehr konzentrieren. Die Vorrunde haben wir noch nicht abgeschenkt. Da muss ich an die Einstellung der Spieler appellieren: Da sollte nicht jeder Geburtstag wichtiger sein als eine Trainingseinheit. Wenn die Spieler das begreifen, sind wir auf dem richtigen Weg. Mit Platz 14 stehst du in einer ganz gefährlichen Tabellenregion.

11ER: Welche Stärken bringt Mark Münker ein?
Freytag: Mark ist einer derjenigen, die eine absolut positive Entwicklung genommen haben in dieser Saison und er ist ein extrem wichtiger Faktor. Er ist vielseitig einsetzbar, kann im Sturm, aber auch im Mittelfeld agieren und ist sich für nichts zu schade. Er versteht es, die Bälle festzumachen und im Spiel zu arbeiten. Leider musste sich Mark zuletzt mit muskulären Problemen herumschlagen. Gegen Badem ist beim Warmmachen der Oberschenkelmuskel blockiert und hat zu gemacht. Ich hoffe auf seine Rückkehr in den restlichen Spielen.

11ER: Wie schätzen Sie den SV Lüxem ein?
Freytag: Die Situation in Lüxem ist ähnlich wie bei uns. Sie haben eine gute individuelle Qualität und ein ähnliches Torverhältnis. Wir sind Tabellennachbarn. Sie haben aber auch – ähnlich wie wir – wenig Tore geschossen. Ich denke, beide Mannschaften werden sich auf Augenhöhe begegnen.

11ER: Erinnern Sie sich an das letzte Spiel im Vorjahr?
Freytag: Ja, das letzte Duell haben wir in einem umkämpften Spiel durch ein Tor von Tobias Anell mit 1:0 gewonnen. Es war ein glücklicher Ausgang für uns, doch spielerisch haben wir da eine ansprechende Leistung gezeigt.

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