11ER: Nach fünf Spielen stehen bei der SG Haag II drei Punkte zu Buche. Wie lautet Ihr Fazit zu diesem Saisonstart?
Timo Marx: Wir trafen bisher auf viele gute Gegner, von denen die meisten oben mitspielen oder hohe Ziele haben. Das Auftaktprogramm war schwer. Gegen Geisfeld und Gutweiler wäre mehr für uns drin gewesen, doch neben verletzten und angeschlagenen Spielern war auch der Fußballgott nicht immer auf unserer Seite. Trotz der schlechten Ergebnisse bin ich mit unseren Jungs aber ganz zufrieden. Ich hoffe aber natürlich nicht, dass es von den Ergebnissen so weitergeht. Uns war schon vor dem Start klar, dass es eine schwierige Saison werden würde. Jetzt gilt es, ruhig und sachlich weiterzuarbeiten – alles andere wäre fatal.
11ER: Ihr Team ist neu im Spielkreis. Welchen Eindruck haben Sie bisher von der alten Mosel-Hochwald-Klasse?
Marx: Die Klasse ist schwer und ich denke, dass wir es in unserer alten Klasse um einiges einfacher gehabt hätten. Man muss klar sagen, dass die Staffeleinteilung beschissen für uns war. Wir haben weite Anreisen und keine Derbys mehr. Durch die fehlenden Derbys geht dem Verein Geld flöten, da größere Zuschauerzahlen ausbleiben. Meiner Meinung nach ist die Einteilung mehr als lachhaft. Wir wehrten uns, aber es war nichts zu machen. Zum Wechsel hätten wir eine Mannschaft benötigt, die mit uns tauschen möchte, doch das wollte natürlich niemand. Das Problem ist wohl, dass wir dieses Jahr in Horath gemeldet sind. Nächste Saison ist es wieder Merscheid und scheinbar machen diese fünf, sechs Kilometer den Unterschied. Das hätte sich mit Sachverstand besser lösen lassen, aber jetzt müssen wir das Beste aus der Situation machen.
11ER: Eine bisherige Schwäche scheint die Offensive zu sein. Ihr Team traf in fünf Spielen erst vier Mal. Wieso klemmt es derzeit noch vor dem gegnerischen Tor?
Marx: Im Prinzip haben wir derzeit keinen richtigen Stürmer. Tim Schiffels spielt vorne drin, ist eigentlich aber ein guter Sechser. Er hat Chancen, aber noch ist der Knoten nicht geplatzt. Unser Mittelfeld steht gut, im Sturm ist jedoch Flaute. Daran werden wir gemeinsam arbeiten. Als zweite Mannschaft ist es ohnehin nie leicht.
11ER: Rückte Schiffels aufgrund des größeren Angebots im Mittelfeld in die Offensive?
Marx: Ja, genau. Tim hat auch ein paar Jahre nicht gespielt und benötigt einfach noch Zeit. Er macht seine Sache gut, läuft an und ackert viel, doch im Torabschluss fehlt noch ein bisschen was. Das weiß er aber auch selbst. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Tim an die neue Position ranzuführen und uns Chancen zu erarbeiten.
11ER: Im nächsten Spiel wartet mit dem SV Niederemmel II ein Team, das sich in einer ähnlichen Situation befindet. Auch der SVN ist neu in der Klasse, kennt keine Gegner und hat den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Wie schätzen Sie Ihren kommenden Gegner ein?
Marx: Niederemmel gewann letzte Woche mit 4:3 gegen Pölich. Sie werden also mit Selbstvertrauen und Rückenwind nach Horath kommen. Wir sind gewarnt und erwarten eine harte Nuss. Niederemmel hat auch einige erfahrene, ältere Spieler, die schon höherklassig spielten. Es wartet viel Arbeit auf uns und der Kader ist weiter dünn. Matthias Marx und Tobias Bader hatten sich in der Innenverteidigung festgespielt, doch Matthias wird uns aufgrund eines Kreuzbandrisses noch lange fehlen. Es ist ein Ausfall, der uns wehtut. Mit Oliver Schommer haben wir zwar einen Vertreter, der seine Sache hervorragend macht, aber uns in der Offensive fehlt.
11ER: Wie steht es ansonsten ums Personal? Gibt es weitere Ausfälle?
Marx: Das kann ich noch nicht sagen, weil es sich erst im Laufe der Woche klärt. Es ist mein erstes Seniorenjahr als Trainer und bevor ich eine Pause machte, war ich lange Zeit Trainer im Jugendbereich. Da war es etwas anderes und du wusstest, dass bis auf die Ferien immer alle da sind. Jetzt haben wir ein Gerüst von sieben, acht Spielern, die immer da sind und vielen weiteren, die da sind, wenn sie können. Wir haben leider einige Jungs, die auch öfter sonntags arbeiten müssen oder Bereitschaft haben. Abgesehen davon ziehen die Jungs aber super mit und die Trainingsbeteiligung ist wie das Gemeinschaftsgefühl gut. Und das ist mir sehr viel wert. Das müssen wir uns beibehalten, weiter arbeiten und dann sollte es mit dem Klassenerhalt klappen.
