Der SV Lüxem hat seine Hürde beim Derby in Zeltingen erfolgreich übersprungen und aus den letzten fünf Spielen acht Punkte generiert.

Dennoch bleibt die Anspannung bei den Grünewäldern hoch. Denn Platz 15 bedeutet nach wie vor einen Abstiegsplatz. Mit dem zweiten Saisonsieg hat sich der SV Lüxem wieder bis einen Punkt an Zeltingen-Rachtig herangekämpft und hält Anschluss ans untere Mittelfeld. In einer Partie, bei der die Hausherren durch Yannik Dietz (3.), Pascal Zurgeihsel (28.) und Alex Schiffmann (42.) in der ersten Halbzeit gute Möglichkeiten zur Führung ausließen, brachte die Schlussviertelstunde eine nicht mehr für möglich gehaltene Wendung. Mit der Hereinnahme von Nils Thörner kippte die Partie zugunsten der Wittlicher Vorstädter, als der Lüxemer Torjäger zunächst ein Foul an Finn Hermann per Strafstoß mit gefühlt 100 Stundenkilometern zum 0:1 unter die Latte setzte (74.) und in der achtminütigen Nachspielzeit einen Konter zur Entscheidung zum 2:0 erfolgreich abschloss – 0:2 (90.+8). Zeltingen versäumte es, aus seinen bis dato guten Torabschlüssen Kapital zu schlagen, hatte in einem Schuss aus spitzem Winkel von Dietz sowie einem Kopfball von Zurgeihsel lediglich zwei verheißungsvolle Offensivaktionen. Lüxem agierte nach dem Wechsel mutiger und ließ auch defensiv kaum noch etwas zu. SVZR-Trainer Björn Griebler monierte die fehlende Cleverness in „entscheidenden Situationen. Das Foul an Thörner an der Kante des Sechzehners wurde ohne Not begangen und war eine ziemlich dummer Aktion, in dessen Ergebnis wir uns selbst geschlagen haben. Gegen die Lüxemer Fünferkette war es dann schwer, Lösungen zu finden.“ Gegen Ende habe man es nicht mehr geschafft, genug Druck nach vorn zu entwickeln. Wie Griebler betont, habe seine Mannschaft in dieser einen Situation kopflos agiert. „Beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt. Es wäre so wichtig gewesen, in Führung zu gehen, denn die erste Halbzeit geht klar an uns. Wir hatten drei klare Torchancen und waren gut im Spiel drin.“ Lüxems Trainer Patrick Schmidt meinte, dass „wir über den Kampf ins Spiel gefunden und am Ende aufgrund der Mehrzahl an guten Tormöglichkeiten als verdienter Sieger vom Platz gegangen sind.“ Den Derbycharakter habe man bei allen Spielern gemerkt. „Alle wussten, dass es um viel geht. Mit diesem zweiten Saisonsieg erhoffen wir uns eine Schubwirkung, dass er ein gewisser Dosenöffner gewesen ist. Wir wollen in den nächsten Wochen daran anknüpfen, brauchen  dringend weitere Punkte. Nils war heute wieder mal der entscheidende Faktor. Er ist ein Ausnahmespieler für uns und kann mit seiner Klasse und Erfahrung Spiele im Alleingang gewinnen. Doch heute hat das gesamte Kollektiv überzeugt. Vor allem haben wir defensiv stabil gestanden und haben Zeltingen nach ihrer Führung kaum noch etwas gestattet.“

Foto: Andrea Meisberger/Archiv