11ER: Ihre Mannschaft ist optimal gestartet. Welche Dinge haben Ihnen in die Karten gespielt nach den drei Siegen in den ersten drei Partien?

Patrick Zöllner: Nach dem Abstieg haben wir das Ziel verfolgt, schnell zu zeigen, dass wir dominant auftreten und unsere Spiele auch gewinnen wollen. Wir wussten im Vorfeld, dass wir eine gute Mannschaft zusammengestellt und einen wirklich guten Kader beisammen haben. Wichtig war, in den ersten Spielen direkt ein Zeichen an die Gegner zu setzen und sich den nötigen Respekt zu verschaffen. Das ist uns nicht immer komplett über die 90 Minuten gelungen, aber phasenweise zeigten wir schon, dass mit uns zu rechnen ist. Bislang ist unsere Marschroute vollumfänglich aufgegangen.

11ER: Den FSV Salmrohr, der unbedingt in die Rheinlandliga zurückkehren möchte, hat Ihre Mannschaft bereits mit 4:1 besiegt. Haben Sie die Konkurrenz stärker erwartet – vor allem auch Schweich als Mitabsteiger aus der Rheinlandliga?

Zöllner: Die Spiele haben gezeigt, dass man absolut keinen Gegner unterschätzen sollte. Das Spiel in Schleid hat auch gezeigt, dass die Gegner gut und kompakt verteidigen und selbst Lösungen nach vorn suchen. Gegen Salmrohr hat uns in die Karten gespielt, dass wir früh in Führung gegangen sind. Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass alle Gegner gegen uns stets einen Ticken motivierter und galliger sind und uns das Leben schwer machen wollen. Salmrohr hat einen guten Kader und finanziell die Möglichkeiten, personell nachzulegen, was sie ja auch getan haben. Schweich ist in meinen Augen nicht schwächer, nur weil sie nicht optimal aus den Startlöchern gekommen sind. Die werden noch eine gute Rolle spielen, denke ich. Auch Ruwertal und Tawern sind zu beachten.

11ER: Wie schätzen Sie die jüngste Entwicklung Ihrer Mannschaft ein? Was setzt sie bereits gut um?

Zöllner: Es geht uns um eine Kombination, wie wir den Gegner unter Druck setzen können, ohne die eigene Absicherung zu verlieren. Das ist der Spagat. Das haben wir bislang gut umsetzen können. Die Pass- und Laufwege sind besser geworden, auch eine gewisse Eingespieltheit ist sichtbar geworden. Die Entwicklung ist positiv.

11ER: Welche Dinge sind verbesserungswürdig?

Zöllner: Das Grundthema bleibt die Fitness. Die kann für mich nicht gut genug sein. Im Herausspielen von Torchancen im letzten Drittel und in den Pressingmomenten müssen wir noch klarer sein und bessere Lösungen finden.

11ER: Wie schätzen Sie den kommenden Gegner ein?

Zöllner: Beinahe jeden Spieler der SG Zewen kenne ich persönlich, weil ich dort lange Zeit trainiert habe. Die Mannschaft besitzt bei den ersten 13 eine ordentliche Qualität, das hat das hohe 6:2 gegen Mehring bewiesen. Ich sehe sie nicht im Abstiegskampf, denn sie haben mit Phil Kartz und Sidy Diop beispielsweise gute Kicker dazubekommen.

11ER: Sie sind seinerzeit in Zewen als Trainer zurückgetreten, weil es Unstimmigkeiten im Kader gab. Wie ist das Verhältnis heute?

Zöllner: Mein Sohn spielt in der A-Jugend der JSG. Mit dem überwiegenden Teil der SG habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Es ging damals um die Besetzung der Torwartposition. Damals war Armin Huber aufgrund der Unstimmigkeiten aus dem Vorstand zurückgetreten, ich habe mich danach angeschlossen.

11ER: Sie haben den Zewener Trainer Dominik Wintersig selbst als Co-Trainer unter Ihren Fittichen. Was schätzen Sie an ihm als Ihren Nachfolger?

Zöllner: Schwierige Frage. Als Trainer der ersten Mannschaft und Jugendleiter in Personalunion übernimmt er ein breites Aufgabenspektrum. Damit hat er viele wichtige Aufgaben im Verein, die er mit viel Einsatz bewältigt. Um einzuschätzen, was ich an seiner Trainerarbeit schätze, bin ich nicht nah genug dran, um das beurteilen zu können. Wir haben ein normales und gutes Verhältnis.

11ER: Es geht gegen Zewen in der Liga am Sonntag um sehr viel. Gegen den gleichen Gegner heißt es aber am Mittwoch, auch im Rheinlandpokal zu bestehen. Wie gehen Sie mit dieser ungewöhnlichen Konstellation um?

Zöllner: Das werden zwei unterschiedliche Spiele, wobei der Fokus auf dem Punktspiel am Sonntag in Langsur liegt. Am Mittwoch spielen wir auf dem neu eingesäten und mit einer neuen Drainage ausgestatteten Rasenplatz in Igel. Weil ich mit meiner Familie auch in Igel wohne, kann ich quasi mit dem Fahrrad dahin fahren. Wir wollen nicht nur im Pokal gewinnen, sondern auch am Sonntag im Ligaspiel.

11ER: Welche Stärken bringt Benjamin Arnold mit?

Zöllner: Benjamin ist zum Kapitän gewählt worden. Er geht mit guten Leistungen voran, ist aber auch außerhalb des Platzes für die Spieler da. Auf der Sechs ist er einer unserer Spielgestalter, der aufgrund seiner Ausbildung beim 1. FC Kaiserslautern ein hohes taktisches und technisches Verständnis mitbringt. Auf dem Platz ist er quasi überall zu finden. Benjamin ist ein sehr erfahrener Spieler, der schon in der Regionalliga gespielt hat.

11ER: Welche Stärken bringt Neuzugang Fabian Wey mit?

Zöllner: Fabi ist einer unserer Neuzugänge von Eintracht Trier. Er hat gute Laufwege und seine Stärken im Abschluss. Fabi besitzt einen ausgeprägten Torinstinkt, trifft fast in jedem Spiel. Der Defensivgedanken sollte bei ihm noch etwas ausgeprägter sein.