24.01.2020

Nachberichte, Lebenshilfe-Hauptturnier: Osburg erst im Finale von Schweich ausgebremst

Lebenshilfe-Turnier begeistert auf der ganzen Linie – neuer Spendenrekord dank zahlreichen Gönnern

Bezirksligist TuS Schweich verhinderte die Titelverteidigung der Osburger Hausherren und sicherte sich den Sieg im Lebenshilfe-Turnier. Foto: Andrea Meisberger

Wieder übertraf das dreitägige Turnier in der Osburger Hochwaldhalle alle Erwartungen – und das in jeder Hinsicht. Sportlich wurde explizit beim Hauptturnier beste Hallenkost mit zahlreichen Kabinettstückchen und ausgebufften Hallensystemen geboten. Wie es sich für eine gemeinnützige Veranstaltung dieser Größenordnung gehört, wurden jede Menge Spendengelder für die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz zusammengetragen. Die Titelverteidigung der SG Osburg verhinderte indes eine wiederum stark aufgelegte Schweicher Mannschaft, die dem Sieg beim Voba-HSV-Cup nun den zweiten Streich folgen ließ. Im Finale wurde Osburg mit 2:0 besiegt. 

Im qualitätsmäßig bestbesetzten Turnier der Region gab es mit der Schweicher Mosella nicht nur einen strahlenden Sieger, sondern viele Gewinner. Zu denen zählten traditionell die Lebenshilfe-Kreisverwaltung Trier/Saarburg, dessen Vorstand Kilian Zender erneut die hohe Spendenaktivität hervorhob. „Es spricht für den Charakter der Veranstaltung, dass die Kapitäne der Siegerteams ihre Prämien für den guten Zweck zur Verfügung stellen. Darüber hinaus haben wir erneut eine große Welle der Hilfsbereitschaft für Menschen mit Handicap erlebt. Seit inzwischen einem Vierteljahrhundert unterstützen uns die einheimischen Fußballer für den guten Zweck. Das Turnier ist ein Paradebeispiel für Inklusion.“ Weil die vier Siegerteams ihre Prämien direkt an die Lebenshilfe zurückgaben und es eine Vielzahl an Gönnern und Spendern gab – ein in Osburg lebender Luxemburger Unternehmer spendete 1.000,- Euro –, wurde mit 10261,88,- Euro erstmals ein fünfstelliger Betrag erzielt und damit ein neuer Spendenrekord aufgestellt. Zusätzlich konnten 1100,- Euro für Nick Heinsdorf gesammelt werden. Das Turnier der Kreisligakicker gewann die zweite Mannschaft von Eintracht Trier (siehe gesonderter Bericht). Im mit Spannung erwarteten Turnier von Mannschaften mit Handicap musste sich die im Vorjahr siegreiche Crew der Lebenshilfe Trier/Saarburg diesmal mit Platz sechs begnügen. Das Turnier gewannen die Luxemburger Special-Olympics, die sich vor der Arbeiter-Wohlfahrt aus Bad Marienberg und ihren Landsleuten des FC Betzder durchsetzten. Der Schönfelderhof landete hinter dem BSV Frankenthal auf Rang fünf. Das Turnier der Betriebsmannschaften gewann die Kreisverwaltung Trier/Saarburg. 

Halbfinale: SV Eintracht Trier - TuS Schweich 4:5

Mit einem Mixed-Team aus Oberliga- und U19-Spielern traf die Trierer Eintracht unter den Augen von Chefcoach Josef Cinar mit der Mosella aus Schweich ebenfalls auf einen Sieger aus der Gruppenphase. Nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit von zehn Minuten besaßen die Schweicher Nerven wie Drahtseile und gewannen das anschließende Neunmeterschießen knapp mit 3:2.

Die Eintracht hatte sich in der Gruppenphase mit drei Siegen gegen den SV Konz (2:1), die SG Zewen (1:0) und den SV Sirzenich (4:2) mehr oder weniger souverän durchgesetzt und blieb im Viertelfinale gegen den Trierer Stadtrivalen FSV Tarforst mit 3:2 siegreich. Nach Toren von Jason Thayaparan und Jonas Amberg für den SVE hatten die Tarforster Marcel Mühlen, der als Torwart fungierte, und Adrian Ziewers ausgeglichen, ehe 13 Sekunden vor Schluss Hendrik Thul die Eintracht ins Halbfinale schoss. Der SVE, der das Lebenshilfe-Turnier 2018 gewann, legte den Schalter erst nach vier Minuten in den Angriffsmodus. Zuvor hatten die Schweicher Jonas Witz, Pascal Kreber und Alexander Schwarz drei richtig gute Chancen vergeben, auch weil Luca Merling im Tor des SVE stark reagierte. Doch nicht die TuS, sondern der SVE legte vor, als Thul mit der Pieke traf. Die Eintracht spielte einen technisch gepflegten Fußball, wurde durch die robuste Spielweise der Mosella aber voll gefordert. Aus einem Einwurf heraus gelang Schwarz das 1:1. Postwendend legte Thayaparan, der mit Amberg der älteste SVE-Spieler auf dem Parkett war, die Führung nach. Anschließend sah sich Schweich im Pech, denn Stephan Schleimer traf nur den Pfosten und Gäbler verzweifelte am Trierer Keeper. Die Schlüsselszene ereignete sich kurz vor Schluss, als Jens Schneider zunächst noch an TuS-Keeper Niklas Prosotowitz scheiterte und Witz 25 Sekunden vor Ultimo das 2:2 erzielte. Im Neunmeterschießen hatte Schweich Nerven wie Drahtseile. Witz versenkte den letzten Neuner zum 3:2, nachdem Amberg, Thul (jeweils drüber) und auch Schneider (Prosotowitz parierte) die Nerven versagten. 

Halbfinale: SG Osburg - SG Zewen 8:6

Im zweiten Halbfinale standen sich zwei A-Ligisten gegenüber. Das Überraschungsteam aus Zewen, Igel und Langsur, das mit seinem 44-jährigen Trainer Patrick Zöllner auflief, brachte sich nach starken Auftritten in der Gruppenphase und dem Sieg im Viertelfinale gegen den Rheinlandligisten SG Hochwald Zerf ins Gespräch. Die erfolgsverwöhnten Osburger indes bemühten ein Neunmeterschießen, um diesmal etwas glücklich ins Halbfinale einzuziehen. Nach dem 3:3 in der regulären Spielzeit schoss Pascal Marx den A-Liga-Dritten ins Finale.

Während Osburg sein Viertelfinale gegen den Ligarivalen SV Tawern nach Treffern von zweimal Nicolas Steinbach, Luca Leonhard und Alex Hoffmann bei einem Gegentreffer von Liam Titica mit 4:1 gewann, positionierte sich Zewen in der Vorrundengruppe A hinter der Eintracht auf Platz zwei. Das Team von Patrick Zöllner wusste in allen Spielen zu gefallen und musste sich lediglich dem SVE mit 2:4 beugen. Gegen den Ligakonkurrenten SV Sirzenich (3:2) und den Bezirksligisten SV Konz (3:1) gelangen Siege. Im Viertelfinale hatte sich die Zöllner-Elf gegen den Rheinlandligisten SG Hochwald Zerf nach einem 2:2 vom Punkt mit 2:0 durchgesetzt. Michael Blau erzielte beide Zewener Treffer. Zum Helden aber avnacierte Torwart Alexander Hinz, der dann zwei Neuner glänzend parierte. Im Spiel selbst hatte Eric Pasucha Zewen zeitig in Führung gebracht, doch Ruben Krupa markierte den Ausgleich, nachdem Hinz gegen Daniel Becker noch geklärt hatte. Luca Leonhards Drehschuss ins Eck bedeutete die Osburger 2:1-Führung, ehe Marx Nutznießer eines zu kurz geratenen Rückpasses wurde und auf 3:1 erhöhte. War es das schon für Zewen? Mitnichten, denn Zöllner verkürzte auf 2:3, ehe Carsten Hein mit einem Chipball über Martin Leinenweber das 3:3 gelang. Im anschließenden Neunmeterschießen beanspruchte Osburg das bessere Ende für sich. Weil Erik May an Leinenweber scheiterte und alle Osburger trafen, katapultierte Marx seine Mannschaft ins Endspiel. 

Finale: TuS Schweich - SG Osburg 2:0

Nach dem SV Leiwen-Köwerich 2017, der Eintracht Trier 2018 und der SG Osburg 2019 heißt der neue Champion des Lebenshilfe-Turniers TuS Mosella Schweich. Die Schweicher setzten sich überraschend deutlich gegen die bislang überzeugenden Lokalmatadoren aus Osburg, Thomm, Lorscheid und Morscheid mit 2:0 durch. Die Siegprämie von 1.000,- Euro ging traditionell an die Lebenshilfe zurück. Der ausrichtende Förderverein „Mach mit, Fußballer helfen“ durfte zufrieden sein.

Fast jeder der 450 Zuschauer in der vollbesetzten Osburger Halle hätte wohl auf das Lokalteam gewettet. Doch am Ende setzte sich der klassenhöhere Bezirksligist aus Schweich mit 2:0 durch. Osburg hatte sich ausschließlich mit Siegen in dieses für sie erneute Finale geschossen, der Finalgegner aus Schweich ebenfalls. Die TuS setzte sich ohne den urlaubenden Trainer Jochen Weber in ihrer Vorrundengruppe gegen die SG Hochwald mit 4:0, gegen den SV Leiwen-Köwerich sogar mit 6:0 durch und gestattete dem unbequemen SV Tawern ein 2:2-Unentschieden. Im Viertelfinale eliminierte das Team um Toptorjäger Max Gäbler den SV Konz mit 3:0. Markus Oltmanns mit einer direkt verwandelten Ecke, Patrick Quary und Gäbler selbst zeichneten für den Sieg verantwortlich. Gegen die im Angriffsmodus befindlichen Osburger, die auf die lautstarke Unterstützung des eigenen Anhangs bauen durften, wurde die Mosella zunächst arg in die Defensive gedrängt. Michael Höllen per Direktabnahme und Keeper Martin Leinenweber, dem erneut als „letzter Mann“ ein paar schöne Tore aus dem Spiel heraus gelangen, sorgten für eine aufgeheizte Stimmung unter den 450 Besuchern. Dann aber kam Schweich besser rein: Ein Schuss von Stephan Schleimer wurde von Leinenweber ebenso gut pariert wie später ein Kracher von Pascal Kreber aus Nahdistanz. In letzter Sekunde wurde ein Geschoss von Alexander Schwarz zur Ecke geblockt. Doch Osburg machte das Spiel schnell und ließ den Ball supergut laufen, Höllen verzog aus 15 Metern knapp. Auf der anderen Seite versuchte es Markus Oltmanns mit einem Drehschuss, doch kein Problem für den Osburger Keeper. Als Jonas Witz in der fünften Minute aus der Distanz die Schweicher Führung erzielte, wurde es zunehmend interessanter – und auch hektischer. Die Schweicher zeigten ein sehr aufmerksames und robustes Zweikampfverhalten, Oltmanns‘ Schlenzer touchierte den rechten Außenpfosten. Als Osburg in den letzten zwei Minuten alles auf eine Karte setzte, wurde es kalt erwischt. Gäbler traf nach Vorarbeit von Schleimer mit einem abgefälschten Schuss für den paralysiert wirkenden Osburger Schlussmann zum alles entscheidenden 2:0. Der verzweifelte Versuch von Nicolas Steinbach, noch rechtzeitig auf 1:2 zu verkürzen, scheiterte am aufmerksamen TuS-Keeper Niklas Prosotowitz. Pascal Marx vom Cupverteidiger Osburg betonte, dass „wir trotz der Finalniederlage ein tolles Turnier gespielt haben. Unsere Zuschauer haben uns toll unterstützt. Wir haben uns wieder einmal gut präsentiert und bewiesen, dass wir eine starke Hallenmannschaft sind. Am Ende fehlten uns diesmal vielleicht die Körner“. Stephan Schleimer von der siegreichen Mosella sprach davon, dass „es auch in diesem Jahr ein sehr gut organisiertes Turnier gewesen ist. Es ging vor allem sehr fair zu. Unsere gemischte Mannschaft aus Bezirksliga, B-Klasse und A-Jugend-Spielern hat hervorragend harmoniert“. Darauf angesprochen, warum der bewährte Torwart Martin Klar diesmal nicht zwischen den Pfosten stand, sagte Schleimer, dass „wir zwei sehr gute Torleute haben. Niklas Prosotowitz hat seine Sache super gemacht“. Bernd Marx, zweiter Vorsitzender des Vereins „Mach mit, Fußballer helfen“, betonte, dass das „ganze Turnier wieder reibungslos abgelaufen ist. Der Dank geht an Turnierleiter Peter Becker, Moderator Andreas Arens sowie die SG Osburg unter der Führung ihres Vorsitzenden Oliver Lauer“. Auch der Sportkreisvorsitzende Felix Jäger und Kreisfußballchef Hans-Peter Dellwing sprachen von einer „würdigen 25. Auflage“ des Traditionsturniers. 

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