24.01.2020

Nachbericht, Dachdecker-Lauer-Cup: Osburg feiert Cup-Hattrick

Gastgeber SG Osburg verteidigt die Titel der Vorjahre erfolgreich – Bezirksligist TuS Schillingen unterliegt unglücklich

Aller guten Dinge sind drei: Die SG Osburg verteidigte erneut den Titel und damit den Sieg im höchstdotierten Turnier der Fußball-Region. Foto: Andrea Meisberger

Den Gastgebern gelang Einmaliges: Mit dem erneuten Gewinn beim Dachdecker-Lauer-Hallencup verteidigte das Team von Spielertrainer Daniel Becker nicht nur seinen Titel des Vorjahres, sondern feierte mit dem nun bereits dritten Sieg in Folge den Cup-Hattrick. 

Diesmal wurde es im Finale gegen den klassenhöheren Bezirksligisten TuS Schillingen ganz, ganz eng. Doch im Neunmeterschießen behielten die Hochwälder als Finalfavorit knapp die Oberhand. Auch beim Lauer-Cup kamen respektable Gelder und Spenden für die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz, das Sozialhilfeprojekt Lichtblick e.V. aus Bitburg und den an einem Hirntumor erkrankten Nick Heinsdorf zusammen. Die vier prämierten Teams spendeten einen Teil ihrer Einnahmen für den guten Zweck. Bemerkenswert: Bei der siebten Auflage des höchstdotierten Turniers der Region kamen die Prämierungen für den sonst üblichen besten Torschützen und den besten Torhüter ebenfalls dem guten Zweck zu. Die in dieser Saison so stark auftrumpfende Schweicher Mosella wurde mit einer gemischten Mannschaft Dritter und bestätigte ihre überragende Hallenform. Etwa 950 Zuschauer strömten an den drei Turniertagen in die Hochwaldhalle, die sich zunehmend zu einem Mekka der Hallenevents entwickelt. Ende Januar werden auch die Rheinlandmeisterschaften im Futsal der Frauen und die A-Jugend-Rheinlandmeisterschaften in der Halle im Hochwaldort ausgetragen. Das traditionell starke Lokalteam war auch in diesem Jahr nicht zu schlagen. In ihrer Vorrundengruppe setzten sich Becker, Höllen und Co. gegen Hermeskeil, Leiwen-Köwerich, Trier-Irsch und die dritte Garde von Ehrang/Pfalzel ohne Verlustpunkt durch und wurden auch in der Zwischenrunde nicht geschlagen. Nachdem das Team um den elffachen Torschützen Daniel Adam im Halbfinale in der Neuauflage des Lebenshilfe-Cupfinales Schweich mit 3:1 das Nachsehen gab, war der Weg frei. Doch mit Schillingen bekam es der Rekordsieger mit einem schnell spielenden, gut antizipierenden und robust agierenden Team zu tun. Schillingens Torwart Marius Becker betonte in seinem Statement, dass „wir die Hälfte unserer Prämie an die Villa Kunterbunt in Trier spenden werden“. Auch die Triumphatoren aus Osburg gaben einen guten Teil der 1.000-Euro-Prämie für den guten Zweck. Schweich erhielt 500,- Euro, Tarforst als Vierter 250,- Euro. 

Halbfinale: SG Osburg - TuS Schweich 3:1

Es war das Halbfinale der beiden bis dato erfolgreichsten Mannschaften in dieser Hallensaison. Die Schweicher hatten mit dem Voba-HSV-Cup in Hermeskeil und dem Lebenshilfe-Hauptturnier die beiden bestbesetzten Turniere für sich entschieden. Osburg kam vor Wochenfrist bei der Lebenshilfe immerhin ins Finale und betrat als zweifacher Cupverteidiger das Parkett. Am Ende wurde es diesmal eine klare Sache.

Die Osburger übernahmen früh die Initiative und wollten sich diesmal den Schneid nicht abkaufen lassen. Mit einem intelligent ausgeklügelten System, das ein spielendes und sich stets veränderndes Quadrat offenbarte, übernahm Torwart Martin Leinenweber erneut die Rolle des mitspielenden Keepers. Leinenweber agierte als fünfter Feldspieler, war stets anspielbereit und glänzte durch präzise, schnelle Anspiele auf seine Vorderleute. Noch bevor Daniel Adam das Osburger 1:0 erzielte, betätigte sich der Stürmer als Toreverhinderer par excellence, als dieser einen Schuss von Max Gäbler blockte. Als Martin Dellwing abzog, doch Martin Klar im Schweicher Kasten die Kugel nicht festhalten konnte, war Adam per Abstauber zur Stelle – 1:0 (3.). Die Hallenkönige aus Schweich standen so beizeiten unter Druck, denn Osburg forcierte das Tempo nach der Hälfte der Spielzeit. Krebers Geschoss entschärfte Leinenweber mit einer sehenswerten Parade. Nach sechs Minuten erhöhte Pascal Marx nach Vorarbeit von Dellwing aus spitzem Winkel zum 2:0. Der Cupverteidiger ging dann aufs Ganze und drängte auf die Entscheidung, doch Michael Höllen verzog. Nachdem Marx einen Schuss von Gäbler blockte, antizipierte der 26-Jährige klasse, tanzte Gäbler elegant aus und verlud anschließend Klar zum 3:0. Schweich wurde zwar noch mal aktiver, als Patrick Quary den linken Pfosten traf und Alexander Schwarz verzog, doch Osburg blieb Herr der Lage. Zwar gelang Gäbler in der letzten Minute noch der Ehrentreffer, doch in Sachen Körpersprache und Torgefahr brachte die Mosella den Sieger nicht mehr in die Bredouille. 

Halbfinale: TuS Schillingen - FSV Tarforst 6:4 n.N.

Im zweiten Halbfinale überraschte Bezirksligist TuS Schillingen die auf dem Hallenparkett so starken und spielfreudigen Rheinlandliga-Kicker aus Tarforst. Als es nach regulärer Spielzeit 1:1-Unentschieden stand, katapultierte sich das Hochwaldteam mit treffsicheren Strafstoßschützen ins Finale.

Dabei duellierten sich beide Mannschaften bereits in ihrer Vorrundengruppe. Schon da verspürte das Team des urlaubenden Trainers Gerd Morgen, der eine schlagkräftige und spielstarke Truppe aufs Parkett geschickt hatte, die große Chance, dem übermächtig erscheinenden, klassenhöheren Kontrahenten ein Schnippchen zu schlagen. 4:3 hieß es zugunsten des TuS Schillingen. Dieses Duell aber ging ins Neunmeterschießen, da es nach zehn Minuten 1:1 gestanden hatte. Doch von vorn: Die Partie begann mit einem Paukenschlag, als Schillingens Jonathan Gauer die Latte traf. 50 Sekunden später verzog Tarforsts Luca Sasso-Sant ebenso knapp. Anschließend blieb FSV-Torwart Marcel Mühlen – im richtigen Leben Stürmer – Eins-gegen-eins-Sieger im Duell mit Tobias Anell, der urplötzlich frei vor dem Tarforster „Aushilfskeeper“ auftauchte. So verpassten auch Marco Engel und Mark Münker die Schillinger Führung. Die Schillinger überraschten mit der besseren Spielanlage und agierten weitaus gefährlicher als der Rheinlandligist. Engel traf aus 13 Metern nur die Lattenunterkante, da fehlten ein, zwei Zentimeter am Torerfolg. So war die Führung des TuS überfällig, als Münker die Lücke fand. Schillingen spielte weiter im Vorwärtsgang: Anell bekam zu wenig Druck hinter seinen Kopfball und Mühlen klärte vor dem Schillinger Torjäger im letzten Moment. Tarforst wurde erst in der Schlussphase mutiger, aktiver und auch torgefährlicher. Nicola Rigoni traf den Pfosten und Adrian Ziewers das Außennetz. Nach einem Fehler von Torwart Marius Becker schob Sasso-Sant den Ball seelenruhig ins Schillinger Tor. Anells Direktabnahme klatschte an die Latte. In einem wahren Mammutschießen vom Punkt vergaben Rigoni und Lukas Herkenroth ihre Chancen. Münker machte dann alles klar. 

Spiel um Platz 3: TuS Schweich - FSV Tarforst 12:11 n.N.

Ursprünglich war das Spiel um den dritten Platz als Neunmeterschießen geplant, doch aufgrund der Rivalität beider Vereine einigten sich die Spieler auf ein echtes Duell über zehn Minuten. Die Mosella behielt in einem Marathon mit 12:11 die Oberhand und sicherte sich 500,- Euro Prämie. Die Tarforster freuten sich dennoch: 250,- Euro für den vierten Platz flossen direkt in die Mannschaftskasse.

Tarforst übernahm gegen das etwas müde wirkende Team vom Winzerkeller das Kommando und hätte bereits nach drei Minuten komfortabel führen können. Lukas Herkenroths Fernschuss landete neben dem Tor, ein Schuss von Rosport-Rückkehrer Patrik Kasel parierte Martin Klar. Pascal Kreber hätte beinahe zur Schweicher Führung getroffen, doch Marcel Mühlen blieb lange stehen und parierte den Ball. In der fünften Minute traf Adrian Ziewers mit seinem achten Turniertreffer zur Tarforster Führung. Doch Alexander Schwarz fand postwendend die passende Schweicher Antwort. Zum Ende schwanden bei beiden die Kräfte, sodass es nur noch eine Top-Gelegenheit gab: Schwarz‘ Schuss nach einem Konter wurde von Berni Heitkötter geblockt, Klar parierte einen Schuss von Rigoni per Spagat. In einem Strafstoß-Drama behielt Schweich die Nase vorn. Als reihenweise die Schützen erfolgreich waren und ein ums
andere Tor fiel, entschied Jonas Witz das Neuner-Drama, nachdem Ruben Herres zuvor an Klar gescheitert war. 

Finale: SG Osburg - TuS Schillingen 6:4

Weil sich beide Finalteams auf Augenhöhe begegneten, wurde auch das Endspiel des siebten Lauer-Cups in einem Neunmeterschießen entschieden. 1:1 hieß es nach der regulären Spielzeit. Die Osburger trugen sich mit ihrem dritten Cup-Erfolg in Folge in die Geschichtsbücher ein. Denn der frühere Bezirksligist und aktuelle A-Liga-Dritte gewann das Turnier nach 2018 und 2019 heuer zum dritten Mal in Serie. Eine Leistung, die über Jahre nicht zu toppen sein wird.

Entfernt von jeder Logik marschierte die SG Osburg als Lokalmatador und Favorit in dieses Endspiel. Im Hochwaldklassiker standen sich die beiden besten Mannschaften des Turniers gegenüber. Schiedsrichter Jens Schneider hatte wenig Mühe mit der Leitung. Beide Kontrahenten standen sich bereits im Gruppenspiel gegenüber, nachdem die Partie 2:2 endete. Unter dem tosenden Beifall des Anhangs legte Osburg bereits frühzeitig vor. Nach schönem, präzisen Pass von Routinier Michael Höllen gelang Daniel Adam der Führungstreffer. War das der Auftakt eines Schützenfestes oder vielleicht der Wendepunkt für die zielstrebig agierenden Schillinger? Zwar scheiterte Mark Münker mit einem strammen Schuss an Martin Leinenweber im Tor der Hausherren, doch so richtig hochklassig oder spannend wurde es nicht. Bei Osburg sah man nichts besonders Konstruktives und auch Schillingen scheute das Risiko. Ein Fernschuss von Spielertrainer Daniel Becker schlug hörbar in der hinter dem Schillinger Tor hochgezogenen Außenmauer auf. Schillingen wurde dann aktiver, besaß aber keine zwingenden Torchancen – auch, weil es Osburg hinten clever machte und dem Gegner keine Konterräume gestattete. Leinenweber war in der achten Minute auf dem Posten, als der Osburger Torwart einen Kopfball von Marco Engel gefahrlos herunterpflückte. Doch dann war es soweit: Nach einem Konter erzielte Julian Flesch mit einem satten Schuss ins lange Eck den verdienten Ausgleich. Es war das 14. Turniertor des 23-jährigen, offensiven Schillinger Mittelfeldspielers. Becker versuchte es nochmals mit der Brechstange, doch sein Linksschuss verfehlte deutlich das Ziel. Nach einem finalen Konter wäre Schillingens Schlitzohr Tobias Anell noch beinahe an den Ball gekommen, als dieser auf seiner Position einfach stehen blieb anstatt zurückzulaufen. Jonathan Gauer vergab Sekunden vor der Schlusssirene die letzte Schillinger Möglichkeit. Das Neunmeterschießen verlief dann so richtig nach dem Geschmack der Osburger Zuschauer. Auf den bekannten Onkelz-Titel „Auf gute Freunde“ folgte ein spannendes Penaltyschießen. Nachdem Becker, Höllen, Luca Leonhard und Pascal Marx für Osburg trafen, scheiterte Gauer mit dem ersten Strafstoß an seinen eigenen Nerven. Den entscheidenden Schuss setzte der wohl beste Torwart des Turniers selbst: Leinenweber verlud Becker und schoss seine Osburger zum erneuten Titeltriumph. Daniel Adam, mit elf Toren einer der besten Torschützen des Turniers, betonte, dass „wir immer sehr gerne in der Halle spielen und es daheim am meisten Spaß macht. Es war ein intensives Turnier, bei dem man auch das Quäntchen Glück haben muss. Ich denke, dass wir einen überragenden Teamgeist hatten und jeder alles gegeben hat“. 

Fotogalerie

Kommentieren