Jede Menge Aufreger, zwei Tore, aber drei Platzverweise sahen die Zuschauer auf der Bezirkssportanlage in Trier-Feyen. Im absoluten Spitzenspiel des Ersten gegen den Zweiten gab es jede Menge Höhepunkte, doch am Ende auch ein leistungsgerechtes 1:1-Unentschieden.


Es brach die 30. Spielminute an im umkämpften Spitzenspiel, da sorgte Yannick Schwaab nach Vorarbeit von Christophe Maio für kollektiven Jubel bei der DJK. Schwaab hatte am langen Pfosten stehend einen der zahlreichen Angriffe der Hausherren abgeschlossen. Ernüchterung machte sich breit, als Josip Komso kurz vor der Halbzeit wegen taktischer Fouls den Gelb-Roten Karton gesehen hatte und Mattheis plötzlich in Unterzahl spielen musste. Im Ergebnis dessen drängten die Reinsfelder in Überzahl auf den Ausgleich, der beinahe auch gefallen wäre, hätte nicht Jamal Abdulrafiu auf der Linie einen Schuss von Jannik Klas geklärt. Doch vier Minuten nach Wiederbeginn war es soweit: Die Hochwälder fuhren Angriff auf Angriff, während die DJK gedanklich wohl noch in der Kabine schien. Christian Alt hatte einen langen Einwurf von Lorenz Scherer über den DJK-Torwart Sam Brand auf Moritz Michels gelupft, der die Gelegenheit zum 1:1 nutzte und nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte (49.). In einem ruppiger werdenden Spitzenspiel ging es rauf und runter, die Gäste besaßen mehr Ballbesitz, die DJK versuchte, über Ahmed Boussi, der in der zweiten Halbzeit für Maio kam, sowie ihre Schaltstationen im Mittelfeld, Robin und Baran Hassan, in schnelle Umschaltbewegungen zu kommen. So verpassten Güner Agirdogan und Boussi aus guten Positionen das mögliche 2:1. Auf der anderen Seite musste Schwaab mit dem Kopf vor dem einschussbereiten Sven Gaspers klären. In der Schlussphase wurde es hektisch und unsauber. Binnen zwei Minuten verloren die Hochwälder nach grobem Foulspiel zunächst Felix Michels, danach musste auch dessen Bruder Moritz nach einem weiteren taktischen Vergehen mit der Ampelkarte runter (81.). Doch Reinsfeld brachte das 1:1 sicher über die Bühne. „Es war ein über weite Strecken zerfahrenes Spiel, bei dem man gemerkt hat, dass keiner verlieren wollte. Es war auch ein in meinen Augen gerechtes Resultat. Hut ab vor der Mattheiser Mannschaft, die schon brutal gute Qualität besitzt mit Ahmed Boussi, den Hassan-Brüdern, Maio und Komso. Trotz der zwei Platzverweise gegen uns war die Schiedsrichterleistung in Ordnung. Die Gelb-Rote gegen Moritz kann man geben, da es sich um zwei taktische Fouls handelte. Die glatt Rote gegen Felix fand ich etwas überzogen. Er hat zwar den Gegenspieler abgeräumt, doch es war kein brutales Foul. Es war ein hitziges, aber bei Weitem kein unfaires Spitzenspiel. Mit neun Mann haben wir es in den letzten acht, neun Minuten clever runtergespielt. Wir sind zufrieden mit dem Punkt“, freute sich Reinsfelds Trainer Björn Probst über den 21. Punkt in dieser Saison. Die Hochwälder verlieren aufgrund des 4:0-Sieges von Trier-Irsch gegen Saarburg einen Platz, stehen auf Tabellenrang drei noch immer sehr gut positioniert, während die DJK St. Matthias seine Spitzenposition verteidigt hat. Ein ähnliches Fazit war auch DJK-Spielertrainer Ahmed Boussi zu entlocken, der ein Ergebnis zur Kenntnis nahm, mit dem er leben konnte. „Es war das erwartet hitzige Spiel, bei dem sehr viele Emotionen drin waren. Wir hatten zunächst Schwierigkeiten, ins Spiel zu kommen und waren nach der Führung durch die völlig ungerechtfertigte Gelb-Rote Karte gegen Josip Komso etwas konsterniert. Doch wir haben in Unterzahl gegen eine clevere und ausgebuffte Reinsfelder Mannschaft ein, zwei Mal die Führung auf dem Fuß gehabt. Zum Schluss agierten wir sogar in Überzahl, konnten aber kein Kapital daraus schlagen.“

Foto: Archiv/Sandra Maes