In einem packenden Stadtteil-Derby kämpften der SV Trier-Olewig und der FSV Trier-Tarforst II bis zur Schlusssekunde um die Punkte. Für die wohl spannendste Phase des Spiels sorgte eine verrückte wie torreiche Nachspielzeit.

„Die erste Halbzeit ging klar an Olewig. Sie waren körperlich präsent, aggressiv in den Zweikämpfen und wir taten uns schwer damit, ins Spiel zu kommen. Wir lagen zur Pause verdient 0:1 hinten. In der zweiten Halbzeit war es dann ein ganz anderes Spiel. Wir drängten Olewig tief hintenrein, ohne die ganz klaren Torchancen zu kreieren. Wie die Jungs nach dem 0:2 noch weiter dran geglaubt haben, war wirklich stark. Am Ende hat es so noch zu einem glücklichen 2:2 gereicht. Unterm Strich geht das Unentschieden nach dem Spielverlauf für mich in Ordnung. Auch wenn wir – weil die Jungs noch mehr wollten – durch einen Konter beinahe noch das 2:3 kassierten“, fasste Tarforsts Trainer Alexander Becker ein spannendes Derby auf dem Kunstrasen des Trierer Moselstadions zusammen. 

Ehrang-Bezwinger Olewig fand gut in die Partie und war in den ersten 45 Minuten feldüberlegen. In der 17. Minute traf Daniel Schönberger zur verdienten Führung des SVO, die bis zur Pause Bestand haben sollte. Im zweiten Durchgang zeigte die Tarforster Reserve ein anderes Gesicht und wurde aktiver. Der Ausgleichstreffer blieb jedoch aus. Auch nach einer Gelb-Roten Karte für Olewigs Tobias Dahms (85.) taten sich die Gäste schwer. Olewig mobilisierte die letzten Kräfte und traf durch Yurii Buzuliak in Unterzahl zum vermeintlich vorentscheidenden 2:0 (92.). Schluss war allerdings noch nicht, denn in der sechsten Minute der Nachspielzeit meldete sich der FSV durch Yahia Elgawady nochmals zurück in der Partie. Und tatsächlich sollte es in einem hitzigen Derby noch zu einem Punktgewinn des Spitzenreiters reichen, der durch Marcel Dammer (98.) ungeschlagen blieb. 

Ein bitteres Last-Minute-Remis für die Olewiger, deren Trainer Denys Surma sich dennoch zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft zeigte: „Es war das erwartet heiße Derby und ein ausgeglichenes Spiel. In der ersten Halbzeit waren wir besser, in der zweiten gaben wir die Initiative ab. Hintenraus fehlten uns ein bisschen die Kräfte, obwohl das 2:0 mit zehn Mann noch mal neue Kräfte freisetzte. Wir haben leider kein Flutlicht und können deshalb nur eine Stunde trainieren. Man merkte, dass uns diese Belastung fehlte. Trotz der späten Gegentore bin ich stolz auf die Mannschaft und das, was sie zeigte. Wenn man sieht, dass sich eine ungeschlagene Mannschaft wie Tarforst so über ein Unentschieden freut, zeigt das, wie gut wir waren.“