Im Spiel gegen den direkten Konkurrenten aus Kenn hätte alles außer ein Sieg den Abstieg der SG Geisfeld II bedeutet – und tatsächlich sah es lange Zeit danach aus, als kämen die Gäste in Fell nicht über ein Remis hinaus. Am Ende durfte die SGG-Reserve dann doch noch jubeln. Zum Leidwesen der SG Kenn II.
Die Ausgangslage vor dem direkten Duell der SG Kenn II und SG Geisfeld II war einfach: Punkten die Hausherren, ist der Ligaverbleib perfekt und Geisfeld abgestiegen. Eine Drucksituation, die beiden Teams anzumerken war. In der ersten Halbzeit schenkten sich die Kontrahenten keinen Meter und warfen sich in jeden Zweikampf – Tore blieben allerdings aus. Im zweiten Durchgang fielen diese umso schneller: Maximilian Brosche schoss die SG Kenn II in der 49. Minute in Führung. Geisfeld antwortete postwendend und glich nur drei Minuten später durch Tim Wollscheid aus. Im Anschluss konnte sich keine Mannschaft nennenswerte Vorteile erarbeiten. Als Geisfelds Tim Gukenbiehl in der 87. Minute die Gelb-Rote Karte sah, schien der Klassenerhalt der Kenner bereits in trockenen Tüchern zu sein – war er jedoch nicht.
In der Nachspielzeit starteten die Hausherren einen Angriff, spielten bei diesem ihre Überzahlsituation aber schlecht aus. So kamen die Gäste nochmals in Ballbesitz, konterten und erkämpften sich einen Freistoß. Geisfelds Spielertrainer Michael Dziubany schlug diesen in der 97. Minute in Richtung Kenner Tor und fand Routinier Jens Gaspers, der zum 1:2-Sieg traf. Die Geisfelder zogen damit in der Tabelle mit der SG Kenn II gleich und dürfen weiter vom Ligaverbleib träumen.
Für Kenn hingegen war es laut Co-Trainer Björn Berens eine „bittere“ Nullrunde: „In der Konstellation, in der wir uns befinden, war es eine maximal bittere Niederlage. Es war das erwartete Spiel auf Messers Schneide und sehr umkämpft. Beide Mannschaften spielten leidenschaftlich und warfen alles rein. Das Spiel stand auf der Kippe und dass es so endet, ist einfach bitter. Glückwunsch an Geisfeld, die heute ein gutes Spiel zeigten. Der Abstiegskampf bleibt jetzt bis zum Saisonende spannend.“
Auf der Gegenseite war die Freude umso größer. Entsprechend ist ein Wiedersehen mit Kenn in wenigen Wochen laut Geisfelds Trainer Michael Dziubany nicht ausgeschlossen: „Wir waren in der ersten Halbzeit überlegen und da hätten wir Tore schießen müssen. Das Toreschießen war aber unser Problem in diesem Jahr und Kenn verteidigte gut. In der zweiten Halbzeit gab es Foul an unserem Kapitän. Es war ein Kopfschlag und da hätte das Spiel direkt unterbrochen werden sollen. Kenn durfte aber weiterspielen und traf so zur Führung. Das hatte ein bisschen Beigeschmack, doch wir schlugen zum Glück direkt zurück. Am Ende fiel dann mit der letzten Aktion der Lucky Punch. Wir haben es jetzt wieder in der eigenen Hand und vielleicht sehen sich beide Teams ja schon in zwei Wochen wieder. Mal abwarten.“
