Mit Blick auf die Rückrundentabelle könnte die Favoritenrolle im Duell des SV Tawern II gegen den SV Konz nicht deutlicher an die Gäste zu vergeben sein. Die Zweitvertretung bewies jedoch, dass man immer für eine Überraschung gut ist und hofft nun gegen das stärkste Rückrundenteam der Liga auf eine solche.

Der SV Tawern II spielte als Aufsteiger eine starke Hinrunde und verbuchte in den ersten 13 Spielen 23 Punkte. Eine Ausbeute, die nur der SV Konz (24), der TuS Trier-Euren (30) und die SG Wincheringen (30) übertrafen. Seitdem tat sich jedoch nur wenig auf dem Punktekonto der Zweitvertretung: In den letzten vier Spielen vor der Winterpause glückte nur ein einziger Punkt und nach einer durchwachsenen Vorbereitung folgten in den bisher drei Partien in 2026 weitere drei. Unterm Strich stehen somit in sechs Rückrundenspielen nur drei Punkte zu Buche – Platz 13 in der aktuellen Rückrundentabelle.

Wenig überraschend rutschten die Tawerner auf den siebten Tabellenplatz ab. Ebenso wenig überrascht die Aussage von Trainer Torsten Konter, der sich sein Amt mit Markus Müller teilt, dass man sich im weiteren Saisonverlauf nicht um den „Lohn“ der guten Hinrunde bringen möchte. Die gute Nachricht: Die Formkurve darf positiv stimmen. Nach der Niederlage gegen Olewig wandelte der SVT mit einer Moralleistung einen 3:4-Rückstand in Unterzahl noch in einen 5:4-Sieg um. Und auch bei der knappen Niederlage gegen Spitzenreiter Euren wäre mehr drin gewesen. Problematisch bleibt hingegen die personelle Lage, die aufgrund einer langen Verletztenliste in der ersten Mannschaft von Spieltag zu Spieltag schwankt. Da die erste Garde in dieser Woche schon samstags spielt, könnte die Zweitvertretung unter Umständen auf einen breiteren Kader zurückgreifen. Dies ist auch nötig, denn mit dem SV Konz wartet das formstärkste Team der B-11.

Der Absteiger moderierte den Umbruch gut und fand unter Trainer David Kwast, der sich in seinem ersten Jahr als Chefcoach befindet, zur Stabilität. Mehr noch: Die Konzer entwickelten sich Stück für Stück weiter und scheinen nach taktischen Umstellungen vor der Winterpause nun zu ihrem Spiel gefunden zu haben. Dafür spricht die Statistik der Rückrundentabelle, in welcher der SVK die einzige noch ungeschlagene Mannschaft ist und sich in sechs Spielen nur mit der SG Zewen II die Punkte teilte. Noch beachtlicher ist nur das Torverhältnis in diesen sechs Partien: Gerade einmal drei Gegentore kassierten die Konzer, die dabei 25 Mal trafen.

Geht also noch was in Richtung Meisterschaft für den Tabellendritten? Nicht ausgeschlossen. Mit 40 Punkten liegt der SVK zwei Punkte hinter der zweitplatzierten SG Wincheringen und fünf Zähler hinter Primus Euren, auf den man am letzten Spieltag trifft. Setzt man die in der Rückrunde gezeigten Leistungen konstant fort, ist alles möglich – auch die Meisterschaft. Der Titelgewinn spielt in den Planungen von Konz-Coach David Kwast aber nur eine untergeordnete Rolle. Saisonziel war von Beginn an der Neuaufbau und so stellt die gegenwärtige Position mehr eine Belohnung der guten Arbeit dar, als dass sie den Druck im Saisonendspurt erhöht. 

Unabhängig davon will der SVK jedoch jedes Spiel gewinnen. Anteil daran hatten zuletzt auch die Winterneuzugänge. Aleksandar Parhamov kehrte an seine alte Wirkungsstätte zurück und war in vier Spielen bereits neun Mal erfolgreich. Hinzu kommt, dass man mit Robin Meyer einen neuen starken Rückhalt im Tor fand. Youssef Alhalak, der aus Könen kam, konnte aufgrund von Krankheit und Verletzung noch nicht ins Tagesgeschäft eingreifen. Unabhängig der Neuzugänge steht dem SV Tawern II auf heimischem Kunstrasen ein Gegner gegenüber, der übermächtig scheint. Die Zweitvertretung hat aus dem Hinspiel (3:0) allerdings etwas gutzumachen und zeigte in dieser Spielzeit mehr als einmal, dass man für Überraschungen gut ist. Ob eine solche im „Bonusspiel“ gegen den SV Konz gelingt, wird sich am Sonntagmittag zeigen.

Tawern, So., 12.04., 14.30h

Foto: Alfred Weinandy