Das Derby zwischen der SG Züsch und der SG Osburg dürfte in der nächsten Zeit noch einige Wellen schlagen. Nicht aufgrund der geboten spielerischen Klasse, sondern wegen eines Siegtreffers, der laut den Züschern keiner hätte sein dürfen.
In einem umkämpften Derby traf Jens Heimfahrt nach einer torlosen ersten Halbzeit zur Führung der SG Osburg (58.). Züsch glich in der 82. Minute durch Hussein Hassan aus. Im Anschluss deutete laut SGZ-Spielertrainer Andreas Weber alles auf ein Remis hin, zu dem es jedoch nicht kommen sollte: „Es war ein hitziges, aber bis auf die Schlussminuten faires, Derby. Im Prinzip war es ein 0:0- oder ein 1:1-Spiel, in dem wir die klareren Torchancen hatten. Osburg ging in Führung, wir stellten um und glichen aus. Danach lief alles auf ein 1:1 hinaus. Osburg ist eine physisch gute Mannschaft, hatte aber gestern trotz der individuellen Qualität keine richtige Spielanlage. Wenn überhaupt, hat am Ende die bessere Mannschaft verloren.“
Grund für den Ärger auf Züscher Seite war eine kuriose Szene in der Nachspielzeit der Partie, die Weber wie folgt beschrieb: „Osburg hatte einen Freistoß nahe der Mittellinie, den es schon nicht geben darf. Der Ball wurde weit nach vorne geschlagen und unser Torwart hatte ihn im Nachfassen in beiden Händen. Ein Osburger schubste ihn dann über die Torlinie. Alle dachten, es wird Foul für uns gepfiffen, doch der Schiedsrichter gab Tor für Osburg. Im Anschluss sind nur noch Karten geflogen, weil unsere Spieler natürlich wissen wollten, wie es zu so einer Entscheidung kommen kann. Der Schiedsrichter hatte das ganze Spiel nicht im Griff und pfiff auf beiden Seiten die unmöglichsten Dinge. So etwas muss bezüglich der Fairness ein Nachspiel haben. Denn wenn solche Entscheidungen im Sinne des Fußballs sind, ist es nicht länger mein Sport. So etwas habe ich wirklich noch nie erlebt.“
Züschs Johannes Ziegenhagel (Gelb-Rot) und Michael Urhahn sahen Platzverweise.
Auch für Osburgs spielenden Co-Trainer Luca Leonhard war es ein Erfolg mit einem Siegtreffer, der ebenso ein Foul hätte sein können: „Bis zum 1:1 war alles okay, dann bekamen wir glücklicherweise das zweite Tor gutgeschrieben. Es war schon zu viel Körpereinsatz und wenn es abgepfiffen worden wäre, hätte sich keiner gewundert. So war es Glück für uns, wobei es schon ein sehr kurioser Treffer war. Das war eine Situation, die ich so auch noch nie erlebt hatte.“
