11ER: Gegen Könen, Wasserliesch, Euren und zuletzt Konz drehte Ihre Mannschaft Spiele in der zweiten Halbzeit. Woran machen Sie diese Leistungen fest?

Denys Surma: Ich kann es gar nicht erklären. Die Jungs sagen, sie geben von Anfang an 100 Prozent, auch wenn es in der ersten Halbzeit oft nicht so gut läuft und wir nicht das abrufen, was wir können. Vielleicht liegt es am Gegner, vielleicht ist es auch einfach nur Glück.

11ER: Über weite Strecken der Saison hatte man nichts mit dem Aufstieg zu tun. Nach mehreren Wochen, in denen man immer wieder den Abstand nach oben verkürzte, hat man es nun wieder in der eigenen Hand. Wie nehmen Sie und Ihr Team die neue Situation wahr?

Surma: Es ist ein schönes Gefühl, am Ende der Saison noch alles erreichen zu können. Nach acht Siegen in Folge gibt es eine gewisse Euphorie. So etwas gibt Selbstvertrauen, es macht Spaß. Die Mannschaft ist aber nicht so euphorisch, dass sie sagt: wir werden jetzt Meister. Wir bleiben bei dem, was wir vor der Saison als Ziel festgelegt haben. Und das war mindestens Platz drei. Den wollen wir nun verteidigen und dafür dürfen wir gegen Wincheringen nicht verlieren. Könen hat ja auch noch Chancen auf den dritten Platz.

11ER: Ihr Team liegt nur zwei Punkte hinter Euren, einen Zähler hinter Wincheringen. Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft durch die Siegesserie einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten hat, die zuletzt immer wieder Federn ließen?

Surma: Die einen haben zu Saisonbeginn eine gute Phase, die anderen am Ende. Am Ende wird über die ganze Saison abgerechnet. Nur weil wir jetzt viele Spiele gewonnen haben, bedeutet das nicht, dass wir auch die nächsten beiden gewinnen. Das Märchen kann schnell vorbei sein. Mit Wincheringen wartet ein sehr starker Gegner, der uns in der Hinrunde geärgert hat. Sie hatten eine Phase, in der sie über zehn Spiele lang ungeschlagen blieben und Konz mit 7:0 besiegten. Die Lage ist spannend und alles ist offen.

11ER: Mit Nils Strupp verletzte sich ein Topstürmer Wincheringens schwer und fällt aus. Wie wird Wincheringen nach diesem Ausfall auftreten?

Surma: Gute Besserung an Nils. Ich hoffe, dass er mutig zurückkommt und dann wieder so einen tollen Fußball spielt wie bisher. Ich weiß, wie schwer solche Ausfälle für eine Mannschaft sein können. Wir machten beim Kreuzbandriss von Leon Schwickerath Ähnliches durch. So etwas hat Auswirkungen auf eine Mannschaft, vor allem, wenn es um einen Leistungsträger geht. Für die Leistung, die Wincheringen in dieser Saison zeigte, ist aber nicht nur Nils verantwortlich. Sie sind eine gute, junge Truppe und haben noch einen Stürmer, der schon 19 Mal traf. Sie werden alles abrufen, um den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen. Wir werden das Gleiche tun, um an ihnen vorbeizuziehen. Ich erwarte ein tolles Spiel auf Augenhöhe – leider auf einem Hartplatz.

11ER: Es geht nach Merzkirchen, wo Wincheringen große Unterstützung hat und es oft hitzig werden kann. Wie stellen Sie Ihr Team darauf ein?

Surma: Wir haben diese Gespräche schon vor dem Spiel gegen Euren mit der Mannschaft geführt. Da war es ein Derby gegen den Tabellenersten und eine Mannschaft, die etwas gegen uns gutzumachen hatte. Trotzdem blieb es auf dem Rasen und auch von den Zuschauern fair und war gar nicht hitzig. Fußball ist für uns alle immer noch ein Hobby, bei dem wir Spaß haben wollen. Es sollte also alles im sportlich fairen Rahmen bleiben. Die Zuschauer sollen einfach den Fußball genießen, den beide Mannschaften zeigen werden. Abgesehen davon wollen wir nur auf uns schauen und alles andere ausblenden.

11ER: Wie sieht der Kader für das Topspiel aus?

Surma: Es sollte keine großen Veränderungen im Vergleich zu den letzten Wochen geben. Durch die kurze Woche wird der ein oder andere Spieler vielleicht urlaubsbedingt fehlen. Da werden wir sehen, wen das betrifft und in welchem Zustand andere am Sonntag zurückkommen. Unser Durchschnitt an Spielern wird trotzdem höher sein als im letzten Herbst.