09.07.2019

Bayern München steht am Scheideweg

Der deutsche Serienmeister Bayern München hat in der vergangenen Saison nicht nur den siebten Titel hintereinander gewonnen, sondern mit dem Sieg gegen RB Leipzig auch noch das Double geholt. Trotzdem scheinen Fans und Verantwortliche nicht wirklich zufrieden zu sein. Zu tief sitzt der Stachel der Misserfolge in der UEFA Champions League. Dementsprechend lange warteten Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge zu, bis sie Trainer Niko Kova? auch für die nächste Saison als Spiel-Verantwortlichen bestätigten.

Die Zeit der Dominanz ist vorbei

Noch vor wenigen Jahren dominierten die Teams der deutschen Bundesliga auch den internationalen Fußball. Unvergessen bleibt das Duell von Bayern München und Borussia Dortmund im Finale der UEFA Champions League in London. Doch die Zeiten, wo sich die Gegner vor der Stärke und dem Glück der Teams aus Deutschland fürchteten, sind offenbar vorbei. Das bekam auch die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland zu spüren. Das Image der kampfstarken Mannschaft, die grundsätzlich ein Elfmeterschießen gewinnt, haftet deutschen Mannschaften nicht länger an. 


Dabei war diese Einschätzung durchaus berechtigt. Schließlich konnte Deutschland in der Vergangenheit sechs von sieben Elfmeterschießen bei großen Turnieren für sich entscheiden. Ganz im Gegensatz übrigens zu England, das aufgrund seiner miesen Bilanz am liebsten gar nicht mehr antreten würde. Deren Bilanz verhält sich mit 1:6 genau umgekehrt proportional zu jener der Deutschen. Das Pech, das die Deutschen Fußball-Nationalmannschaft seit einiger Zeit verfolgt, hat sich nun auch auf die Bundesliga-Teams übertragen. 

Bayern München ist nicht länger ein Top-Favorit auf den Champions-League Titel. Das konnte man bei Auftritt des FC Liverpool in München deutlich erkennen. Das Team von Jürgen Klopp überrollte die Münchner und verwies die Mannschaft in die zweite Reihe. Die englischen Teams, die lange Jahre dem internationalen Erfolg hinterher laufen mussten, sind wieder voll im Rennen. Wenn Bayern München an die Spitze des internationalen Fußballs zurück möchte, dann müssen in allen Bereichen des Vereins neue Leute ran. 

Viel Geld für viel Erfolg?

Zunächst möchte Präsident Uli Hoeneß die Mannschaft der Bayern neu aufstellen. Der längst fällige Umbau ist nun in vollem Gange. Arjen Robbern und Frank Ribéry werden dem Team in der nächsten Saison nicht mehr angehören. Mats Hummels verlässt die Münchner ebenso, wie James Rodrigues und Rafinha. Renato Sanches, der bereits bisher verliehen war, hat keine Lust zurückzukehren und wird voraussichtlich ebenfalls wechseln. Ob Jérôme Boateng geht oder bleibt ist fraglich


Gleichzeitig hat Hoeneß die Geldbörse gezückt und kräftig investiert. Lucas Hernández von Atlético Madrid hat 80 Millionen Euro gekostet, Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart 35 Millionen Euro. Da war, im Vergleich dazu, Fiete Arp vom Hamburger SV mit drei Millionen Euro geradezu ein Schnäppchen. Dabei soll es allerdings nicht bleiben. Die Bayern haben einen weiteren Superstar im Visier. Doch hier spießt es sich noch. 

Wenn es nach dem Willen der Bayern-Bosse geht, dann soll Leroy Sané von Manchester City nach München wechseln. Offenbar ist zwischen ihm und Trainer Pep Guardiola nicht mehr alles eitel Wonne, daher könnte ein Wechsel durchaus möglich werden. Doch, wie man so hört, möchte Sané lieber in der englischen Premier League bleiben, das könnte den Transfer noch verhindern.

Neustart auch in der Führung?

Damit stellt sich die Frage, wie es nach einem möglicherweise erfolgreichen Neustart, in der Führungsetage weitergeht. Schließlich sind auch die Positionen von Präsident und Vorstandsvorsitzenden in Diskussion. Ein Name, der in diesem Zusammenhang immer wieder durch die Medien geistert, ist jener von Bayern-Legende Oliver Kahn. Der Torwart-Titan überzeugte schon als Spieler mit 100%igem Einsatz und unbändigem Willen. Zwei Eigenschaften, die für eine Spitzenposition bei den Bayern unabdingbar sind.
Hoeneß selbst hat seinen Namen zu Beginn des Jahres ins Spiel gebracht und kann sich gut eine Probezeit des ehemaligen Kapitäns im Vorstand des Vereins vorstellen. Karl-Heinz Rummenigges Vertrag läuft Ende des Jahres 2021 aus. Der Präsident selbst möchte sich dann zurückziehen, wenn alles so läuft, wie er sich das vorstellt. Dafür hat er noch ein wenig Zeit. Hoeneß ist bis Ende des Jahres 2022 als Präsident von Bayern München bestellt.

Wie auch immer die Neuaufstellung am Ende des Tages aussehen wird, eines ist klar. Mit der Mannschaft aus Bayern ist zukünftig wieder zu rechnen. Die internationale Durststrecke soll beendet und gleichzeitig die Dominanz in der Deutschen Bundesliga verlängert werden. Ob das so klappt, werden wir in einigen Monaten in der neuen Saison sehen.

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