Zwei Spieltage sind in der Bezirksliga West gespielt und an Überraschungen mangelte es nicht. Dazu gehört, dass sich an diesem Wochenende der noch ungeschlagene Aufsteiger Trier-Irsch und der noch sieglose SV Tawern gegenüberstehen. Eine Partie, bei der vor allem der Vorjahresfünfte eine Antwort auf den vergangenen Spieltag geben möchte.

Beim SV Trier-Irsch war die Freude über den Aufstieg in die Bezirksliga groß, dennoch schrillten schon vor dem Saisonstart die Alarmglocken. Der Grund: Aufgrund der langen Saison inklusive Relegation und der darauf verspäteten Urlaubszeit war die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung überschaubar. Nach zwei Spieltagen steht fest: Die Sorgen waren unbegründet. Selbst Irschs Trainer Sebastian Szimayer zeigte sich überraschend mit den starken Auftritten seiner Mannschaft, die bisher auch eine Klasse höher zu überzeugen wusste. So teilte man sich am ersten Spieltag mit Rheinlandliga-Absteiger Daleiden die Punkte, führte dabei bis in die Schlussphase und feierte in der Vorwoche gegen den TuS Ahbach den ersten Bezirksligasieg.

Auch wenn die Trierer damit noch ungeschlagen sind, macht man keinen Hehl daraus, dass vor allem in der letzten Partie gegen Ahbach einiges an Glück dazugehörte. Der gute Start ist somit mehr ein Gewinn und eine Momentaufnahme, als dass er eine verfrühte Anpassung des Saisonziels Klassenerhalt nötig machen würde. Das bestätigt Szimayer, der sagt: „Wir sind in jedem Spiel der Underdog – egal, wie viele Punkte wir gesammelt haben.“ Übermut ist beim Aufsteiger daher nicht zu erwarten, der sich seiner Rolle und seines Potenzials bewusst ist. Schließlich stellt der SVI eine blutjunge Mannschaft, in der einige Spieler ihre erste volle Seniorensaison spielen. Rückschläge und das Zahlen von Lehrgeld ist daher eingeplant.

Nichtsdestotrotz darf man voller Vorfreude in die Zukunft blicken. Zumal mit Luca Klupsch (drei Tore, ein Assist), Neo Ensch oder Florian Lentes (ein Tor, zwei Assists) drei ehemalige Jugendspieler und „Irscher Jungs“ zum Erfolg an den ersten Spieltagen beitrugen. Auch, wenn die körperliche Unterlegenheit sichtbar war. Nachlassen darf der Aufsteiger in puncto Aggressivität im Zweikampfverhalten nun nicht, denn mit dem SV Tawern wartet am Sonntag ein Schwergewicht der Liga.

Die Tawerner belegten in den vergangenen Spielzeiten stets eine Topplatzierung (Zweiter 2023/24, Vierter 2024/25 und Fünfter 2025/26). Vor dieser Saison gab es mit Pascal Hurth, der eine Pause einlegt, und Idris Lataev jedoch zwei namhafte Abgänge in der Offensive. Weitere Spieler verließen den Verein, andere fanden wiederum den Weg nach Tawern. Trainer Benjamin Leis steht daher wie in den letzten Jahren eine junge und dennoch erfahrene Mannschaft zur Verfügung, die über reichlich Klasse und Qualität verfügt.

An den ersten beiden Spieltagen bekam man diese Qualität allerdings noch nicht auf den Platz: Gegen Aufsteiger DJK St. Matthias Trier mussten sich die Tawerner mit einem Remis begnügen und in der letzten Woche setzte es gegen die top gestartete SG Saartal eine 0:5-Heimniederlage. Eine bittere Niederlage, die man allerdings nicht überbewerten sollte. Der Grund: Den Tawernern fehlten gleich mehrere wichtige Spieler, man musste früh verletzungsbedingt wechseln und kassierte unter anderem ein Freistoß- sowie ein Elfmetertor. Auch am Wochenende werden weiter Spieler wie Tristan Reger oder Louis Linden nicht zur Verfügung stehen. Aber: Zur Wahrheit gehört auch, dass die Tawerner am vergangenen Wochenende fußballerisch einen rabenschwarzen Tag erwischte und laut Coach Leis „kein Bezirksliga-Niveau“ nachwiesen. 

Beim Gastspiel in Trier-Irsch wird der SV Tawern daher mit reichlich Wut im Bauch anreisen und eine Reaktion zeigen wollen. Insbesondere, da der erste Saisonsieg noch aussteht. Mit dem Aufsteiger wartet jedoch eine Truppe, die hochmotiviert ist und auch am dritten Spieltag seine Außenseiterrolle in Punkte wandeln möchte. Zudem dürfte es den Trierern auf eigenem Rasen erneut nicht an Unterstützung fehlen.

Trier-Irsch, So., 23.08., 15.15h

Foto: Archiv/Maes