18.10.2019

Nachberichte, Bezirksliga: Mosella hält Anschluss

Bitburg baut Vorsprung nach Last-Minute-Toren in Badem aus

Leiwens Daniel Lentes behauptet den Ball gegen den Rascheider Dean Dederichs (links), doch am Ende blieben die Hochwälder klarer 5:1-Sieger. Foto: Robert Heyn

Nach knapp einem Saisondrittel hat der FC Bitburg mit einer blütenweißen Weste seine Titelambitionen eindrucksvoll unterstrichen. Selbst in Spielen, in denen es nicht so rund läuft, hat das Team von Fabian Ewertz genügend Körner, um mit späten Toren die Erfolge einzufahren. So auch in Badem, als Frank Valerius und Arthur Schütz in den Schlussminuten den Sieg sicherstellten. Die Schweicher Mosella hält indes Anschluss zum Branchenführer aus der Bierstadt, nachdem ihr gegen Wallenborn im Verfolgerduell ein 4:3-Sieg gelungen war. Im Tabellenkeller feierte Ralingen einen wichtigen Derbysieg gegen Körperich. Bettingen ging in Schillingen beim 2:6 baden. 

SG Badem - FC Bitburg
0:2 (0:0)
Mit einem aus Sicht von Badems Trainer Roger Reiter zweifelhaften Gegentor geriet der frühere Rheinlandligist auf die Verliererstraße. Ein Kopfball von Frank Valerius wurde zunächst von Badems Torwart Simon Eppers abgewehrt, doch den Abpraller in die Mitte nutzte Valerius aus dem Gewühl heraus zur Bitburger Führung (88.). FC-Trainer Fabian Ewertz: „Der Ball war deutlich hinter der Torlinie.“ In den 87 Minuten zuvor hatte Bitburgs Stürmer Kevin Fuchs bereits die Latte getroffen – auf der anderen Seite ließ Daniel Robertz die Führungschance für die Hausherren aus. Nach leichten Vorteilen für Badem im ersten Abschnitt dominierte der Primus fortan Hälfte zwei nach Belieben, „nur im Auslassen der Torchancen übertrafen wir uns“. Erst das 2:0 von Arthur Schütz, der nach einem Fehler im Spielaufbau der Bademer zunächst Riad Malkic bediente und den Ball im Doppelpass dann zurückbekam, sicherte den Bierstädtern den neunten Sieg im neunten Saisonspiel. „In der ersten Halbzeit hatten wir zwei, drei Löcher in der Mitte, wo wir schlecht standen und Badem Kontermöglichkeiten gestatteten“, setzte Bitburg erst im zweiten Durchgang die entscheidenden Akzente. Roger Reiter gestand, dass „wir aufgrund des Spielverlaufs einen Punkt verdient gehabt hätten. Unser Manko ist, dass wir derzeit hinten raus nicht adäquat wechseln können. Da kommt nicht viel nach“. Mit der dritten Niederlage in Folge steht Badem nun wieder mit dem Rücken zur Wand, während Bitburg seinen Vorsprung auf sieben Zähler ausbaut.

SG Saartal Schoden - RW Wittlich
3:1 (0:1)
Nach dem Spiel gegen Rot-Weiss Wittlich herrschte eine ausgelassene Stimmung unter den gut 320 Zuschauern, die einen leidenschaftlichen Auftritt der eigenen Mannschaft gesehen hatten. Im Spiel eins nach August Schlotter waren die Rot-Weissen zunächst spielbestimmend, brachten den Gegner mit zahlreichen Kurzpasspassagen und Seiten verlagernden Bällen in Verlegenheit. So legten die Wittlicher nach Vorarbeit vom Marc Arbeck durch dessen Bruder Kevin den Führungstreffer vor (26.). Auch in der Folge besaßen die spielstarken Gäste „Chancen, den Vorteil auszubauen. Da haben wir aus unserer spielerischen Überlegenheit zu wenig Torgefahr entwickelt“, gestand RWW-Sportchef Mehmet Akin. Das Bild änderte sich im zweiten Durchgang, als Schoden deutlich mehr in sein Offensivspiel investierte und mit seiner Kontertaktik Erfolg hatte. Ein Torwartfehler nutzte Nicolas Jakob zum Ausgleich (53.). Im weiteren Verlauf haderte Wittlich mit Entscheidungen des Schiedsrichters, während Schoden seine pfeilschnellen Konter überfallartig ausspielte. Als Torwart Marius Bach den nach einer Balleroberung von Christopher Boesen in den Raum gestarteten Nico Jakob beim Rauslaufen am Fuß traf, gab es Elfmeter und lediglich Gelb für den Wittlicher Keeper. Den fälligen Strafstoß setzte Lukas Kramp aber humorlos ins Netz – 2:1 (63.). Nach der Führung spielte Schoden seine spielerische Klasse aus und kam durch Kramp, Tim Thielen und Alec Webel zu weiteren hochkarätigen Torchancen. „Da hätten wir schon entschlossener sein müssen“, haderte SG-Trainer Heiko Niederweis mit der fehlenden Kaltschnäuzigkeit. Nach dem 1:2 boten sich Marc und Kevin Arbeck Chancen zum 2:2. Weil Schoden alles auf eine Karte setzte und mit Leidenschaft und Kampf das Kommando übernahm, führte ein weiterer Konter zum entscheidenden 3:1. Webel hatte auf Kramp durchgesteckt und dieser eiskalt vollstreckt (87.). Akins Statement fiel ernüchternd aus: „Da bist Du in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft und trotzdem fährst Du mit null Punkten nach Hause. Wir haben echtes Lehrgeld bezahlt und unnötig die Punkte abgegeben.“ Niederweis störte die Einschätzung seines Gegenübers nicht. „Wir sind mit Aggressivität und Leidenschaft aus der Kabine gekommen und haben nach dem 1:1 mit viel Selbstvertrauen gespielt. Heute haben wir uns endlich belohnt.“

TuS Schweich - SG Wallenborn
4:3 (1:1)
Gegen Wallenborn lief die Mosella im Verfolgerduell in der zweiten Halbzeit zu großer Form auf und verdiente sich die Siegpunkte durch eine engagierte und spielerisch überzeugende Offensivleistung. Im von den Gästen dominierten ersten Durchgang legte Stephan Schleimer das 1:0 vor, ehe quasi mit dem Gegenzug Patrick Hunz das 1:1 gelang. Wallenborn nutzte eine schnelle Umschaltbewegung über Benny Duckart auf Hunz zum bis dato absolut verdienten Ausgleichstreffer. „In den ersten 35 Minuten haben wir das hervorragend gemacht. Wir hatten gute Umschaltmomente, nur haben wir die leider nicht in Tore umgemünzt“, sah Wallenborns Trainer Hesslein eine starke erste Halbzeit seines Teams. Mit zunehmender Spielzeit entwickelte die Mosella enormen Druck auf das Gehäuse von Lars Becker und kam folgerichtig zur erneuten Führung, als Marc Pitsch die Lücke fand. Steve Kirchen legte zehn Minuten später (72.) mit dem 3:1 entscheidend nach. „Ich hatte das Gefühl, dass wir ein bisschen müde waren und durch Unkonzentriertheiten drei Gegentore bekommen haben“, gestand Hesslein später. Schweich nutzte seine Schnelligkeitsvorteile aus und bog durch den vierten Treffer von Björn Kraus endgültig auf die Siegerstraße ein (85.). Wallenborns späte Anschlusstreffer von Kasper Wlodarek und Sebastian Hilgers konnten der Partie keine Wende mehr geben. „Wir sind zu spät aufgewacht. Schweich hat seine Vorteile ausgenutzt und war in der zweiten Halbzeit auch die klar bessere Mannschaft“, zollte Hesslein dem Gegner seine uneingeschränkte Anerkennung.

SV Leiwen-Köwerich - SG Rascheid
1:5 (0:2)
In Leiwen gelang den Hochwäldern der ersehnte Befreiungsschlag. Nach Foul an Martin Kolz netzte Lukas Jonas per Elfmeter zur Gästeführung, die Dean Dederichs Momente später ausbaute - 0:2 (32.). Nach dem Wechsel legte Robin Moser mit einem 25-Meter-Freistoß-Kracher in den Winkel das dritte Rascheider Tor nach, ehe Maurice Speicher nach Flanke von Jonas auf 4:0 stellte. Auf den Leiwener Anschlustreffer von Hans Schulz antwortete Rascheid mit dem 5:1, das Jonas auf Zuspiel von Jens Gaspers nach einem Solo über den ganzen Platz erzielte. Unschöne Szenen ereigneten sich in der 70. Minute, als es zwei Platzverweise gab: Rascheids Jens Gaspers schoss nach einer bereits abgepfiffenen Szene dem auf dem Boden liegenden Gustav Schulz den Ball auf dessen Rücken – der Leiwener Torjäger revanchierte sich mit einem Kopfstoß an Max Cronauer. Trainer Sven Gaspers: „Wir haben unsere Chancen sehr effektiv und konsequent genutzt, auch defensiv ist unser Matchplan aufgegangen. Wir haben kaum Chancen zugelassen. Die Rote Karte trübt den Erfolg schon ein wenig.“

SV Konz - SG Arzfeld
2:2 (1:1)
Ein gutklassiges Spiel mit leistungsgerechtem Ausgang sahen die 230 Zuschauer in Konz. Tim Kugel brachte den SVK per Kopfball in Front (15.), doch Arzfelds Spielertrainer Andreas Theis egalisierte (37.). Konz‘ Marco Ihl scheiterte in der 45. Minute mit einem Elfmeter am stark reagierenden Gästekeeper Florian Moos. Joschka Trenz ließ die
Westeifeler nach einem herrlichen Freistoß über die Mauer schlenzend mit 2:1 in Führung gehen, ehe Pascal Güth im Nachfassen doch noch der Ausgleich gelang (65.). 


TuS Schillingen - SG Bettingen
6:2 (1:2)
Bettingen bot zunächst eine starke Leistung und genoss nach den Treffern von Luca Eichner und Tim Hoffmann bei einem Gegentor von Marco Engel eine 2:1-Pausenführung. Schillingen kam wie ausgewechselt aus der Kabine und drehte die Partie nach den Toren von Engel (2), Christoph Becker, Tobias Anell und Haiko Wagner in einen 6:2-Erfolg um.

SG Wittlich - SG Ruwertal
2:1 (0:0)
Raphael Ney avancierte mit seinen beiden Toren (57., 72.) zum Wittlicher Sieggaranten. Dieser brachte jeweils schnelle Vorstöße im Ruwertaler Kasten unter. Zwischenzeitlich hatte Philip Kartz die Gäste zum Ausgleich geschossen. SGW-Coach Christoph Krähling: „Wir hätten alles schon viel früher klarmachen müssen. So müssen wir bis zum Ende um den Sieg zittern.“ 

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