In der traditionell spielstarken C-Mosel-Hochwald-Liga geht es an der Tabellenspitze gewohnt eng zu. Dennoch haben sich an der Spitze einige Mannschaften bereits abgesetzt. Der SV Föhren II steht mit nur einer Niederlage an der Pole Position und ist eigentlich als einzige Mannschaft in der Lage, auch in einer B-Klasse zu bestehen. Doch die Plätze dahinter sind hart umkämpft. Über die Kreisliga-C Mosel/Hochwald berichtet unser Redakteur Lutz Schinköth

SV Föhren II

Mit großer Konstanz und kom-paktem Auftreten hat sich das Föhrener Team den Respekt der Konkurrenz erworben und thront nicht umsonst ganz oben. Nur eine einzige Niederlage (gegen Issel) steht zu Buche. Weil auch die anderen Eckwerte stimmen, muss das Team von Ralf Orth als erster Titelanwärter gelten. Neun Gegentore aus 16 Spielen sprechen für eine gut verschiebende und sattelfeste Abwehr – 51 Tore sind auch in Sachen Torgefahr spitze. Trainer Ralf Orth bilanziert: „Wir haben uns vorgenommen, wie die erste Mannschaft ein identisches System zu spielen, um jederzeit Spieler auch in die jeweils andere Mannschaft problemlos einzubauen. Aufgrund unseres großen Kaders spielen wir auch eine sehr gute Rolle. Alles ist stimmig und funktioniert sehr gut. Unsere Taktik mit Viererkette, zwei Sechsern, einem breiten Mittelfeld und nur einer Spitze ist aufgegangen. In der Vorbereitung werden wir weiter am ballorientierten Spiel arbeiten und uns spielerisch verbessern. Auch die ein oder andere Nuance im Abwehrverhalten ist noch verbesserungswürdig. Unser Ziel ist die Verteidigung der Tabellenspitze und der Aufstieg.“ Dieses Credo ist unmissverständlich und wird bei ähnlichen Leistungen wie im alten Jahr zielführend im Aufstieg enden. Föhren ist und bleibt der große Titelaspirant.

SG Bekond

Das Bekonder Team hat eine wechselvolle Geschichte in dieser Saison hinter sich. Nach den beiden Niederlagen zum Auftakt führte dieser Hallo-Wach-Effekt zu einer Art Initialzündung und einer Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage. Dennoch sieht man in?Bekond der 0:1-Niederlage im Gipfel in?Föhren noch mit großer Ernüchterung nach. Für das Team von Trainer Thomas Sandner wird es darum gehen, mit konstant guten Resultaten Platz zwei vor Augen zu haben und die Mission Aufstieg über die Hintertür Relegation zu erreichen. Thomas Sandner: „Platz zwei bleibt für uns die allererste Option. Alles andere wäre vermessen. Deshalb schauen wir von Spiel zu Spiel und wollen jetzt nicht schon mit dem Rechnen anfangen. Die Vorbereitung wird am 31. Januar beginnen und sehr intensiv werden. Dazu legen wir die Schwerpunkte auf das gruppentaktische Verhalten. Wir wollen uns als Mannschaft verbessern, noch weniger Fehler machen und mehr Druck aufbauen können, vor allem gegen die guten Gegner. Wir haben ein sehr starkes Auftaktprogramm vor der Brust, doch wir können den zweiten Platz erreichen,wenn jeder an seine Leistungsgrenze geht.“

SG Ruwertal II

Die Ruwertaler Bezirksligareserve hat – ähnlich wie die erste Mannschaft – eine erstaunlich positive Entwicklung genommen und ist in der C-Klasse zu einem Spitzenteam gereift. Dabei profitierte die Zweite naturgemäß vom anhaltenden Hoch der Bezirksligacrew. Die wenigen Verletzungen wurden mit dem großem Kader und der nachrückenden Youngster kompensiert. „Wir wollen natürlich weiterhin versuchen, unsere Spiele zu gewinnen und oben mitzuspielen“, hat Trainer Mark Stüttgen eine kurze, aber prägnante Zielsetzung für das Frühjahr formuliert. Einige Spieler verfügen über Bezirksligaerfahrung und können ein Spiel lesen. Die Talente aus der A-Jugend werden beharrlich und ohne Druck eingebaut. Kommt im März auch im Bezirksligakader das Gros der Verletzten zurück, könnte es nochmals einen Schub geben. Zuhause ist das Team von Mark Stüttgen zwar gut, aber noch nicht meisterlich unterwegs, hat mit 14 gesammelten Punkten eher einen Durchschnittswert zu bieten. Doch auf Reisen präsentiert sich Ruwertal angriffslustig, spielstark und abwehrpräsent. Mit nur einer Niederlage und 19 Punkten ist die SGR hinter Föhren sogar Spitzenreiter.

SG Issel/Kenn

Eine wechselvolle Saison erlebt auch der B-Liga-Absteiger aus der Schweicher Vorstadt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der neuen Spielklasse hat es das Team um Trainer Peter Klaar geschafft, Beständigkeit, ein gutes Zweikampfverhalten und spielerische Reife zu erlangen. Mit nur vier Zählern Rückstand auf Rang zwei hat Issel die Chance, über die Relegation aufzusteigen. Issel ist auch die bislang einzige Mannschaft, die dem Spitzenreiter aus Föhren eine Niederlage beibringen konnte. Drei klare Siege zum Jahresabschluss brachten das abwehrstabile Team wieder in Reichweite zu Platz zwei. Mit Nils Engemann kommt der aktuelle Torschützenbeste auch aus Issel. 18 Mal hat es der 25-Jährige in den gegnerischen Tornetzen bereits dunkel gemacht. Mit Alex Shigar scheint dieser jetzt auch einen kongenialen Sturmpartner gefunden zu haben. Mit Issel wird in jedem Fall auch nach der Winterpause zu rechnen sein, zumal die Rahmenbedingungen für eine komplikationslose Vorbereitung gegeben sind. Denn mit Soccerhalle und Kunstrasenplatz stehen die Vorzeichen günstig.

SG Beuren

Gut, aber nicht überragend präsentierte sich das Beurener Team in diesem Jahr. Obwohl der Aufstieg nicht auf der Agenda stand, hat Beuren nicht die Beständigkeit gezeigt, die notwendig gewesen wäre, um mittelfristig diese Optionen zu erhalten. So steht das Team von Sascha Domdei mit acht Punkten Rückstand zum Spitzenreiter bzw. vier zum Zweiten mit größer werdendem Rückstand unter Zugzwang. Dennoch sollte man Beuren im Kampf um Platz zwei nicht abschreiben. Mit Marco Thömmes und Timo Steines besitzt die SG ein durchschlagskräftiges Offensivduo. 20 der insgesamt 44 Tore gehen auf das Konto dieser Spieler.

SG Osburg II

Deutlich verbessert in allen Bereichen, hat sich Osburg diesen sechsten Platz hart erarbeitet. Mit größerem Kader und der ein oder anderen Abstellung der Bezirksliga-Elf nach unten hat sich das Team des neuen Trainers Christian Gorges gut entwickelt. Doch weil es in der Mitte der Saison zu viele Punkte liegen ließ, wird der Abstand nach oben nur schwer zu verkürzen sein. „Im Abwehrbereich und auch im spieltechnischen Teil können wir eine Entwicklung feststellen. Da haben wir einen Sprung vollzogen. Wir wollen weiterhin im oberen Tabellenbereich mitmischen“, hat Gorges noch einiges vor.

SV Leiwen II

Auch Leiwen hat sich in dieser Liga stabilisiert und etabliert. Vom einstigen Abstiegskandidaten reifte das Team von Christian Anderle zum Favoritenschreck auf heimischem Terrain. Die Bilanz bewegt sich im grünen Bereich, zumal auch die Torausbeute eine gewachsene Leistungsstärke verrät. Die Moselaner stehen in der Heimtabelle überraschend, aber völlig zurecht auf Platz drei, haben da 21 Punkte auf ihr Konto bringen können. Für sie gilt es in der Rückrunde, auswärts noch mutiger aufzutreten. Doch wie jede zweite Mannschaft ist die Crew auf Gedeih und Verderb auch von der ersten Mannschaft abhängig. Christian Anderle: „ Wir haben ja eine fast komplett neue Mannschaft mit sehr vielen jungen Spielern aufgebaut. Offensiv legten wir einen Zahn zu und haben eine sehr gute Heimbilanz. Auswärts sind wir zu brav und scheuen das Risiko. In der Vorbereitung wollen wir gesteigerten Wert auf das Zweikampfverhalten sowie den taktischen Bereich legen. Ziel muss es sein, diesen Platz zu bestätigen und uns in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen.“

SV Gutweiler

Die Grün-Weißen aus Gutweiler blieben unter den Erwartungen, haben aber mit zwei Spielen in der Warteschleife noch Möglichkeiten zur Korrektur. Weil das Team von Jürgen Flesch nach vorn enorme Stärken entwickeln und auch im Defensivbereich mit einem Michael Wick sicher agieren kann, sollte man auch Gutweiler im Kampf um Platz zwei noch nicht abschreiben. Vor allem zuhause ist der SVG eine Macht, hat noch kein Spiel abgegeben und nur ein Unentschieden zugelassen. Gelingt es nach der Winterpause, auswärts ein anderes Gesicht zu zeigen, sollte Gutweiler wieder in den erweiterten Dunstkreis der Anwärter auf Platz zwei zu zählen sein.

TuS Mosella Schweich III

Weil vier Spieler vor der Saison den Weg in die A-Liga-Mannschaft fanden, es ein paar Abgänge gab und mit Andreas Mörschbacher und Harald Emmrich zwei Torhüter nicht mehr zur Verfügung standen, blieb die Mosella weitgehend unter ihren Möglichkeiten. Trotz des mageren neunten Platzes weist die Statistik mit sieben Siegen und sechs Niederlagen eine positive Bilanz aus. Die Mannschaft wirkt dennoch kompakt und hat Spaß bei ihren Spielen. Auswärts spielt das Team von Andre Badem befreiter auf.

SV Mehring III

Mehrings Drittvertretung wechselte aus der C-Trier-Eifel in diese Staffel und musste anfangs Lehrgeld zahlen. Mit höherem Tempo und einer größeren Leistungsdichte tat sich das Team von Holger Bach zunächst schwer. Zuletzt rang man den Favoriten aus Föhren (0:0) und Ruwertal (1:0) vier Punkte ab und stabilisierte sich vornehmlich im Defensivbereich. Mit mehr Offensivgeist bei den Heimspielen kann der SVM nicht nur seine Heimbilanz weiter aufbessern, sondern auch einen Sprung im Gesamtklassement machen. Vor der Saison gelang gleich drei Spielern der Sprung in die Bezirksliga-Mannschaft. Weil sich das Team auch als Ausbildungs- und Kaderschmiede versteht, steht die tabellarische Komponente eher im Hintergrund.

SG Fell II

Der tragische Tod von Trainer Lutz Bernitt hinterließ auch mentale Spuren bei den Fußballern der zweiten Mannschaft. Stets im Abstiegskampf involviert, spielte das Team Wochenende für Wochenende am Limit. Wegen der gravierenden Verletzungssorgen in der ersten Mannschaft wurden die besten Spieler nach oben beordert und fehlten folglich in der C-Klasse. Nach zuletzt drei Siegen hat sich das Team jedoch aus dem Gröbsten bewegt und steht seit etlichen Wochen nicht mehr auf einem Abstiegsplatz. Interimstrainer Michael Merges wird alles daran setzen, diesen elften Platz zu halten, wenn auch der Fokus auf dem Klassenerhalt der A-Liga-Mannschaft steht.

SG Gusenburg

Das Team aus Gusenburg wurde den hochgesteckten Zielsetzungen des einstigen Trainerduos Oliver Reis/Rochus Weber nicht gerecht und befindet sich an der Schwelle zur Abstiegszone. Nachdem der zeitliche und organisatorische Aufwand für das spielende Trainertandem zu groß wurde, wurde der Taktstock an Rainer Müller und Bernd Barthen weitergegeben. Anfangs kehrten die neuen Besen noch gut, doch der Bruch folgte. Nach drei Niederlagen in Serie, ohne ein einziges Tor erzielt zu haben, stand das Hochwald-Team plötzlich mit dem Rücken zur Wand. Prognose: Das Team sichert sich Platz zwölf und damit den Klassenverbleib.

Hermeskeiler SV II

Der Aufsteiger hatte es schwer. Mit nur einem Sieg und fünf Punkten im Gepäck wird es zusehends schwieriger, dem vorletzten Platz noch einmal zu entkommen. Doch das Team von?Christoph Welsch gibt sich längst noch nicht auf und will „um jeden Punkt kämpfen“.

SV Farschweiler

Ohne die großen personellen Alternativen stand das Team des aus der SG mit Lorscheid herausgelösten Vereins vor einer Horrorsaison. Mit nur einem Pünktchen ist der Abstieg vorprogrammiert.