Der SV Niederemmel hatte angekündigt, dass man sich trotz der aufreibenden wie offenen Trainerfrage nicht aufgibt. Gegen die SG Ruwertal ließ der SVN diesen Worten nun Taten folgen und feierte den ersten Saisonsieg – in der letzten Minute.
Auf dem Kunstrasen in Piesport verlief die Partie zunächst wie von vielen erwartet: Die favorisierten Gäste aus dem Ruwertal waren spielbestimmend und gingen früh in Führung. Benjamin Thorbeck traf in der neunten Minute zum 1:0 und legte in der 17. Minute das 2:0 nach. Obwohl Thorbeck kurz darauf das Feld räumen musste (24.), kamen die Gäste zu weiteren Möglichkeiten, die ungenutzt blieben. Niederemmel gab sich jedoch nicht auf und meldete sich kurz vor der Pause durch den Anschlusstreffer von Jakob Grüner zurück im Spiel (43.).
Nach dem Seitenwechsel konnten die SGR nicht an ihre dominante Vorstellung des ersten Durchgangs anknüpfen. Niederemmel wiederum fand besser ins Spiel und glich durch den neuen Interims-Spielertrainer Benedikt Vogedes aus (51.). Im Anschluss entwickelte sich laut Niederemmels erstem Vorsitzenden Jörg Endries eine aufreibende Partie: „Wir machten das 2:2 und dann war es ein Abnutzungskampf. Es war allen klar, dass diejenige Mannschaft gewinnt, die den nächsten Treffer erzielt. Wir dachten deshalb nach dem 3:2, dass das Spiel gelaufen ist. Ruwertal machte aber aus dem Nichts noch das 3:3. Am Ende entschied dann der Elfmeter die Partie zu unseren Gunsten. Die Mannschaft gab sie nie auf und zeigte, was in ihr steckt.“
Auf Seiten der Hausherren wurde Vogedes zum Matchwinner. In der 85. Minute brachte er den SVN erstmals in Front und nachdem Pascal Neumann zum 3:3 ausgeglichen hatte (91.), war es erneut Niederemmels Ausnahmestürmer, der im Fokus stand: In der 93. Minute fand ein langer Ball Vogedes in der Spitze. Dieser umkurvte Ruwertals Schlussmann und wurde dabei von diesem gefoult. Den fälligen Strafstoß verwandelte Luca Hermandung zum ersten Niederemmel-Sieg der Saison (94.).
Freude bei den Hausherren, maßlose Enttäuschung bei den Gästen. Denn gerade nach der starken ersten Halbzeit konnte sich Ruwertals Trainer Bastian Jung den Leistungsabfall nicht erklären: „Bis zur 40. Minute waren wir klar die bessere Mannschaft und lagen hochverdient in mit 2:0 in Führung. Eigentlich hätten wir höher führen müssen, was wir aber nicht taten. Ein individueller Fehler führte zum Anschlusstreffer. Was dann in der zweiten Halbzeit passierte, ist schwer in Worte zu fassen und hat mit Bezirksliga-Fußball wenig zu tun. Es war von allen Beteiligten eine mehr als enttäuschende Vorstellung. Ohne despektierlich sein zu wollen: Niederemmel machte es uns mit einfachen Mitteln wie langen Bällen schwer. Es war ein blutleerer, moralloser Auftritt von uns.“
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