Trotz zweimaliger Zwei-Tore-Führung brachte es die SG Niederkell nicht fertig, den Vorsprung über die Ziellinie zu bringen und sich drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu sichern.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll angefangen. Marius Jost hatte nach Flanke von Jakob Reichert schon nach drei Minuten zur Führung getroffen. Reichert hätte wenig später nachlegen können. Doch den zweiten Treffer für die emsigen Hochwälder markierte Lukas Rausch nach einer halben Stunde, der mit einem haltbaren Distanzschuss den Pluwiger Torwart Jan Franzen überwand – 2:0 (30.). Ein Eigentor von Peter Weber brachte Pluwig ins Spiel zurück (32.), Niclas Philippi ließ dann das 3:1 für Waldweiler aus. Doch fünf Minuten nach Wiederbeginn war es soweit, als Rausch nach super Vorarbeit von Reichert das 3:1 erzielte (50.). Jan Becker brachte die Gäste per Foulelfmeter mit dem 3:2-Anschluss wieder in die Partie zurück. Zuvor war Christian Fox gefoult worden (64.). Dann ging es Schlag auf Schlag: Peter Welter nutzte einen Flankenball von Christopher Monzel per Kopf zum 3:3-Ausgleich (68.). In der 75. Minute hatte die DJK die Partie schließlich gedreht, als Luca Knobloch einen weiteren Foulstrafstoß zum 4:3 verwandelte. Diesmal war Welter nicht regelkonform vom Ball getrennt worden. Nachdem Doppeltorschütze Rausch mit Gelb-Rot nach jener Aktion vom Platz musste (75.), legte Christian Guth mit dem finalen 5:3 den Deckel drauf. DJK-Trainer Uwe Wess war sichtlich zufrieden – vor allem mit der zweiten Halbzeit. „Das Spiel war so verrückt wie die Vorbereitung darauf. Denn kurz vor Spielbeginn erreichte mich eine Hiobsbotschaft nach der anderen. So meldeten sich Artur Krapp und Marcel Kohl krank, Christian Fox war zunächst auch keine Option. Philipp Steiger war verletzt und Maximilian Michels kurzfristig im Kurzurlaub. Da auch Momo Föhr nach Münster musste, geriet vor dem Spiel einiges in Bewegung.“ Wie Wess berichtet, legte Kell los wie die Feuerwehr. „Ein Fehler im Spielaufbau führte zum 0:1, Lukas Rausch legte mit einem tückischen Aufsetzer das 2:0 nach. Durch ein Eigentor von Kell sind wir im Spiel geblieben, kriegten dann aber wieder postwendend das 1:3. Wäre Niederkell das 4:1 gelungen, wären wir sehr wahrscheinlich nicht mehr zurückgekommen. Dann aber ging ein Ruck durch die Mannschaft, wir sind wieder reingekommen und hatten am Ende ein paar Körner mehr als der Gegner. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Rausch waren wir komplett drin im Spiel, besaßen hintenraus mehr Chancen und haben verdient gewonnen. Die erste Halbzeit aber war schon schlecht. Exzellent, wie Kells Torwart Max Massmann dreimal stark pariert hat.“ Während die DJK Pluwig-Gusterath wieder auf Kurs in Richtung Platz fünf ist (war das erklärte Ziel), müssen sich die Niederkeller langsam ernsthafte Gedanken über die B-Klasse machen. Im letzten Spiel am Sonntag geht es nach Schweich zum Tabellendritten, der sowieso einen Lauf hat. Dort sind die Hochwälder zum Siegen verdammt.