Der VfL Trier hat das Stadtderby gegen den FSV Tarforst II mit 1:2 verloren und muss weiterhin um den Ligaverbleib bangen.


Im Gegensatz zum VfL haben die Tarforster ihren Vorsprung auf die Heiligkreuzer auf fünf Punkte ausgedehnt und stehen bei einem weiteren Sieg am Sonntag gegen Schlusslicht FSG Ehrang/Pfalzel kurz vor dem Klassenerhalt. Der FSV begann vor knapp 200 Zuschauern stark, ging in der siebten Minute durch Aaron Baltes in Front. Baltes, der fast überall zu finden war und ein ständiger Unruheherd vor dem VfL-Strafraum war, hatte einen Kopfball nach Flanke von Leo Reh überlegt ins Eck geköpft – 0:1. Tarforst entfachte in dieser Phase richtig viel Druck und kam nach knapp einer halben Stunde zum 2:0. Einen 20-Meter-Flatterball von Baltes hatte VfL-Keeper Maurice Mangerich nach vorne abgewehrt, den Abstauber veredelte Christoph Nickl humorlos – 0:2 (28.). Nickl war es auch, der kurz vor der Halbzeit das 3:0 auf den Füßen hatte, Mangerich aber Sieger blieb. In der zweiten Halbzeit investierte der VfL deutlich mehr in sein Offensivspiel. Zweimal hatte Aniel Oliveira die Möglichkeit, zu verkürzen. Einmal spitzelte er den Ball am Torwart vorbei (55.), ein anderes Mal schoss Oliveira freistehend aus 20 Metern drüber (64.). Der FSV blieb in dieser Phase über Flanken gefährlich. Die Schlussphase hatte es in sich: Zunächst erzielte Matheus Maciell mit einem Flachschuss ins rechte Eck acht Minuten vor Schluss den Anschlusstreffer zum 1:2 (82.), ehe Tarforsts Yahia Elgawady wegen einer Grätsche im Mittelfeld glatt Rot vom Schiedsrichter sah (85.). „Die Rote Karte gegen Yahia war schon extrem hart. Ich fand sie überzogen“, befand Tarforsts Coach Alex Becker. Beinahe wäre der VfL noch zum verdienten Ausgleich gekommen: Oliveira vergab gleich zweimal in aussichtsreichen Positionen. Ein Maciell-Kopfball wurde zur Ecke geklärt. Im Anschluss daran traf Raul Cosano Kreutzer nur den Pfosten (90.+4). FSV-Trainer Becker sah ein „intensives Derby mit einer turbulenten Schlussphase. In der ersten Halbzeit waren wir extrem gut unterwegs, haben viel Druck entwickelt und hätten das 3:0 machen müssen. Dann wäre das Spiel sehr wahrscheinlich erledigt gewesen. Es war klar, dass der VfL in der zweiten Halbzeit alles nach vorne wirft. Doch wir haben auch wenig zugelassen, bis auf die zwei, drei Szenen kurz vor Schluss. Leider haben wir unsere Konter nicht sauber zu Ende ausgespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann tiefer gestanden, aber auch gut verteidigt. Aufgrund der starken ersten Halbzeit ist der Sieg verdient ausgefallen. Mit einem Mann weniger haben wir das letztlich gut wegverteidigt“. VfL-Coach Marco Neumann gab folgendes Statement ab: „Wir sind zu spät aufgewacht und haben es versäumt, das Spiel anzunehmen. Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt, es war in dieser Phase zu wenig Abstiegskampf zu sehen. Wir haben erst in der zweiten Halbzeit mehr Druck entwickelt und ab der 65. Minute Torchancen aufs Feld bekommen. Das 1:2 war zwischenzeitlicher Lohn unserer verstärkten Offensivbemühungen. Nach der Roten Karte gegen Tarforst haben wir ein Powerplay aufgezogen, hatten aber das Quäntchen Glück nicht auf unserer Seite. In dieser Sache kann ich den Jungs nichts vorwerfen. Was wir uns vorwerfen lassen müssen, ist die erste Halbzeit. Wir schaffen es derzeit nicht, ein Spiel hintenraus noch zu drehen.“