Mit dem TuS Schillingen und der SG Weintal Oberemmel treffen zwei unerwartete Tabellennachbarn aus dem oberen Mittelfeld aufeinander.

Unerwartet deshalb, weil beide Teams vor reichlich vier Wochen noch im unteren Tabellendrittel zu finden waren. Interessant ist die Tatsache, dass die Weintaler am siebten Spieltag auf Platz zehn positioniert waren und Schillingen am selben Spieltag das Tabellenende zierte. Nach starken Serien haben sich beide Teams in relativ komfortable Positionen gebracht. Oberemmel ist als bester Aufsteiger Fünfter, Schillingen mit nur einem Punkt Rückstand guter Sechster. „Es ist schon erstaunlich, was man mit einem großen Willen und einer Riesenmentalität alles erreichen kann, trotz des fortgeschrittenen Alters, welches der Großteil meiner Spieler hat. Auch in Kenn haben wir neben dem Spielglück auch wieder eine reine Energie- und Willensleistung auf den Platz gebracht. Jetzt wollen wir natürlich das Selbstvertrauen mit in die Partie gegen Weintal nehmen, obwohl sie uns spielerisch überlegen sein werden“, gerät TuS-Trainer Gerd Morgen ob der starken Serie schon fast ins Schwärmen. Dabei holten die Hochwälder das Gros ihrer Punkte nicht auf dem gewohnten heimischen Terrain, sondern auswärts. Neun Zähler stehen bei Heimspielen, zwölf aber in der Auswärtsstatistik in den Büchern. Warum das so ist, vermag auch Trainerfuchs Morgen nicht zu erklären. Der weiß nur, dass seine „alternden Herren“ stets unangenehm und eklig in den Zweikämpfen sind und sich reinhängen, als es ob um die Meisterschaft geht. „Bei uns geht fast alles über den Willen, die defensive Stabilität und die Mentalität. Alle andere ergibt sich quasi von selbst. Die Basics müssen halt stimmen.“ Sehr wahrscheinlich wird auf dem Hartplatz gespielt, eine Tatsache, die den Schillingern entgegenkommen dürfte. Personell ist es wieder eine Lotterie, welche Morgen in die richtigen Bahnen lenken muss. Doch es kommen mit Tobias Anell, Lukas Thome, Lukas Hornetz und Haiko Wagner auch vier Spieler zurück, die am letzten Sonntag in Kenn gefehlt haben. Auf Tim Meyer (Kreuzbandriss), Luca Bernheine (Rippenanbrüche) und Christian Weber (Sprunggelenködem) muss der Trainer-Dino in jedem Fall verzichten. Aus den vergangenen drei Partien generierten die Weintaler starke sieben Punkte. Nun wollen sie auch in Schillingen demonstrieren, dass sie zu Recht der beste Aufsteiger sind. „Schillingen ist schon fast die Mannschaft der Stunde, denn sie sind fleißig am Punkte sammeln. Im Hinspiel waren wir die bessere Mannschaft, haben nach dem 2:0 nicht etwa nachgelassen, sondern eine Viertelstunde vor Schluss das dritte Tor draufgelegt. Auch wenn wir in den letzten fünf Minuten noch zwei Gegentore kassiert haben, war es ein verdienter Sieg damals“, lässt SG-Trainer Dominik Bosl die Partie vom August noch mal kurz Revue passieren. Der Weintaler Coach, der das Team zusammen mit Herbert Stuhlberg trainiert, weiß um eine schwere Aufgabe. „Schillingen ist sehr defensivstark und hat auch deutlich mehr Tore geschossen als wir. Auf dem Hartplatz wird es gewiss kein fußballerisches Highlight werden, doch wir müssen den Kampf und vor allem die Mentalität des Gegners annehmen. Wenn wir das schaffen, können wir auch im Hochwald punkten“, ist sich der 37-Jährige sicher. Bis auf den verletzten Jonas Weiland hat Bosl alles an Bord.

Schillingen, Sonntag, 16.11., 15.15h