Vom spielerischen Potenzial zählt die SG Ruwertal Gutweiler II zu den Topteams der Liga. Das spielte im Hinspiel gegen den SV Bekond jedoch keine Rolle, denn der Tabellenachte übertrumpfte die Gäste mit Kampf und Moral. Zum Rückrundenauftakt stehen die Ruwertaler nun vor der gleichen Herausforderung.

Die SG Ruwertal Gutweiler II beendete die Hinrunde auf dem vierten Platz und spielt damit bisher – statistisch gesehen – eine ordentliche Saison. Bei sechs Siegen, drei Remis, drei Niederlagen und 32:24 Toren sowie zehn Punkten Rückstand auf das Spitzenduo Thalfang-Kordel scheint die Ausbeute gemessen am Potenzial der Zweitvertretung durchwachsen. Und die Gründe dafür liegen auf der Hand: die fehlende personelle Konstanz.

Fast 40 Spieler setzten die Vereinten aus dem Ruwertal und Gutweiler in der ersten Saisonhälfte ein – ein unglaublicher Wert, der die Kritik von Coach Andreas Wagner bestätigt. Wagner spricht von „sich ständig wechselnden Aufstellungen“, die gezieltes taktisches Arbeiten mit der Mannschaft, Automatismen und Feinabstimmung fast unmöglich machen. Es fehle an Willen und Leidenschaft einiger Spieler, um etwas an der Situation zu ändern. Auch eine gewisse Gleichgültigkeit bezüglich der Platzierung sei festzustellen. Keine unbekannten Sorgen bei einer zweiten Mannschaft, doch das „größte Problem“ wäre die unbestreitbar vorhandene Qualität.

Um diese endlich auf den Platz zu bringen, rief Wagner am Donnerstagabend (nach Redaktionsschluss) eine Sitzung ein. Dort sollte mit den Spielern über das weitere Vorgehen bis zur Winterpause und darüber hinaus gesprochen werden. Seine persönliche Zukunft knüpfte der Ruwertaler Trainer dabei auch an den Ausgang dieser Gespräche sowie die Einstellung seiner Spieler. Denn Willen und Leidenschaft sind neben spielerischer Qualität in der Kreisliga unabdingbar – vor allem gegen den kommenden Gegner.

Der SV Bekond meldet sich mit dem Spiel gegen die SG Ruwertal Gutweiler II aus einer zweiwöchigen Pause zurück. Wochen, in denen der SVB durch die Erfolge der Konkurrenten auf den achten Platz abrutschte. Dieser stellt weiterhin eine akzeptable Platzierung für die Elf von Andreas Kiemes dar, wenngleich in der Rückrunde mehr möglich ist. Vorausgesetzt, man bestätigt die guten Hinrunden-Auftritte und vermeidet Leistungsabfälle wie gegen Schweich III (0:3). Setzt man diese Marschroute um, erfüllt man gleichzeitig das Saisonziel, wollte der SVB in dieser Spielzeit doch mehr Konstanz in die eigenen Leistungen bringen.

Auch wenn es spielerisch mal klemmt, sind die Bekonder in einem Bereich vorbildlich: Man gibt sich auch nach Rückschlägen nicht geschlagen und zeigt ein ums andere Mal Kampfgeist und Leidenschaft – Attribute, die man den Ruwertalern voraus hat. Und das bekam der Tabellenvierte im Hinrundenspiel zu spüren. Damals glückte den Ruwertalern ein Blitzstart, den Bekond ausglich. Auch die erneute Führung egalisierte der SVB, der sich im zweiten Durchgang die Führung erkämpfte und den Ausgleich der SGR-Reserve mit einem späten Siegtreffer konterte (4:3-Endstand). 

Ein Erfolg, den der Achtplatzierte nun in Waldrach wiederholen möchte, wo man auf Kunstrasen spielt – ein bekannter Untergrund für die Bekonder. Und so drängt sich vor dem zweiten Aufeinandertreffen vor allem eine Frage auf: Zeigt die Ruwertaler Reserve dieses Mal die nötige Leidenschaft, um den SV Bekond niederzuringen? 

Waldrach, So., 09.11., 12.30h