Im Spitzenspiel der B-11 setzte die SG Weintal das nächste Ausrufezeichen und stürzte die SG Wawern am letzten Spieltag der Hinrunde vom Sonnenplatz der Liga.
„Das Spiel hatte alles, was ein Spitzenspiel ausmacht: Elfmeter, einen Platzverweis und über 250 Zuschauer, die ordentlich Stimmung machten. Wir hatten eigentlich eine Spielanlage von Wawern erwartet, aber sie spielten oft direkt lange Bälle aus der Innenverteidigung. Wir stellten deshalb nach 20, 25 Minuten um und liefen sie höher an. Irgendwann konnten wir unsere Überzahl dann gut ausspielen und waren, weil wir die aktivere Mannschaft waren, auch der verdiente Sieger. Wawern machte es trotz Unterzahl gut und war immer gefährlich“, sah Weintals Trainer Dominik Bosl ein aufregendes Spitzenspiel.
Dabei startete die Partie aus Weintal-Sicht alles andere als gut. Bereits in der sechsten Spielminute bekamen die Gäste einen Elfmeter zugesprochen, den Carsten Vogel sicher zur Führung verwandelte. Die Partie blieb im Anschluss offen und intensiv. Nach gut einer halben Stunde Spielzeit zeigte der Unparteiische nach einem Handspiel erneut auf den Elfmeterpunkt – dieses Mal auf der anderen Seite. Robin Mohr trat für die Hausherren an, scheiterte mit seinem Versuch jedoch an Wawerns Schlussmann Dennis Haas. Auf den Höhepunkt folgte für den Aufsteiger nur Minuten später ein Tief, als Joel Weber nach einer unsportlichen Geste Richtung Zuschauer die Gelb-Rote Karte sah (36.). Weintal nutzte die Überzahl direkt aus und glich nur eine Minute später nach einem Standard durch Marius Mergen aus.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie umkämpft und hitzig. Trotz der Unterzahl verteidigte die SG Wawern sicher, musste sich in der 78. Minute aber geschlagen geben, als Jonas Weiland auf 2:1 stellte. Entschieden war die Partie damit nicht, denn auch mit zehn Mann suchten die Gäste den Weg nach vorne und kamen durch Carsten Vogel gleich zu mehreren guten Chancen, die zum Glück der Weintaler nicht die Linie überquerten. In der Druckphase der Wawerner fiel schließlich die Entscheidung: Weintals Herbert Stuhlberg bekam den Ball hinter der Mittellinie, marschierte durchs Mittelfeld und schloss aus der Distanz in den Winkel ab – 3:1 Weintal (89.).
Ein Spiel, in dem laut Wawerns Trainer Ralf Reger der Platzverweis eine womöglich entscheidende Rolle spielte: „Weintal war der erwartet starke Gegner und ist eine sehr gute Mannschaft. Trotzdem waren wir bis zum Platzverweis zumindest gleichwertig, wenn nicht sogar die etwas bessere Mannschaft. Danach mussten wir umstellen und waren nicht mehr so gut im Spiel. Obwohl es eigentlich bis zum Schluss ein Spiel auf Augenhöhe blieb.“
Aufgrund des achten Liga-Sieges in Folge zog die SG Weintal auf den dritten Tabellenplatz vor, steht dort punktgleich mit der SG Wawern. Wawern hingegen rutschte vom ersten Rang ab und gab die bis dato geteilte Herbstmeisterschaft an den FC Könen ab.
Foto: Archiv/Sandra Maes
