Im Trierer Stadtderby setzte sich der SV Trier-Irsch in Heiligkreuz beim Lokalrivalen VfL eindrucksvoll mit 5:0 durch und hat mit dem vierten Saisonsieg auch die alleinige Tabellenführung in der Kreisliga A7 übernommen, während die Heiligkreuzer noch immer auf den ersten Saisonsieg warten.
Der VfL Trier hielt im ersten Durchgang noch bravourös dagegen, besaß aber selbst kaum Großchancen, um eventuell auch in Führung zu gehen. Nachdem die Gäste aus Irsch in der zweiten Halbzeit ihre größere spielerische Reife und Durchschlagskraft durchgesetzt bekamen, gab es auch kein Halten mehr. Scheiterte VfL-Angreifer Raul Cosano Kreutzer in der 20. Minute nach einem Tempogegenstoß unter Bedrängnis am rechten Außenpfosten, so hatte der SVI nach einer Kopfballablage von Spielertrainer Sebastian Szimayer in Person von Steven Becker die erste dicke Gelegenheit zur Gästeführung, doch Maurice Mangerich wehrte den Ball reaktionsschnell ab. Torben Webers Kopfball war kurz vor der Halbzeit für Gästekeeper Nico Kimmlingen kein Problem, der die Kugel ohne Mühe herunter pflückte. Nach einer Ecke fand Becker in Mangerich ein zweites Mal seinen Meister.
In Halbzeit zwei ergab sich ein anderes Bild: Trier-Irsch legte einen Zahn zu und blieb auch cooler vor dem Tor. Ein Doppelpack des Spielertrainers brachte die Gäste mit 2:0 in Front – 0:1, 0:2 (51., 59.). Mit einem weiteren Doppelschlag zum 4:0 zwischen der 63. und 66. Minute entschied der SVI die Partie vorzeitig. Tim Grundheber hatte eine Flanke von Becker zum 0:3 veredelt, wenig später war es Florian Grundmann, der die Kugel wuchtig unter die Latte knallte – 0:4 (66.). In der Folge besaßen die Gäste Möglichkeiten, das Resultat auszubauen. So scheiterte Luca Schmitt mit einem eher harmlosen Schuss. Nachdem Hakauan Morales im Strafraum regelwidrig zu Fall kam, versenkte Paul Thommes den fälligen Elfmeter zum 5:0-Endstand (79.).
Irschs Spielertrainer Sebastian Szimayer war mit dem Auftritt seiner Jungs auch sehr zufrieden: „Wir sind in der zweiten Halbzeit so richtig ins Laufen gekommen, haben ein gut funktionierendes Gegenpressing praktiziert und unsere Torchancen auch effizient genutzt. Es war ein über weite Strecken richtig gut geführtes Spiel von uns. Die taktische Disziplin und das Abwehrverhalten waren lobenswert.“ Sichtlich angefressen wirkte noch einen Tag nach dem Derby VfL-Trainer Marco Neumann: „In der ersten Halbzeit haben wir gut gegen den Ball gearbeitet und diszipliniert gespielt, hatten mit Rauls Chance, dessen Ball knapp am Pfosten vorbei ging, auch eine halbwegs gute Torchance. Doch was nach dem 0:1 passiert ist, war absolut indiskutabel. Die Einstellung zum Fußball war gar nicht mehr zu sehen, es hat an den Grundtugenden, Laufbereitschaft und an Einstellung gefehlt. Und das bei einem Heimspiel, bei dem doch etliche Zuschauer anwesend waren. Das war in der zweiten Halbzeit auch nicht A-Liga tauglich. Wenn man nach dem 0:1 das Spiel schon in der 50. Minute so herschenkt, stimmt irgendwas nicht. Ich erwarte in der Trainingswoche nach einer deutlichen Aufarbeitung ganz klar eine Reaktion von meiner Mannschaft.“
