Sowohl die SG Gusenburg als auch die SG Hermeskeil verfolgen in diesem Jahr mit veränderten Kadern einen neuen fußballerischen Ansatz. Im direkten Duell und Lokalderby hoffen nun beide auf die Bestätigung dessen – mit den ersten Punkten.

Die SG Gusenburg beendete die vergangene Saison auf dem zwölften Tabellenplatz und hielt sich nur mit Glück in der Kreisliga B. Die letzte Spielzeit hinterließ dennoch ihre Spuren: Der in der Winterpause gekommene Spielertrainer Daniel Kläs verließ den Verein und auch einige Spieler beendeten ihre Karriere. Den Umbruch, vor dem die Gusenburger in diesem Jahr stehen, soll Sven Funk mitverantworten. Der neue SGG-Coach erwartet keine sofortige Trendwende, sondern sieht ein Projekt auf mehrere Jahre, welches den Verein für die Zukunft ausrichten soll. Anteil daran hat auch das neue Team, welches Funk aus Spielern der ersten und zweiten Mannschaften sowie punktuellen Neuzugängen zusammensetzte. Genügend Potenzial für eine Abkehr vom körperbetonten zum fußballerischen Spiel sei vorhanden, doch die Nachwehen des letztjährigen Abstiegskampfes seien ebenso zu spüren. So müssten die Gusenburger vor allem im Kopf frei werden und Selbstbewusstsein tanken. Obwohl dies in einigen Testspielen gelang, unterlag man im Pokalspiel Olewig mit 8:1 und am vergangenen Wochenende zum Saisonstart dem FC Gielert (3:2). Im Derby hofft man nun, den Schalter umzulegen und ein positives Ergebnis einzufahren. 

Auf ein solches hofft auch die SG Hermeskeil, die gegen den Nachbarn drei Punkte als Ziel ausgegeben hat. Voraussetzung dafür ist es, am zweiten Spieltag die volle Leistung ab der ersten Minute abzurufen. Dies misslang im ersten Saisonspiel gegen Olewig, wo man erst zur zweiten Hälfte aufwachte, den 0:2-Rückstand aber nicht mehr drehen konnte. Dennoch sah Hermeskeils Trainer Andreas Weber in dieser Phase die Bestätigung, dass man auch in diesem Jahr eine gute Saison spielen kann. Helfen sollen dabei die aufgerückten A-Jugend-Spieler, die in der Vorbereitung und in den ersten beiden Pflichtspielen ihr Potenzial bewiesen. Auch sie tragen dazu bei, dass der Kader der Hermeskeiler in diesem Jahr qualitativ und quantitativ besser aufgestellt ist. Ein Vorteil für Weber, der aufgrund dieses gestärkten Fundaments die taktischen Vorgaben änderte und mit vielen Spielformen den spielerischen Ansatz trainierte. So will die SGH wie ihr kommender Gegner nicht nur mit einer kompakten Defensive auf Räume lauern, sondern mit erhöhtem Ballbesitz den eigenen Fußball durchsetzen. Dass man dazu in der Lage ist, soll das Derby in Gusenburg zeigen. 

Hermeskeils Trainer weiß jedoch, dass es trotz der Favoritenrolle seiner Mannschaft „kein Selbstläufer“ wird. Dies bestätigt das letzte Gastspiel bei den Gusenburgern, bei dem sich die Nachbarn 0:0 trennten. Im Hinspiel hatte hingegen die SG Züsch mit 5:0 klar die Nase vorn.

Gusenburg, So., 18.08., 14.30h